«Wer zuletzt lacht, lacht am besten» mag für viele nur ein Sprichwort unter vielen sein. Doch für die Frauen der Alten Kanti Aarau ist es seit Samstag mehr als nur eine leere Floskel.

Obwohl die Basketballerinnen im Halbfinal des Final-Four in Fribourg dem dort ansässigen Klub Elfic Fribourg Génération mit 55:61 unterlagen und sich am Sonntag stattdessen mit dem dritten Platz gegen Blonay Basket zufriedengeben mussten, sind sie letztlich eine von zwei Mannschaften, die diese Saison mit einem Triumph abschliessen dürfen: Der BC Alte Kanti Aarau wird in der nächsten Saison in der höchsten Spielklasse, der neun Teams umfassenden «SB League Women», vertreten sein.

Doch wie ist das überhaupt möglich? Den Saisonstart gestalteten die Aarauer Ladies anfänglich äusserst erfolgreich und landeten in der «Preliminary-Phase» in der Gruppe Ost mit nur zwei Niederlagen in acht Spielen auf Platz zwei hinter den GC Zürich Lady Wildcats U23.

Druck zu hoch

Daraufhin folgte die noch erfolgreichere Zwischenrunde, die sogenannte «Intermediate-Phase» in der Gruppe 1 mit sieben Teilnehmern. Die Alte Kanti Aaarau vermochte diese mit sensationellen zwölf Siegen in zwölf Spielen zu beenden.

Auch im Viertelfinal der Playoffs überzeugten die Damen gegen Meyrin Basket und fuhren im ersten Auswärtsspiel einen 68:41-Sieg und im zweiten Spiel zu Hause einen 73:54-Sieg ein. Dieser Erfolg führte die Frauen an diesem Wochenende ins Final-Four.

Bis zu diesem Zeitpunkt gelang es nur GC und dem STV Luzern Basket, das Team von Aarau-Trainer Velko Evgenievski zu schlagen. Bis sich am Samstag auch Elfic Fribourg den beiden anschliessen durfte.

Wie es dazu kommen konnte? Für Trainer Evgenievski gibt es nur eine Erklärung: «Wir sind als Nummer Eins in den Semifinal gestartet, haben Fribourg zuvor dreimal geschlagen. Dementsprechend waren gewisse Erwartungen vorhanden und der Druck dadurch zu hoch.»

Ein wirkungsvoller Warnschuss

Im Spiel um Platz drei zogen die Aarauerinnen ihre Lehren aus dieser bitteren Niederlage. Sie starteten gut in die Partie, liessen sich die erspielte Führung nicht nehmen. Dennoch kam ihnen Blonay oft gefährlich nahe.

Führte Aarau in den anfänglichen Minuten noch mit 21:8, so konnten die Westschweizerinnen nach knapp 40 Minuten auf 30:29 verkürzen. Diesen Warnschuss nahm das Team ernst. Erst kurz vor Schluss liessen sie sich fast wieder einholen.

Die Halle tobte, doch letztlich konnte die Alte Kanti Aarau doch mit 73:61 davonziehen. Mithilfe der beiden Spielerinnen Haia Hassan und Szandra McCrory, die je 15 und 13 Punkte erspielten, sicherten sich die Aarauerinnen die verdiente Bronzemedaille und hatten am Wochenende doch noch einen Grund zum Feiern.

Wahnsinnig stolz

Doch es ist nicht der einzige Triumph, denn die Frauen am Ende der Saison auf ihrer Seite verbuchen können. Weil die anderen Teams einen Aufstieg finanziell nicht stemmen können, kommt Aarau zum Handkuss und erreicht nun zusammen mit Nyon Basket Féminin über Umwege doch das von Anfang an angepeilte Saisonziel und darf ab der nächsten Saison in der erstmals neun Teams umfassenden «SB League Women» spielen.

Evgenievski liegt vor allem die Förderung junger Spielerinnen am Herzen, das Erreichen des dritten Platzes und der Aufstieg mache ihn wahnsinnig stolz, sagt er. Auch, weil nun endlich wieder ein Verein aus dem Aargau in der höchsten Spielklasse vertreten ist.

Für den Verein eine Riesensache, über die sich auch Spielerin Katja Wasser freut, die am Sonntag ebenfalls überzeugen konnte. Dennoch merkt sie an: «Unsere Motivation ist riesig. Schade ist allerdings, dass wir nicht mit dem Pokal in der Hand aufsteigen können.»

Nachhaltige Planung

Doch um in der NLA mithalten zu können, braucht es mehr als nur den Aufschwung, den ein Aufsteigerteam meist mit sich bringt. Die logische Konsequenz sei natürlich, sich zu verstärken bestätigen Trainer und Vorstand unisono.

Weil sich das Team 2017 unter anderem wegen finanzieller Engpässe aus der NLA zurückziehen musste, stellt sich aber die Frage, ob es denn überhaupt mitmischen kann unter den ganz Grossen. Präsident Stefan Wildi sagt dazu: «Wir können den Aufstieg finanziell stemmen. Weil wir aber nachhaltig planen wollen, haben wir uns vorerst dazu entschieden, mit dem Männerteam in der NL1 zu bleiben, obwohl die Chance auf einen Aufstieg in die NLB durchaus vorhanden gewesen wäre.»

Ein logischer Schritt, doch eine längerfristige Lösung soll dies nicht sein. Ziel ist es, irgendwann beide Mannschaften in den oberen Ligen führen zu können. Damit man nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge verweilen muss. Damit am Schluss alle lachen können.