Judo Brugg
Trotz Unentschieden ist Judo-Seriensieger Brugg mehr als zufrieden

Zum Auftakt der Judo-Mannschaftsmeisterschaft hat sich Seriensieger JJJC Brugg zu Hause gegen Cortaillod ein 14:14 erkämpft - trotz fehlenden Stammkräften und einem zu kurzen Kimono

Fabio Baranzini
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Neo-Brugger Naïm Matt (weiss) bestreitet den ersten Kampf des Tages gegen Alexandre Burli (blau) und bringt seine ersten NLA-Punkte ins Trockene
Neuzugang des JJJC Brugg aus Cheseaux - der junge Welschschweizer Naïm Matt (weiss) lässt sich bei seinem Debüt nicht unterkriegen und gewinnt

Judo Brugg

Benjamin Simmen

Brugg gegen Cortaillod – so lautete die Finalpaarung der letztjährigen Judo Mannschaftsmeisterschaft. Und so lautete auch die erste Begegnung der neuen Saison. Für Hochspannung war in der Sporthalle Mülimatt in Windisch also gesorgt, denn die Neuenburger wollten sich für die Finalpleite gegen Brugg revanchieren. Ein Unterfangen, das durchaus ein Erfolg hätte werden können, denn die Brugger mussten gleich auf vier Stammkräfte verzichten: Patrik Moser und Domenic Wenzinger fielen beide wegen einem Innenbandriss aus, Michael Iten weilte im Ausland und Aushängeschild Ciril Grossklaus musste krankheitshalber den derzeit stattfindenden Judo Grand Prix in Düsseldorf absagen und war folglich ebenfalls nur als Zuschauer anwesend.

Ärgerliche Disqualifikation

Trotz den vielen Ausfällen in den Reihen der Hausherren waren es die Brugger, die der Hinrunde den Stempel aufdrücken konnten. Routinier Benar Baltisberger (-66kg), sowie die debütierenden Rey Bähler (-66kg), Naïm Matt (-73kg) und Eduard Nicolaescu (-81kg) konnten ihre Kämpfe gewinnen. „Unsere Neuen konnten gleich zeigen, was sie drauf haben. Naïm und Rey haben super gekämpft und Eduard konnte gar gewinnen, obwohl er in einer höheren Gewichtsklasse angetreten ist, als er dies normalerweise tut“, lobte Ciril Grossklaus seine Teamkollegen. Dank diesen vier Siegen konnte der JJJC Brugg die Hinrunde mit 8:6 für sich entscheiden.

In der Rückrunde war es dann aber ausgerechnet der gebürtige Rumäne Nicolaescu, der seit einem Jahr regelmässig in Brugg trainiert und mit seiner Frau in Spreitenbach wohnt, der sich einen ärgerlichen Patzer leistete. Er wurde disqualifiziert, weil die Ärmel seines Kimonos – die Wettkampfkleidung im Judo – zu kurz waren. „Die Ärmel müssen bei ausgestreckten Armen genau bis zum Handgelenk reichen. Bei Eduard waren sie zwei Zentimeter zu kurz. Das ist natürlich ein verschenkter Punkt“, so Grossklaus. Bähler, Matt und Baltisberger brachten wie bereits in der Hinrunde ihre Kämpfe sicher ins Trockene. Allesamt mit der Höchstwertung Ippon. Da jedoch die restlichen drei Duelle alle an die Neuenburger gingen, verlor Brugg die Rückrunde mit 6:8. Das Schlussresultat lautete damit 14:14.

Titel Nummer 10 im Visier
Ein Unentschieden, mit dem die Brugger aber mehr als zufrieden sind. „Cortaillod ist der stärkste Gegner in der Liga und wir haben trotz vier fehlenden Stammkräften und einer Disqualifikation ein Unentschieden geholt. Das ist eine sehr starke Leistung“, sagt Grossklaus. Obwohl der 24-jährige Weltklasse Judoka, der auf bestem Weg ist, sich für die Olympischen Spiele in Rio zu qualifizieren, voraussichtlich bis im Herbst in der Meisterschaft nicht für den JJJC Brugg auflaufen wird, ist die Zielsetzung der Brugger klar: Titel Nummer 10 in Serie soll her. „Das ist ganz klar unser Ziel, denn der Meisterschaftsfinal findet in diesem Jahr bei uns in Brugg statt. Das ist natürlich eine Zusatzmotivation“, sagt Grossklaus, der bei den alles entscheidenden Duellen wieder dabei wäre.

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