Handball

TV Endingen will an der Herausforderung wachsen

Leistungsträger Marvin Lier.

Leistungsträger Marvin Lier.

Der TV Endingen startet als Aufsteiger und klarer Aussenseiter in die NLA-Meisterschaft. Die TRupe von Trainer Zoltan Cordas ist im Schnitt keine 20 Jahre alt. Gestandene Handballer sucht man vergeblich. Die Saison dürfte hart werden.

Die Wahrscheinlichkeit eines Lotto-Sechsers ist 1:8145060 – quasi null. Zoltan Cordas, der Trainer des Aufsteigers Endingen, zieht die Wahrscheinlichkeit des Lotto-Sechsers heran, wenn er auf die Chancen seiner Equipe in der kommenden Nationalliga-A-Saison zu sprechen kommt. «Können wir uns halten, ist das ein Lotto-Volltreffer.» Ist das nur Understatement?

Ist es nicht. Gegen die Surbtaler spricht einiges: der neue Modus mit der Reduktion der höchsten Liga von 12 auf 10 Equipen, die Geschichte von Endingens Handball – «wir sind ein Liftklub» (Cordas), wie auch das Potenzial der aktuellen Equipe. Dennoch, eine Lachnummer abgeben wollen die Endinger nicht. Sie und ihr Coach haben sich konzentriert und sich intensiv wie noch nie auf die kommenden Aufgaben vorbereitet. Und Cordas sagt: «Wir werden uns mit Händen und Füssen wehren und tun alles, um uns nicht zu blamieren.»

Im Durchschnitt keine 20 Jahre alt

«Wie eine grosse Familie», erlebt Cordas sein Team. Gestandene Handballer fehlen darin. Das Durchschnittalter beträgt knapp 20 Jahre. Rekordverdächtig tief ist dies für die höchste Spielklasse. Die Folge: Es fehlt an Erfahrung, an technisch-taktischer Reife. Schier identisch mit dem letztjährigen Aufstiegskader treten die Endinger an.

Leistungsträger gibt’s keine, höchstens Dominik Rosenberg (Tor), Stefan Huwyler (Spielmacher) oder Marvin Lier (Flügel links). Dabei handelt es sich um Spieler, die der überzeugenden Schweizer Equipe an der U-19-WM in Argentinien (6. Platz) angehörten. Aber Cordas gibt zu bedenken: «Das sind noch längst keine gestandenen Handballer, Unbekümmertheit und Begeisterung allein werden in der NLA nicht reichen.»

Kein Geld für Ausländer

Verstärkung ennet der Landesgrenzen suchten die Endinger nicht – weil das Geld fehlt, weil es solche Aktivitäten nicht zur Philosophie passen würden, aber auch, «weil solche Panikeinkäufe den Erfolg längst nicht garantieren». So fehlt ein sogenannter «Shooter». Die Folge: «Wir müssen jedes Tor hart erarbeiten.» (Cordas)

Die Automatismen, die Abläufe im schnellen und attraktiven Spiel sind noch zu verfeinern. Im Trainingslager übers vergangene Wochenende in Österreich zeigten sich gute Ansätze. Vor allem Einsatzbereitschaft und Wille waren erstklassig. Und noch lassen sich die Endinger etwas Zeit. Wenn an diesen Freitag die Meisterschaft offiziell beginnt, schieben sie den Auftakt gedanklich hinaus. «Die Kadetten Schaffhausen und der BSV Bern liegen ausser Reichweite, für uns beginnt die Meisterschaft mit dem Spiel gegen Stäfa eine Woche später», sagt Cordas.

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