NLA-Handball

Trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung: Der TV Endingen verliert zu Hause gegen den BSV Bern mit 27:34

TVE-Topskorer Justin Larouche nach der Niederlage gegen den BSV Bern: «Das Resultat wird dem Spielverlauf nicht gerecht.»

TVE-Topskorer Justin Larouche nach der Niederlage gegen den BSV Bern: «Das Resultat wird dem Spielverlauf nicht gerecht.»

Der TV Endingen kassiert gegen den BSV Bern zu Hause eine klare Niederlage. Und das, obwohl das Team von Trainer Zoltan Majeri in der GoEasy-Arena in der ersten Halbzeit zwischenzeitlich mit fünf Treffern geführt hatte. Zur Pause waren die Surbtaler dann allerdings nur noch mit 16:15 vorne gelegen.

Die Startphase in die Partie zwischen dem TV Endingen und dem BSV Bern verläuft ausgeglichen. Und so lautet der Spielstand nach rund sechseinhalb Minuten folgerichtig 5:5 unentschieden. Bis zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich auf Seiten des Heimteams der linke Flügel Noah Grau als Doppeltorschütze aus.

In der 10. Spielminute geht der TVE erstmals in dieser Partie in Führung (6:5) – und das ausgerechnet in Unterzahl. Eine knappe Minute später sieht es sogar noch besser aus für die Surbtaler: Milomir Radovanovic trifft im Gegenstoss nach einem Technischen Fehler im BSV-Angriff zum 7:5. Und auch auf den nächsten Angriff der Gäste haben die Surbtaler eine Antwort: Vit Schams pariert den Wurf seines letztjährigen Teamkollegen Claudio Vögtli und Noah Grau verwandelt den schnellen Gegenstoss nach knapp elfeinhalb Spielminuten eiskalt zum 8:5.

In der Folge verläuft das Spielgeschehen wieder ausgeglichener und die Teams wechseln sich in einem offensiven Schlagabtausch mit Toreschiessen ab. Noch vor Ablauf der 14. Minute erzielen die Endinger in Person von Lukas Riechsteiner ihren zehnten Treffer (10:7). Obwohl das Spiel des Heimteams in den folgenden Minuten einen kleinen Bruch erleidet und die Berner zwischenzeitlich auf 9:10 aufschliessen, liegt der TVE in der 19. Minute wieder mit drei Treffern (12:9) vorne.

Sechseinhalb Minuten vor der Pause legen die Endinger erstmals mit vier, eine knappe Minute später mit fünf Treffern vor (16:11). Es läuft in dieser Phase rund beim Heimteam und dessen Torhüter Schams hat mit sechs Paraden und einer Abwehrquote von 36 Prozent einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran. BSV-Trainer Aleksander Stevic sieht sich jedenfalls noch vor Ablauf der 25. Minute dazu gezwungen, sein zweites Team-Timeout zu beziehen und lautstark auf seine Mannschaft einzureden.

Allein: Die Worte des Trainers scheinen ihre Wirkung zumindest vorerst zu verfehlen. Gleich den nächsten BSV-Wurf pariert Schams erneut, in der Offensive weiss Larouche unter Druck des angezeigten Zeitspiels die Vorarbeit seines Schlussmanns aber nicht zu veredeln – er scheitert mit seinem Wurf in der 27. Minute an der Latte.

In der Folge tut sich das Heimteam in der Offensive plötzlich enorm schwer und muss den Gegner deshalb bis zur Pausensirene Tor um Tor wieder bis auf einen einzigen Treffer Differenz heran kommen lassen. Der TVE führt deshalb gegen den BSV nach 30 hektischen Spielminuten «nur» noch mit 16:15.

Auftakt in die zweite Halbzeit missglückt

Der zweite Durchgang beginnt gleich, wie der erste aufgehört hat. Zwar starten die Endinger mit Ballbesitz, wissen diesen Vorteil aber nicht umzusetzen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Nach je einem Technischen Fehler und einem fehlgeschlagenen Wurfversuch liegt der TVE nur 77 Sekunden nach Wiederanpfiff erstmals seit der 7. Spielminute wieder im Hintertreffen (16:17).

Trotz zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand gleichen die Endinger die Partie in der 42. Minute wieder aus. Larouche trifft nach drei Schams-Paraden innert weniger Augenblicke zum 22:22. Exakt 13 Minuten vor der Schlusssirene ist es ausgerechnet der auf diese Saison hin vom TVE zum BSV gewechselte Claudio Vögtli, der seine neuen Farben im Konter mit 25:23 in Führung und bringt damit den TVE wieder mit zwei Längen ins Hintertreffen.

