Laufsport

Überlegene Sieger am Murianer Herbstlauf: Gossauer und Keiser lassen nichts anbrennen

Jens-Michael Gossauer gewinnt den  Murianer Herbstlauf.

Jens-Michael Gossauer gewinnt den Murianer Herbstlauf.

Rund 500 Läufer nahmen am Samstag am Murianer Herbstlauf teil. Sieger in der Hauptkategorie wurde Jens-Michael Gossauer (LC Uster). Bei den Frauen verteidigte Myriam Keiser ihren Titel.

16.15 Uhr im Stadion Bachmatten in Muri. Gerade beendet  ein junger Teilnehmer des Waffenlaufs sein Rennen. Mit letzter Kraft schleppt er sich ins Ziel, die Hand am Oberschenkel. „Gleich dreimal hatte ich einen Krampf!“, flucht er und schnappt nach Luft. Ganz anders die Lage 50 Meter weiter vorne – am Start. Dort machen sich in diesem Moment die Läufer der Hauptkategorie des 17. Murianer Herbstlaufs bereit. Der Startschuss erfolgt und mit den ersten Metern beginnen auch gleich die Positionskämpfe. Man will die Stecke von so weit vorne, wie möglich in Angriff nehmen. Und schon verlässt der Pulk das Stadion und macht sich auf die Strecke quer durch Muri.

Das Wetter präsentiert sich grau und nass

Nun heisst es: Geduld haben. Die Besten werden in rund einer halben Stunde wieder erwartet. Viel passiert währenddessen nicht. Hin und wieder erreicht ein Nachzügler des Waffenlaufs das Ziel. Ansonsten bleibt es ruhig, kaum Zuschauer an diesem Samstagnachmittag. Kein Wunder, das Wetter spielt nicht mit. Knapp 15 Grad, grau und nass. Der stundenlange Regen hat das als Parkplatz dienende Feld so aufgeweicht, dass der Gang zum Start- und Zielgelände einer Sumpfwanderung gleichkommt. Immerhin hat es aufgehört zu regnen. Und pünktlich zum Start drückt sogar die Sonne schüchtern durch die Wolkendecke.

Auch die Kleinen machen mit.

Auch die Kleinen machen mit.

Dann – nach knapp 30 Minuten – tritt in der Ferne ein erster Schatten aus dem Wald. In hohem Tempo rennt der Führende dem Ziel entgegen, verfolgt von – niemandem. Tatsächlich dauert es nochmal zwei Minuten, bis der nächste Läufer erscheint. Die Sache ist bereits früh entschieden, Jens-Michael Gossauer (LC Uster) heisst der Sieger des Murianer Herbstlaufs, dem achten von zehn „AZ Goldläufen“. „Ich wollte heute ein hartes Training für die Halbmarathon-Schweizermeisterschaften laufen. Das ist mir gelungen“, sagt der Sieger zufrieden.

In zwei Wochen an der SM will der 24-jährige Zürcher in die Top Ten laufen – am Samstag in Muri ist er der überragende Gewinner. „Ich habe bereits kurz nach dem Start gemerkt, dass die anderen Mühe hatten, mir zu folgen. Ich wollte unbedingt die Lücke aufreissen und lief dafür ein eigentlich zu schnelles Tempo“, erzählt der Sieger. Am Schluss sei es zum Glück aufgegangen.

Waffenlauf in Muri.

Waffenlauf in Muri.

Der für Olten startende Eritreer Sium Zerehannes verliert als Zweiter bereits 1:51 Minuten auf Gossauer. Auf dem dritten Rang folgt mit dem Kölliker Christoph Feremutsch der erste Aargauer. Auch er zeigte sich glücklich mit dem Ausgang des Rennens: „Ich bin fünfzehn Jahre älter als die beiden vor mir, da kann ich mich nicht mehr ganz mit ihnen messen.“ Er habe einfach versucht sein Tempo zu laufen sei mit dem Ergebnis zufrieden.

Titelverteidigung bei den Frauen

Eine noch grössere Dominaz ist im Rennen der Frauen zu sehen. Vorjahressiegerin Myriam Keiser (TSV 2001 Rotkreuz) ist auch heuer nicht zu schlagen. Stolze 2:32 Minuten und mehr nimmt die  Zugerin ihrer Konkurrenz ab. „Das Rennen heute war cool und hat viel Freude gemacht“, bilanziert die glückliche Gewinnerin. Die Bedingungen seien perfekt gewesen, um einfach ihr Bestes zu geben und den Lauf zu geniessen. Sie sei fast schon zu schnell gestartet, konnte das Tempo aber halten und ihre Konkurrentinnen deutlich distanzieren. Zweite wird Juillard Pape (FSG Alle) vor der Zürcherin Marianne Haller (Züri rännt), die als W50-Läuferin gar die Schnellste der W30-Kategorie hinter sich liess. Als beste Aargauerin klassiert sich die Suhrerin Susanne Ummel auf dem siebten Rang.

Insgesamt durften die Veranstalter der 17. Ausgabe des Herbslaufs rund 500 Teilnehmer in Muri begrüssen. Dies, neben dem normalen Laufsport, auch in den Disziplinen Waffenlauf und Walking. Die Zahl der Zuschauer blieb, dem Wetter geschuldet, tiefer als in anderen Jahren. Vor allem die Rennen der Jüngsten aber, waren wie immer gut besucht. Und so kann man sich getrost auf eine 18. Ausgabe im nächsten Jahr freuen.

Meistgesehen

Artboard 1