Schwingen
Überlegener Tagessieg für den Möriker «Eidgenossen» in Aarau

Auch am Aarauer Schachen-Schwinget war Mario Thürig nicht beizukommen. Der 29-jährige Möriker «Eidgenosse» gewann alle sechs Gänge in überzeugender Manier.

Wolfgang Rytz
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Im Schlussgang benötige Mario Thürig (links) knapp zwei Minuten.

Im Schlussgang benötige Mario Thürig (links) knapp zwei Minuten.

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Wie stark der aktuell überragende Aargauer Sägemehlathlet ist, zeigte sich im ersten Gang. Gegen den Schachen-Vorjahressieger Stephan Studinger demonstrierte Thürig einen schwingerischen Leckerbissen. Der taktisch beschlagene Studinger drehte sich auf einen Kurzangriff des Favoriten extrem aus, doch Thürig konterte mit einem überraschenden Kniestich zum Plattwurf.

Danach marschierte der einzige eidgenössische Kranzschwinger im Teilnehmerfeld durch. Michael Schumacher und Mathias Studinger bettete er mit Kurz respektive Wyberhaken platt ins Kurzholz. Stärker wehrte sich der Fricktaler Nichtkranzer Samuel Schmid, der sich erst auf ein Nachdrücken geschlagen geben musste. Gegen den Uerkner Kraftbrocken Patrick Räbmatter ging Mario Thürig vorsichtig zu Werk. Aber schon der erste entschlossene Wyberhakenangriff in der dritten Minute führte zur Maximalnote.

Demonstration im Schlussgang

Im Schlussgang hätte dem Dominator ein «Gestellter» genügt. Deshalb verzichtete Mathias Studinger auf eine defensive Haltung. Dies kam Thürig gelegen. Schnell hatte er den Routinier des Schwingklubs Aarau auf den Rücken gedreht, doch der Kampfrichter befand eher zu Unrecht, dass das Resultat ausserhalb des Sägemehlrandes zustande gekommen sei. Thürig nahms ohne Murren zur Kenntnis und wuchtete seinen Gegner im nächsten Zusammengreifen mit einem Gammenangriff noch eindeutiger auf die gültige Seite.

«Da ich endlich seit Monaten verletzungsfrei trainieren kann, funktionieren zunehmend auch die Automatismen», freute sich der Möriker über seinen sechsten Tagessieg im Schachen. Auch seine Saisonbilanz präsentiert sich überragend: vier Triumphe bei vier Starts.

Zwiespältige Aargauer Bilanz

Mit Ausnahme der Brüder Studinger sowie den vielversprechenden Nachwuchsschwingern Stefan Meyer, Samuel Schmid und Tobias Widmer fiel die Aargauer Bilanz hinter Thürig zwiespältig aus. Dasselbe gilt für das Comeback des Aarauer Sorgenkindes Tiago Vieira, der einen grossen Trainingsrückstand offenbarte. Nebst «Eidgenosse» Christoph Bieri verzichteten zahlreiche weitere Aargauer Kranzschwinger auf den letzten Test vor den Kranzfesten. Ob sich diese Taktik auszahlt, wird das Baselbieter Kantonale am 18. Mai in Muttenz zeigen.