Handball

TV Möhlin: Spektakuläres Remis gegen Birsfelden

Marcus Hock wird nach dem Sensationstor gefeiert.

Marcus Hock wird nach dem Sensationstor gefeiert.

Im siebten NLB-Spiel zuhause gegen Birsfelden fehlte wenig und der TV Möhlin wäre als knapper Verlierer vom Feld gegangen. Aber Marcus Hock glückte mit seinem letzten Freiwurf durch die Abwehrmauer des Gegners die Sensation: Ausgleich zum 20:20.

Dieses Unentschieden fühlte sich wie ein Sieg an, wenigstens wenn man die ultimativen vierzig Sekunden vor Ende der Partie rekapituliert: Die 59. Minute war angebrochen und 19 Sekunden später schoss Sandro Soder den Anschlusstreffer zum 19:20. Unmittelbar danach verlangte Birsfeldens Trainer Reichmuth seine Auszeit und einen Spielzug später tat es ihm Möhlins Coach Cordas gleich. Die Teams wurden «taktisch» instruiert und konnten zum Schlussspurt ansetzen.

Diese Angriffe entpuppten sich als hektische und gefährliche Seitenwechsel: Die Zeit blieb eigentlich schon auf Ende zweiter Halbzeit stehen, als Birsfeldens Trainer noch verwarnt wurde und aus dem Spiel selbst ein Freiwurf für Möhlin resultierte. So kam es, dass Marcus Hock sich bereitmachte, allein an der Freiwurflinie, vor sich die gesamte Birsfelder Abwehrformation.

Er holte mit seinem rechten Wurfarm aus, fiel leicht zur linken Seite, was die Birsfelder Männergarde simultan auch in diese Richtung kippen liess und der wuchtig abgegebene Ball erwischte tatsächlich jene Lücke, die ihn, zwar touchiert, am verdutzten Goalie Thomas Braun vorbei, ins Tor kullern liess. Diese Szene riss die Zuschauer von den Sitzen und löste unendliche Beifallsstürme aus! War das jetzt das Liga-Tor der Saison? Egal, Hock und seine Männer fielen sich euphorisch in die Arme und jubelten!

Verhaltener Start der Partie

Die Partie mit rekordverdächtigen 600 Zuschauern startete mit zwei Paraden von Torwart Rok Jelovcan und der 0:1-Führung durch einen zugesprochenen Siebenmeter für die Gäste. Kurz darauf antwortete Hock mit dem Ausgleich für seine Mannschaft. Danach erfolgten wenig Treffer auf beiden Seiten, dafür leuchteten in regelmässigem Wechsel die gelben Karten.

Die erste Zeitstrafe gegen Birsfeldens Spänhauer in der 12. Minute, wegen eines Fouls an Hock, bescherte Möhlin nun leichten Aufwind und Jonas Buholzer war es dann, welcher sein Team mit 5:3 weiter in Führung brachte. Als auch Joel Sala Möhlins Rückraumspieler Sebastian Kaiser zu Fall brachte und damit ein weiterer Penalty anstand, erzielte wieder Hock ohne Kompromisse das 6:3. Birsfelden kämpfte sich aber nochmals bis auf ein Tor heran, ehe danach Möhlin bis zur Pause einen zwei-Tore-Vorsprung zum 11:9 gutschreiben konnte.

In den zweiten dreissig Minuten spürte man Birsfeldens Wille, im Steinli unbedingt zwei wichtige Tabellenpunkte holen zu wollen. Dementsprechend setzten sie volle Kraft in die Angriffswelle und Möhlin musste engagiert verteidigen. Die Defensive arbeitete gut, aber vorne schlichen sich schwache Minuten ein. In der 40. Minute erzielte Birsfeldens Marco Müller den Ausgleich und der TVM verballerte im Gegenzug zu viel.

Lange zehn Spielminuten verstrichen, ehe die Fricktaler endlich einnetzten. Keeper Jelovcan nahm in diesen bangen Momenten seine Aufgabe besonders war und parierte mit 46% souverän! Aber schlussendlich riss Birsfelden die Führung an sich und behielt sie (in der 55. Minute gar 16:19) bis zur letzten Minute bei, bis Möhlin mit erwähnter Schlussszene, die schon greifbare Niederlage noch abwenden konnte.

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