Etwas mehr als neun Minuten vor dem Ende der Partie sieht es für den TVE noch schlechter aus: Nachdem Radovanovic in der Offensive am gegnerischen Torhüter gescheitert ist, kassiert das Heimteam das 24:27 und liegt erstmals in dieser Partie mit drei Treffern zurück.

In der Folge lässt TVE-Trainer Zoltan Majeri seine Mannschaft mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters angreifen, was aber vorerst nicht reicht, um die nun nötige Aufholjagd zu starten. Knapp sieben Minuten vor dem Ende bezieht Majeri sein zweites Team-Timeout und erteilt beim Stand von 25:28 noch einmal Anweisungen, wie der Punktgewinn doch noch drin liegen soll.

Wenige Augenblicke nachdem das Spiel wieder läuft leistet sich Radovanovic einen folgenschweren Fehlpass: Denn mittels Siebenmeter kassieren die Endinger nun das 25:29 und liegen erstmals mit vier Treffern zurück. Die Lage des TVE scheint nun aussichtslos.

Und es kommt noch schlimmer: Nur wenige Sekunden später liegt der TVE gar mit 25:30 zurück. Da sorgt auch nicht mehr für grosse Euphorie, dass dem rechten TVE-Flügel Oliver Mauron – zu diesem Zeitpunkt mit sieben Treffern der erfolgreichste TVE-Werfer – im nächsten Angriff das 26:30 gelingt.

Dann ist die Luft endgültig raus: Bis zur Schlusssirene leisten sich die Endinger Technische Fehler gleich im Multipack und so geht dieses Heimspiel trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung in der ersten Halbzeit schliesslich deutlich mit 27:34 verloren.

«Resultat wird dem Spiel nicht gerecht»

«Das Resultat wird dem Spiel nicht gerecht. Wir werden nun analysieren, was gut und was schlecht war und dann lernen wir daraus», sagt TVE-Topskorer Justin Larouche nach der Schlusssirene. Zusammen mit Flügelspieler Noah Grau und Rückraumspieler Milomir Radovanovic teilte sich der auf diese Saison hin neu verpflichtete Kanadier mit fünf Treffern den gemeinsamen zweiten Rang in der Rangliste der erfolgreichsten TVE-Werfer der Partie. Die Nummer 1 ging an Oliver Mauran, der sieben Mal erfolgreich war.

Klar ist für ihn: «Wir sind eine sehr junge Mannschaft und sind es uns nicht gewohnt, mit fünf zu führen. Als wir 16:11 geführt haben, haben wir aufgehört, anzugreifen. Ich bin überzeugt, dass es anders ausgesehen hätte, wenn wir zur Pause mit drei statt nur noch einem Treffer geführt hätten.»

Dichtes Programm in den kommenden zwei Wochen

Hätte, wäre, wenn. In den kommenden Wochen geht es nun Schlag auf Schlag: Bereits am kommenden Mittwoch, 7. Oktober, steht mit dem Auswärtsspiel beim HC Kriens-Luzern (Anpfiff: 19.30 Uhr) der nächste Meisterschaftseinsatz an. Drei Tage darauf gastiert GC Amicitia am Samstag, 10. Oktober, in der GoEasy-Arena.

Vier Tage später steht am Mittwoch, 14. Oktober, der Cup-Achtelfinal auswärts gegen NLB-Klub Handball Stäfa auf dem Programm. Und wiederum vier Tage später trifft der TVE am Sonntag, 18. Oktober, auswärts auf St. Otmar St. Gallen.

TVE erstmals in den neuen Trikots mit Namenssponsoren

Eine aus Endinger Sicht erfreuliche Nachricht gab es eine knappe halbe Stunde vor Spielbeginn: Endlich sind die neuen TVE-Trikots da. Eigentlich hätten die Captain Christian Riechsteiner und Co. bereits zu Saisonbeginn Anfang September darin auflaufen wollen.

Die beiden langzeitverletzten TVE-Spieler Joel Huesmann (l.) und Leonard Pejkovic posieren mit dem neuen Trikot mit den aufgedruckten Namenssponsoren.

Die beiden langzeitverletzten TVE-Spieler Joel Huesmann (l.) und Leonard Pejkovic posieren mit dem neuen Trikot mit den aufgedruckten Namenssponsoren.

Nun ist es einen Monat später so weit und ein Teil der Surbtaler Fans kann sich seinen Idolen auf der Platte ganz nah fühlen. 189 Namenssponsoren hatten sich im Frühling dieses Privileg im Rahmen der Aktion «Schenk euis din Name» je 100 Franken kosten lassen.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

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