Fussball
Um in der Super League zu bestehen, braucht der FC Aarau mehr Spielklasse

Der FC Aarau ging am Wochenende gegen Thun 0:2 unter und steht nach der zweiten Niederlage in Folge im Heimspiel vom Mittwoch gegen Luzern vor einem Charaktertest.

Ruedi Kuhn
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Gute Fans, durchschnittliche Spielklasse, für die Europa League reichts bei weitem nicht

Gute Fans, durchschnittliche Spielklasse, für die Europa League reichts bei weitem nicht

Keystone

Der Fantasie sind im Fussball keine Grenzen gesetzt. Da sprachen Möchtegern-Experten vor den Auswärtsspielen gegen St. Gallen (1:4) und Thun (0:2) von einem Flirt mit der Europa League.

Europa League? Der FC Aarau ist vom internationalen Geschäft etwa so weit entfernt wie die Schweiz vom WM-Titel 2014 in Brasilien.

Der Mannschaft von Trainer René Weiler fehlen einerseits Qualität und Klasse, anderseits scheinen dem einen oder andern Spieler im Schlussspurt Kraft und Luft auszugehen.

Anders ist der triste und emotionslose Verlauf der Partie gegen ein keineswegs unwiderstehlichen FC Thun nicht zu erklären.

Kollektives Versagen

Oder doch? Wer Ursachenforschung für die Pleite betreibt, der tut sich schwer. Weiler fehlte in der Stockhorn Arena wegen Vaterfreuden.

Als Vertreter des Chefs stand Assistent Thomas Binggeli an der Seitenlinie. Ihm die Schuld für den leidenschaftslosen Auftritt in die Schuhe zu schieben, wäre vermessen.

Einzelne Spieler zu kritisieren, ist insofern falsch, als dass der FC Aarau im Kollektiv versagt hat.

Die Gewinner: Burki und Lüscher

Erschwerend hinzu kamen die Sperren von Sven Lüscher und Sandro Burki. Ohne den umsichtigen Captain und ohne den torgefährlichen Aggressivleader lief im Spiel nach vorne nicht viel.

Die zwei Abwesenden sind so etwas wie die Sieger des Spiels. Es ist gut zu wissen, dass Burki und Lüscher am Mittwoch im Heimspiel gegen Luzern wieder mit dabei sind.

Und vielleicht kommt gegen die Zentralschweizer mit Daniel Gygax etwas mehr Gift und Galle ins Team.

Suche nach Verstärkungen

Bleibt ein Blick auf die Mitte Juli beginnende zweite Super-League-Saison: Es gibt aus Sicht des FC Aarau weder Grund für Panik noch einen Anlass, den Teufel an die Wand zu malen. Aber gefährliche Tendenzen sind durchaus zu erkennen.

Die Abgänge von Davide Callà und Artur Ionita sind nur schwierig zu verkraften. Ihre individuelle Klasse machte zuletzt immer wieder den Unterschied aus. Der FC Aarau braucht für die Meisterschaft 2014/15 mindestens vier Verstärkungsspieler.

Der Sportausschuss mit Präsident Alfred Schmid und Vize Roger Geissberger als mögliche Geldgeber, Sportchef Urs Bachmann und Spielerberater Fredy Strasser ist gefordert. Extrem gefordert.

Schmid sagt: «Wir brauchen mehr Qualität, um langfristig in der höchsten Spielklasse bestehen zu können.» Das stimmt. Aber Qualität kostet Geld.

Und die finanziellen Mittel sind beschränkt. Da ist es ja schon fast eine glückliche Fügung, dass die Klubverantwortlichen fürs Thun-Spiel keine Punkteprämien bezahlen mussten.

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