Turnen
TV Stein holt sich auch in Brugg die Krone

Vor sechs Jahren gewann die Jugend des TV Stein das Aargauer Kantonalturnfest. Haben die Steiner gestern in Brugg ihren Titel verteidigt?

Jonas Burch
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Die Jugend vom TV Stein ist auch in Brugg das Mass der Dinge. j. burch

Die Jugend vom TV Stein ist auch in Brugg das Mass der Dinge. j. burch

Solothurner Zeitung

Zofingen 2005. Die Steiner Turnjugend gewinnt beim letzten Kantonalturnfest mit 27.65 Schlusspunkten. Ein Prestige-Erfolg für die beschauliche Gemeinde nahe der deutschen Grenze. Auch sechs Jahre später führt kein Weg an Titelverteidiger Stein vorbei. Mittendrin: Walter Leimgruber, der seit 1994 die Juniorenabteilung leitet. Für ihn ist klar: «Im Vordergrund steht der Spass. Trotzdem wollen wir auch in diesem Jahr oben mitmischen.»

Gestern. 12.30 Uhr. Stadion Au. Soeben hat der TV Stein mit der Pendelstafette die Erste von acht Disziplinen absolviert. «Abgesehen von ein paar Wechselfehlern bin ich mit dem Auftakt zufrieden», sagt Walter Leimgruber. Nach der Stafette zieht sich der Tross in die unweit gelegene Unterkunft zurück. Besprechung. Stärkung. Aufwärmen für die nächste Disziplin.

«Highlight des Tages»

Angereist sind die Steiner mit rund 50 Kindern im Alter von 7 bis 16 Jahren. «Etwa ein Drittel der Kinder war auch 2005 in Zofingen dabei», so Leimgruber. Die acht Disziplinen werden unter den zehn Junioren-Trainern aufgeteilt. Neben der Pendelstafette betreut Leimgruber zusammen mit Ehefrau Maggie und Tochter Daniela die Kinder im Weitsprung und dem Spielparcours.

13.42 Uhr. Weitsprung steht an. «Lauft einfach durch, auch wenn ihr euch mit dem Anlauf nicht sicher seid», motiviert Leimgruber seinen Nachwuchs. Mit 4.81 Metern schafft Selina Mbiyavanga den besten Sprung der Mannschaft. «Für mich sicher das Highlight des Tages», strahlt die 16-Jährige. Trotzdem ist der Leiter nicht ganz zufrieden: «Die Kinder waren etwas zu nervös vor den Sprüngen.» Nun gut. Jetzt heisst es wieder: Besprechung. Stärkung. Aufwärmen für die nächste Disziplin.

Hindernisslauf mit Hockeyschläger

15.25 Uhr. Schlussspurt im Spielparcours, wo die Kinder mit einem Unihockey-Schläger diverse Hindernisse passieren müssen. «Chom Padi, chom!», heizen die Kinder ihren Teamkameraden an. Leimgruber fiebert mit, gibt letzte Anweisungen: «Jawoll, häng di nomol ine.» Fünf Minuten später ist das Abenteuer Kantonalturnfest vorbei. «Im Spielparcours hätte ich bessere Zeiten erwartet. Ich denke aber, dass wir auch diesmal oben mit dabei sind.» Erfreulich: In der Paradedisziplin, dem Weitwurf, haben die Steiner gleich drei Tages-Bestzeiten geworfen.

Bis zur Rangverkündung wird im Lager diskutiert, spekuliert und gezittert. Bei der Rangverkündung um 18.00 Uhr ist klar: Ja, es hat gereicht. Nach Zofingen ist Stein auch in Brugg das Mass aller Dinge. Mit 28.31 Schlusspunkten bleibt die Krone im Fricktal. «Ich bin unglaublich stolz auf diese Leistung», freut sich Leimgruber. Steinige Zeiten also für die Konkurrenz – sie kann sich nur ehrfürchtig verneigen.

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