Handball
TV Zofingen meldet das Fanionteam für nächste Saison nicht mehr

«Die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen sind nicht vorhanden», sagt Präsident Herbert H. Scholl. Das Fanionteam des TV Zofingen ist nächste Saison nicht mehr dabei.

Michael Wyss
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Ernüchterung: Das Fanionteam des TV Zofingen (im Bild Samuel Schärer (links) und Alexander Milovanovic) wird am Ende der Saison zurückgezogen. Otto Lüscher

Ernüchterung: Das Fanionteam des TV Zofingen (im Bild Samuel Schärer (links) und Alexander Milovanovic) wird am Ende der Saison zurückgezogen. Otto Lüscher

OTTO LUESCHER AARAU

Von der «Vision 2020» ist nur das rot leuchtende Plakat geblieben, das an den Heimspielen des TV Zofingen jeweils unübersehbar in der Mitte der BZZ-Halle aufgehängt wurde. Das damit formulierte Ziel des Traditionsklubs und zweimaligen Schweizer Meisters war es, sich bis ins Jahr 2020 wieder in der höchsten Liga zu etablieren.

Dazu kommt es nun aber mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht, denn der TVZ hat sich dazu entschieden, praktisch neu anzufangen. Der sportliche Abstieg in die 1. Liga drohte schon seit langem, doch jetzt entschloss sich der Vorstand einstimmig dazu, die nächste Zeit nur noch auf Breitensport (2. und 3. Liga) und Juniorenförderung zu setzen.

«Die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen sind nicht vorhanden», erklärt TVZ-Handball-Präsident Herbert H. Scholl, «der Nachwuchs fehlt und um Aufwandsentschädigungen für auswärtige Spieler zu zahlen, reicht es nicht.» Enttäuscht sei er nicht, dass es so weit gekommen ist, betont Scholl, «ich bin ein Realist. In schwierigen Situationen muss man schwierige Entscheide treffen. Und schliesslich wollen wir damit dafür sorgen, dass der Verein nicht gefährdet wird. Wir wollen keinen finanziellen Kollaps riskieren und werden auch dieses Vereinsjahr ohne Schulden abschliessen.»

Entscheidende Fehler seien vom Vorstand nicht gemacht worden, ist Herbert H. Scholl sicher, «wir haben den personellen Ressourcen entsprechend immer möglichst viele Gespräche mit Spielern und potenziellen Sponsoren geführt.» Ausschlaggebend für die negative Entwicklung seien andere Faktoren: «Die momentane wirtschaftliche Situation ist bekanntermassen nicht besonders gut, für grosse Sponsorings fehlt vielen Firmen das Geld. Ausserdem hat in den letzten Jahren die Vielfalt der Sportarten zugenommen und es gab dadurch eine Zersplitterung der Sponsoringgelder. Die Zeiten sind vorbei, in denen es in der Region mehr oder weniger nur Fussball und Handball gab», sagt Scholl.

Der Handball soll in Zofingen trotz des Zurückbuchstabierens auch in Zukunft auf keinen Fall von der Bildfläche verschwinden. «Fest steht nur, dass wir uns mit diesem Entscheid sicher für die nächsten drei, vier Jahre vom Leistungshandball verabschiedet haben», erklärt der TVZ-Präsident, «wir müssen nun die eigene Juniorenbewegung forcieren und dem ganzen Verein eine Verschnaufpause gönnen.»

Spitzenhandball bleibt Thema

Ob der Angriff auf die interregionalen Plätze zu gegebener Zeit alleine oder mithilfe umliegender Vereine geschehen wird, ist noch nicht definiert. «Wir haben zuletzt den Kontakt mit dem HSC Suhr Aarau und dem HV Olten gesucht und aufgebaut», erklärt Herbert H. Scholl, «obwohl unser gemeinsames Projekt trotz intensiver Suche nach Unterstützern und Geldgebern nun nicht in die Tat umgesetzt werden kann, werden wir in Zukunft versuchen, eine gute Zusammenarbeit zu pflegen. Wie heisst es doch so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.»

An vorderster Front engagieren wollen sich beim TV Zofingen auch dieselben Personen wie bisher: «Der Vorstand macht weiter und will dafür sorgen, den Verein zu stabilisieren.»

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