Noch bevor das Hauptrennen des internationalen Pfingstlaufs über die 10-Kilometer-Distanz gestartet wurde, musste Markus Joho seine ehrgeizigen Ziele auch schon wieder revidieren.

Der im bernischen Bolligen lebende Freiämter hätte nach zwei für ihn enttäuschenden Auftritten in den letzten Jahren so gerne sein Heimrennen endlich einmal gewonnen. «Doch dann sah ich, dass Guta sich zum Start begab. Und da wusste ich, dass ich bei diesen heissen Temperaturen kaum eine Chance gegen ihn haben würde.»

Tempo zu hoch

Und Joho sollte recht behalten: Guta Fikru, der in Villmergen wohnhafte Asylbewerber aus Äthiopien, legte bei Temperaturen um die 30-Grad-Marke ab dem ersten Meter ein horrendes Tempo vor. Und bereits beim knackigen Anstieg nach dem Bahnübergang vermochte nur noch Joho zu folgen. «Aber ich sah sofort, dass ich mein Tempo laufen musste. Sonst hätte es mich aufgestellt.»

Und so vergrösserte Fikru seinen Vorsprung quasi mit jedem Meter. Mit einer Zeit von 33:40 Minuten lief der Äthiopier schliesslich ins Ziel beim Friedensbaum. Der für die organisierende Läuferriege Wohlen startende Joho als erster Verfolger verlor knapp eineinhalb Minuten.

«Mehr lag heute nicht drin»

Trotz seiner beeindruckenden Leistung war Fikru nur mässig mit seinem Rennen zufrieden. «Ich hätte schneller laufen wollen. Aber es war auch für mich unglaublich heiss», meinte er kurz und knapp. Grund für Fikrus Unmut mag gewesen sein, dass seine Siegerzeit die langsamste war seit der Umstellung auf die 10-km-Strecke im Jahr 2010.

Anders die Gefühlslage beim zweitplatzierten Markus Joho. «Ich bin sehr zufrieden. Ich wollte einfach den zweiten Rang verteidigen. Mehr lag heute schlicht nicht drin.» Auf den Tagesdritten Johannes Klaiber holte Joho 28 Sekunden Vorsprung heraus. Für den Heimweh-Freiämter war die Niederlage gegen Fikru ein schmerzliches Déjà-vu. Bereits beim Lenzburger Lauf Ende Mai war er hinter dem Äthiopier zweiter Sieger.

Bei den Frauen gewann Daniela Gassmann Bahr. Die 50-jährige Schwyzerin profitierte auch vom Startverzicht der letztjährigen Dominatorin Monika Vogel und siegte in Wohlen zum dritten Mal nach 2010 und 2011. Ihren eigenen Streckenrekord verpasste sie um über eine Minute.

Über 1000 Teilnehmer

Auch bei seiner 48. Auflage hat der Wohler Pfingstlauf mit seiner malerischen Strecke nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Dass trotz der grossen Hitze 1025 Läuferinnen und Läufer teilnahmen (knapp 100 mehr als letztes Jahr), freute OK-Boss Rolf Bienz.

«Wir sind mit dem Event sehr zufrieden.» Die Organisatoren reagierten auf die klimatischen Bedingungen und boten auf der Strecke drei Wasserstellen an. Dennoch bekundeten einige Teilnehmende mit der Hitze Probleme. Zweimal musste gar die Ambulanz aufgeboten werden. «Glücklicherweise ging es den Betroffenen bald wieder besser», so Bienz erleichtert.