Leichtathletik
Trotz Verletzung die Europameisterschaft im Visier

Der 800-Meter-Läufer Jan Hochstrasser aus Safenwil startet aufgrund einer hartnäckigen Verletzung mit Verspätung in die Freiluft-Saison. Obwohl er nur wenige Laufeinheiten absolvierte, sieht er einer EM-Teilnahme zuversichtlich entgegen.

Pascal Kamber
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Die Heim-EM im Blickfeld: Jan Hochstrasser.

Die Heim-EM im Blickfeld: Jan Hochstrasser.

Noch liegt die Leichtathletik-Europameisterschaft vom 12. bis 17. August in Zürich in weiter Ferne. Für Jan Hochstrasser scheint die verbleibende Zeit bis zum Grossanlass trotzdem knapp zu werden. Der 25-jährige Safenwiler hat eben erst eine hartnäckige Entzündung der Oberschenkelsehne am Kniescheiben-Ansatz auskuriert und befindet sich nun am Anfang der Aufbauphase für die Freiluft-Saison. «Eng wird es sicher», bestätigt Jan Hochstrasser.

«Aber das wäre es auch ohne Verletzung geworden, weil ich die Limite im letzten Jahr nicht gepackt habe.» Grundsätzlich fehlen dem 800-Meter-Läufer vom BTV Aarau rund zweieinhalb Monate Lauftraining, das er aber mit Einheiten auf dem Hometrainer oder mittels Wasserkraft-Übungen zu kompensieren versucht hat.

Jetzt, nachdem die Entzündung abgeklungen ist, soll das Laufgefühl wieder hergestellt werden. «Ich kann bereits vorsichtig und ohne Beschwerden trainieren, will aber den Umfang noch nicht gross steigern», sagt Jan Hochstrasser, der sich mit dem Aufbau bewusst Zeit lassen will.

Der Fahrplan stimmt

Anfangs Mai stehen für ihn Vorbereitungswettkämpfe auf dem Programm, gefolgt von einem Trainingsblock am Ende des Monats. Die ersten 800-Meter-Läufe, in welchen Hochstrasser die EM-Limite anpeilen wird, sind Ende Juni und im Juli geplant. Sein EM-Fahrplan stimmt also, obwohl der Saisonstart etwas verspätet erfolgen wird. Deshalb lässt sich das frühere Mitglied vom TV Zofingen Leichtathletik nicht aus der Ruhe bringen. «Ich bin zuversichtlich, dass ich rechtzeitig in Form komme und schnell laufen kann», sagt der schnellste Schweizer 800-Meter-Läufer der Gegenwart.

Um fast eine Sekunde verbessern

Schnell laufen bedeutet für Jan Hochstrasser, bis zum 2. August die von Swiss Athletics festgelegte Limite von 1:47:80 Minuten zu unterbieten. Weil seine im letzten Jahr aufgestellte Bestzeit bei 1:48:69 liegt, muss sich der Betriebsökonomie-Student um 89 Hundertstelsekunden steigern, um Mitte August in Zürich dabei zu sein.

Was auf den ersten Blick nach viel klingt, erachtet Jan Hochstrasser als realistisches Ziel. «Wenn ich ein Rennen mit hohem Tempo und wenigen Positionskämpfen erwische, flüssig zulaufen kann und meine Form stimmt, ist eine massiv schnellere Zeit möglich», erklärt er.

Weil die 800-Meter-Läufe aber meist vom taktischen Verhalten der Teilnehmer geprägt ist, dürfte das Unterfangen schwierig werden – aber nicht unmöglich. «Meine Bestzeit lief ich letztes Jahr keineswegs in einem perfekten Rennen, es war eher ein Stop-und-Go-Lauf», sagt Hochstrasser, der aus dieser Erkenntnis viel Hoffnung schöpft.

EM als Motivationsspritze

Auch wenn ihm bewusst ist, dass er die EM-Limite nicht im Vorbeigehen laufen wird, blickt Jan Hochstrasser dieser Herausforderung zuversichtlich entgegen. Die Teilnahme an der Europameisterschaft im eigenen Land stellt für ihn eine einmalige Chance dar. «Das ist doch eine tolle Motivation für das tägliche Training», sagt Hochstrasser.

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