FC Aarau
Umstrittener Holland-Stürmer: Guter Lieder, schlechter Lieder

Der FC Aarau fordert Lausanne und bastelt fleissig am Kader für die neue Saison. Ob es darin Platz hat für den holländischen Stürmer Mart Lieder, ist weiter offen. Er hat Kritiker und Fürsprecher im Verein.

Ruedi Kuhn
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Die Frage nach der Leistungsstärke von Mart Lieder polarisiert.

Die Frage nach der Leistungsstärke von Mart Lieder polarisiert.

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Zwölf auslaufende Spielerverträge per Ende dieser Saison beim FC Aarau: eine stattliche Zahl! Und von diesen zwölf Verträgen wurden erst drei verlängert. Olivier Jäckle und Patrick Rossini bleiben bis 2018, Juan Pablo Garat bleibt bis 2017. Publikumsliebling Igor Nganga wird das Brügglifeld verlassen.

Aber was ist mit Spielern wie Carlinhos, Kim Jaggy, Zoran Josipovic, Mart Lieder, Bruno Martignoni und Luca Radice? Wohin dreht sich das Torhüter-Karussell, auf dem momentan drei Kandidaten sitzen? Wer wird die Nummer eins in der nächsten Saison? Steven Deana, Francesco Russo oder vielleicht doch Ulisse Pelloni, der einen Vertrag bis 2017 hat?

Fragen, Fragen, nichts als Fragen! Spricht man in diesen Tagen mit Vizepräsident Roger Geissberger, Sportchef Raimondo Ponte und Trainer Marco Schällibaum hört man immer wieder die gleiche Leier. Man gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Wasserstandsmeldungen.

Geissberger lässt sich immerhin das Ziel für die Saison 2016/17 entlocken: «Wir wollen eine Mannschaft, die ganz vorne mitspielen kann und im Kampf um den Aufstieg ein Wort mitredet.» Tatsache ist, dass die Kaderbildung für die neue Saison ins Stocken geraten ist.

Die Gründe liegen auf der Hand: Einerseits gibt es viele Härtefälle, anderseits geht es um Geld. Die Lohnvorstellungen einiger Spieler sind zu hoch. Momentan werden viele Gespräche und Vertragsverhandlungen geführt. Konkret ist nichts zu vermelden.

Abschied von Radice und Carlinhos?

Es gibt aber Tendenzen. Nennen wir die Dinge beim Namen! Radice und Carlinhos dürften den FC Aarau verlassen. Für Jaggy und vor allem für Martignoni sah es lange Zeit schlecht aus. Nach dem bevorstehenden Abgang von Nganga dürfte einer der beiden Verteidiger aber im Kader bleiben.

Von grosser Brisanz ist die Torhüterfrage. Lange Zeit sah es so aus, als sei Deana gesetzt. Er hat allerdings einen bis 2019 dauernden Vertrag beim FC Sion. Und Christian Constantin, der Präsident der Walliser, will sich noch nicht entscheiden, ob und wann er Deana frei geben wird. «Die Verhandlungen laufen», sagt Deana.

Lob von den Mitspielern

Spannend ist auch die Akte Mart Lieder. Der Holländer polarisiert. Geissberger und Ponte sind gegen eine Vertragsverlängerung mit dem Stürmer. Schällibaum sieht das etwas anders: Der Trainer ist beeindruckt von der Leistungssteigerung Lieders in der Rückrunde.

Interessant: Auch aus Spielerkreisen sind lobende Worte zu hören. Lieder sei in den Trainingseinheiten stets einer der Eifrigsten. Und Sinn für Humor habe er auch. Wenn das keine Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit sind! Fakt ist allerdings auch: Lieder hat in dieser Saison nur drei Tore erzielt.

Bleibt zu guter Letzt ein Blick auf den sportlichen Bereich: Dass der FC Aarau vor dem heutigen Heimspiel gegen Lausanne 15 Mal in Folge und seit dem 21. November nicht mehr verloren hat (0:2 gegen Xamax), kann man nicht hoch genug einschätzen.

Fünf Runden vor Schluss kämpft der nach Abschluss der Vorrunde Tabellenletzte dank des eindrücklichen Schlussspurts tatsächlich noch um Rang zwei. Nach dem Spitzenspiel gegen die Waadtländer, in dem Ridge Mobulu gesperrt ist, folgen die Partien gegen Wil, Chiasso, Wohlen und Schaffhausen.

Ab Ende Mai können die Spieler die Beine hoch lagern. Mitte Juni beginnt die Vorbereitung für die neue Saison. Und Ende Juni plant Schällibaum ein viertägiges Trainingslager in den Bergen. Dann kann der FC Aarau vor dem Kampf um den Aufstieg schon mal etwas Höhenluft schnuppern.

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