Drei Turnfestsiege in Folge im Gepäck, eine optimal gelaufene Vorbereitungsphase und ein Heimspiel. Eigentlich schien es glasklar, wie der Vereinswettkampf am Eidgenössischen Turnfest ausgehen würde: Nach seinen Siegen 2002, 2007 und 2013 ging der TV Wettingen in Aarau als haushoher Favorit an den Start.

Lange Zeit wähnte man die Wettiger auch als erneuten Sieger, vor allem, als um sechs Uhr feststand, dass die Aargauer einen grossen Herausforderer, den BTV Luzern, hinter sich lassen und mit 29.90 von 30.00 möglichen Punkten den Wettkampftag beenden konnten.

Doch so leicht kamen die Wettiger an diesem Turnfest nicht davon. Wie sich erst um 21 Uhr herausstellte, gab es da einen noch viel gefährlichen Konkurrenten als die Luzerner. Der in anderen Disziplinen als Wettingen und Luzern antretende TV Wangen war es schlussendlich, der mit 29.92 Punkten an allen vorbeiziehen konnte und somit die Siegesserie der Wettiger beendete.

Ein Strich durch die Rechnung

Ausgerechnet im Heimspiel blieb somit der erneute Triumph verwehrt. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem man die Wettiger auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit wähnte. Nach dem furiosen Beginn im Bodenturnen, der nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Wettkampfrichter verblüfft zurückliess. Es war ein Auftritt, über die Leiter und Oberturner Fabio Moser später sagte: «Das Bodenturnen war perfekt, der Wahnsinn.»

Am Ende waren es genau 0.02 Punkte die fehlten. Punkte, mit welchen die Zuschauer, aber laut eigener Aussage auch Moser, nach der gelungenen Darbietung im Sprung-Wettkampfteil fest gerechnet hatten. Doch mit der Note 9.90 machten die Wettkampfrichter dem TV Wettingen einen Strich durch die Rechnung - durch eine, die für die Wettiger zum ersten Mal seit 17 Jahren nicht so ganz aufgeht.