Challenge League
Trotz Unterzahl: Der FC Wohlen sichert sich ein 2:2-Unentschieden gegen Neuchâtel Xamax

Es ist ein Remis, das in Ordnung geht. Kein Team überzeugte heute vollends. Für Wohlen ist dieser Punktgewinn aber ein Akt der Moral, in Unterzahl konnte man die Niederlage doch noch abwenden.

Calvin Stettler
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Den FC Wohlen zeigte gegen Neuchâtel Xamax eine engagierte Leistung (Archivbild).

Den FC Wohlen zeigte gegen Neuchâtel Xamax eine engagierte Leistung (Archivbild).

Keystone

Eigentlich war das gerade ziemlich ansprechend, was dieser junge FC Wohlen in den Schlussminuten gegen dieses erfahrenere und talentiertere Xamax zeigte. 1:2 lag er in der 81. Minute noch zurück. Dann kam es eine Minute später zu diesem Ballgewinn in der eigenen Zone, gefolgt von diesem weiten Pass auf Captain Alain Schultz und dessen feinfühligem Lob über Xamax-Goalie Walthert. 2:2. Und das in Unterzahl. Ein gewonnener Punkt. Martin Rueda aber spricht in den Katakomben nicht viel vom Spiel. Klar sei es wichtig für die Moral gewesen, dass man zweimal einen Rückstand aufholen konnte. Und klar fehlten auch an diesem Abend einige Leistungsträger. Mehr aber beschäftigt Rueda das plötzliche Ohnmachtsgefühl in der Liga. Sowohl die Aufstiegs- wie auch die Abstiegsfrage ist frühzeitig geklärt. Lausanne kann heute gegen Chiasso die Super-League-Rückkehr perfekt machen. Und, weil die Liga dem finanziell gebeutelten FC Biel vergangene Woche die Lizenz entzog, stehen die Seeländer bereits als Absteiger fest. Die Tatsache, dass der FC Wohlen sein Saisonziel, den Ligaerhalt, somit sichergestellt hat, geht beinahe unter.

Die Saison ist gelaufen. Oder wie es Rueda sagt: «Die Spannung ist draussen.» Der 53-Jährige stellt aber im gleichen Atemzug klar: «Es geht noch immer um Prämien und Verträge.» Diesen Sommer droht nämlich der nächste grosse Aderlass in der Garderobe des FC Wohlen. Kontrakte von zahlreichen Spielern – darunter auch solche, die mit Führungsaufgaben betraut sind – laufen aus. Zum Beispiel jener von Simon Grether, Christian Ianu oder Jöel Geissmann – um nur einige zu nennen. Erste Gespräche über Vertragsverlängerungen finden nächste Woche statt. «Ein Umbruch ist bei uns fast unvermeidlich», meint Coach Rueda.

Eine genaue Prognose, wie viele Spieler das Freiamt verlassen werden, wagt er aber nicht. Als Argument nennt er die letzte Saison: «Da meinten wir auch erst, dass wir die Mannschaft mehr oder weniger beisammen halten können und dann sind am Ende dann doch viele gegangen.» Es sind nämlich nicht nur die auslaufenden Verträge, deren Verlängerungen einem Kraftakt gleichen, sondern auch andere Klubs, die sich in den Poker einmischen. Jüngstes Beispiel: Samir Ramizi. Vergangene Woche unterschrieb der momentan verletzte Serbe in Neuenburg. Neben den wirtschaftlichen Gründen spielt wohl auch die Sprache eine Rolle. Ramizi spricht fliessend Französisch und verfügt nur über ein beschränktes Deutschvokabular. «Wir haben ihm damals bei seiner Verletzung signalisiert, dass wir ihn nicht hängen lassen», so ein enttäuschter Rueda. Als Dank folgt der Abgang. Die Frage ist nicht ob, sondern wie viele Wohler im Sommer ebenfalls diesen Weg einschlagen werden.

Wohlen – Neuchâtel Xamax 2:2 (1:1)

Niedermatten. – 450 Zuschauer. – SR: Klossner. – Tore: 9. Zbinden 0:1. 32. Lotti 1:1. 66. Chatton 1:2. 82. Schultz 2:2.

Wohlen: Kiassumbua; Urtic, Dünki, Bürgy, Kleiner; Grether, Geissmann, Minkwitz (88. Brown), Schultz; Graf (53. Castroman), Lotti (72. Weber).

Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Zesiger, Facchinetti; Di Nardo (89. Boillat), Mvengv (57. De Coulon), Akolo, Veloso; Senger, Zbinden (61. Chatton).

Bemerkungen: Wohlen ohne Muslin (gesperrt), Abegglen, Ramizi und Ianu (alle verletzt). Xamax ohne Delley und Doudin (beide gesperrt) sowie Afum, Challandes, Oberli, A. Sallaj und Witschi (alle verletzt).
Verwarnungen: 43. Geissmann (Foulspiel). 74. Weber (Foulspiel). Gelb-Rote-Karte: 69. Geissmann (Foulspiel).

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