Turf in Aarau
Premiere ausgerechnet im Grossen Preis der Schweiz

Dem Schimmel Baraka de Thaix gelingt nach langem Anlauf zum ersten Mal im Aarauer Schachen ein Sieg. Am zweiten Herbst-Renntag kamen 5500 Zuschauer, die am Wettschalter insgesamt 55 000 Franken umsetzten.

Ueli Wild
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Sieger Baraka de Thaix (links) und Bergerac beim zweiten Tribünensprung.

Sieger Baraka de Thaix (links) und Bergerac beim zweiten Tribünensprung.

Ueli Wild

Fünf statt der auf der Starterliste figurierenden sechs Pferde nahmen den 73. Grossen Preis der Schweiz in Angriff. Der zweifache GP-Schweiz-Sieger Fabulous Valley war in Iffezheim bei Trainer Waldemar Himmel im Stall geblieben. Wie sein Dulliker Besitzer Hans-Rudolf Maurer am Samstagabend gegenüber dem Online-Portal horseracing.ch erklärte, war beim Sieger von 2017 und 2018 ein warmer Fesselkopf festgestellt worden. An einen Start des zehnjährigen Wallachs war unter diesen Umständen nicht zu denken.

Aus fünf wurden schnell nur noch vier Paare

Das Rennen im Schachen war noch keine Minute alt, als das schon kleine Feld weiter schrumpfte: Feux de Bois wurde beim ersten Tribünensprung reiterlos. Bis dahin hatte der zehnjährige Schimmel Baraka de Thaix die Pace gemacht. Mit dem Schwung, der ihn über das Hindernis getragen hatte, sprang sich an dieser Stelle nun der in den Farben von Hans-Peter Sorg laufende französische Gast Roi d’Etoile in Front. Baraka de Thaix und Bergerac, die beiden in Dielsdorf von Chantal Zollet trainierten Konkurrenten, waren die ersten Verfolger des Fünfjährigen. Derweil zügelte Trainer Jürg Langmeier vorerst den Offensivgeist des Wettfavoriten Candalex und liess diesen an vierter Stelle galoppieren.

Unmittelbar vor dem zweiten Tribünensprung verlangsamte Roi d’Etoile leicht. Die andern drei Pferde nahmen das Hindernis vor ihm und der französische Gast, wohl von der Erfahrung geleitet, dass sich solche Hecken üblicherweise wischen lassen, sprang viel zu tief. Zwar konnte sich Corentin Smeulders im Sattel halten, doch das Pferd war aus dem Tritt geraten und hatte mit dem Kampf um den Sieg nichts mehr zu tun. Vorne galoppierten die beiden Zollet-Pferde gemeinsam ihren Strich, und als Jürg Langmeier Candalex grünes Licht für den Angriff auf das führende Duo gab, blieb die zuvor nicht zugelassene Beschleunigung aus.

Baraka de Thaix siegte so unter dem Franzosen Ludovic Philipperon überlegen, sieben Längen vor seinem Trainingsgefährten Bergerac (Damien Mescam). Der im Besitz des Thurgauer Ehepaars Michael und Saskia Schmid stehende Schimmel hatte schon seine bisherigen drei Hindernisrennen dieser Saison in Dielsdorf gewonnen.

In Aarau war dem sonst erfolgreichen Zehnjährigen jedoch in seiner ganzen Karriere noch kein Sieg gelungen. Nun räumten die beiden Zollet-Schützlinge rund drei Viertel des Preisgeldes von insgesamt 40000 Franken aus dem Swisslos- Sportfonds des Kantons Aargau und der Stadt Aarau ab. Candalex wurde Dritter, Roi d’Etoile Vierter.

Aargauer Stall Bracher mit erfolgreichem Tag

Im Rahmenprogramm feierte bei den Trabern der Aargauer Stall Bracher aus Mülligen einen erfolgreichen Tag. Bombastic du Merle siegte in der Hand seines Trainers Heiner Bracher, der später mit Everlasting Love noch einen zweiten und mit Hestia Mesange einen dritten Platz herausfuhr. Die von ARV-Vorstandsmitglied Michael Huber gerittenen Pferde des Reinacher Trainers Hansjörg Speck kamen zu zwei zweiten Plätzen: Im Hürdenrennen musste Vaihau Gold Street vor sich dulden, im Cross Country gelang Jürg Langmeiers Galant du Chenet die Revanche gegen die vor zwei Wochen siegreiche Speck-Stute Etoile des Vernes.

Am Wettschalter setzten die gut 5500 Zuschauer etwas mehr als 55000 Franken um.

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