Volleyball

TVS taucht gegen LUC: Diesmal gabs keine Lausanner Geschenke

Trotz guten Blocks fanden Jordan Richards, Christoph Hänggi und Leandro Gerber gegen die Lausanne bei der Cup-Finalhauptprobe kein Rezept.

Trotz guten Blocks fanden Jordan Richards, Christoph Hänggi und Leandro Gerber gegen die Lausanne bei der Cup-Finalhauptprobe kein Rezept.

Der TV Schönenwerd vergeigt den vierten Satz und verliert gegen Lausanne mit 1:3. Damit rückt die Finalqualifikation wie im Vorjahr bereits in weite Ferne.

Zum Abschluss der Qualifikation hatten die Schönenwerder Lausanne noch mit 3:1 besiegt. Die Waadtländer liefen damals aber nur im ersten Satz mit der Stammformation auf und überliessen dem TVS grosszügig die Punkte. Doch jetzt ist Playoff-Zeit, und in dieser gibt es keine Geschenke mehr. Nach Siegen gegen Näfels und Chênois in den bisherigen zwei Playoff-Partien entführte Lausanne auch aus der Erlimatthalle die drei Punkte und festigte damit seine Leaderposition.

Die Schlussphase der packenden Partie widerspiegelte den gesamten Matchverlauf perfekt. Es war ein Auf und Ab mit dem besseren – und auch etwas glücklicheren – Ende für die Waadtländer. Nach einer 23:19-Führung wähnten sich die Schönenwerder bereits im Tiebreak. Doch mit dem Punktgewinn vor Augen flatterten plötzlich die Nerven. Das Heimteam leistete sich Fehler um Fehler und mit dem sechsten Punk in Serie holte sich Lausanne doch noch den Dreier. Der vierte war nicht der einzige Satz, den die Schönenwerder vom Verlauf her niemals hätten verlieren dürfen.

Verkehrte Welten

Dafür gewannen die Niederämter den Startsatz, obwohl LUC tonangebend und mehrheitlich in Führung war. Nach einem Fehlstart mit mehreren Angriffsfehlern lag der TVS auch beim zweiten technischen Timeout noch weit zurück (11:16). Ein Service-Winner von Gerber zum 14:17 war dann aber das erste Zeichen für das Aufbäumen des Heimteams. Ein Block von Schnider gegen LUC-Topscorer Raksakaew, ein Fehler von Djokic und ein Hänggi-Block gegen Raksakaew, und schon stand es 18:18. Lausanne legte in der Money Time zwar noch einmal vor, aber ein starkes Finish mit vier Punkten in Serie brachte dem TVS die Führung nach Sätzen. Umgekehrtes Bild im zweiten Satz: In diesem gab Schönenwerd nämlich den Ton an und stieg verdient mit einer 21:18-Führung in die Schlussphase. In dieser gelang den Waadtländer die Wende mit drei Blocks in Serie; gegen Hänggi, Schnider und Richards. Beim Satzball erfüllte Chandon, der jeweils nur für den Aufschlag eingewechselt wurde, seine Aufgabe mit einem tückischen Aufschlag. Schönenwerd schaffte das Sideout nicht, stattdessen glich Raksakaew mit dem Punkt zum 25:23 für sein Team zum 1:1 aus.

Entscheidender zweiter Satz

Schnell erzählt ist die Geschichte vom dritten Satz. Dieser erinnerte aus TVS-Sicht phasenweise an das 12:25-Debakel im dritten Satz am Samstag gegen Amriswil. 5:8 und 9:16 hiess es bei den technischen Timeouts. Diesmal liess sich der TVS aber nicht vorführen. Der Satz war zwar weg, aber immerhin liess sich das Team von Trainer Bujar Dervisaj nicht gehen und betrieb noch etwas Resultatkosmetik. Ebenfalls ein gutes Zeichen für die intakte Moral der Schönenwerder: Im vierten Satz kamen sie trotz frühem 1:5-Rückstand noch einmal zurück. Es war Christoph Hänggi, der die Solothurner mit spektakulären Blocks kurz vor dem technischen Timeout sogar in Führung brachte. Nach einem Ass sowie einem Service-Winner vom Australier Jordan Richards und einem Fehler von LUC-Passeur Larry Carrel zum 20:17 schien das 2:2 nach Sätzen Tatsache. Doch dann folgte die eine Schwächephase zu viel.

«Es war ein Spiel mit zwei Teams auf Augenhöhe, Lausanne war um ein Quäntchen besser und hat den Sieg deshalb verdient», lautete das Fazit von Teammanager Daniel Bühlmann. Gegen ein Top-Team wie LUC könne man sich keine Fehler leisten: «Wir hatten leider zu viele Ups und Downs im Spiel und trafen ein, zwei falsche Entscheidungen in den wichtigen Phasen.» Bühlmann haderte vor allem mit dem Verlust des zweiten Satzes. «Den dürfen wir nicht abgeben. Der zweite Satz war vorentscheidend in diesem Sechs-Punkte-Spiel. Vielleicht sogar für den weiteren Verlauf der Meisterschaft.» Die Wiederholung des letztjährigen Coups, der Finaleinzug, ist für den TV Schönenwerd in weite Ferne gerückt. Der Rückstand auf das zweitplatzierte Lugano beträgt bereits sieben Punkte.

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