Trotz des nicht gerade sommerlichen Wetters fanden sich gestern 7500 Motorsportfans an der Strecke des Bergrennens in Reitnau ein. 210 Fahrer waren in den verschiedenen Kategorien am Start – so viele wie noch nie. Wie schon im Vorjahr war Eric Berguerand aus Martigny der schnellste. Er sicherte sich den Tagessieg und absolvierte die Strecke in seinem Lola FA 99 in einer Zeit von nur gerade 48,76 Sekunden. Seinen eigenen Streckenrekord verpasste er damit knapp.

Auch die Aargauer sorgten für gute Resultate: Thomas Amweg aus Ammerswil, der in der Kategorie E2-SS bis 2 Liter startete, holte sich mit seinem Rennwagen, einem Dallara 305/07 F3, den dritten Gesamtrang mit einer Zeit von 51,59 Sekunden. Nur unwesentlich langsamer war der Vorjahresdritte Simon Hugentobler aus Suhr. Der 46-jährige Autohändler und Carrosseriespengler, der in der obersten Kategorie, der E2-SS über 2 Liter, an den Start ging, belegte damit den vierten Schlussrang. Ganz zufrieden war er aber nicht mit seinem Auftritt. Er wollte eigentlich aufs Podest und eine 50er-Zeit realisieren. Doch ihm lief es gestern nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte.

Ungestümer Trainingslauf

Im zweiten Trainingslauf am Morgen ging Hugentobler etwas zu ungestüm an die Sache heran und beging einen Fahrfehler, den er nicht mehr korrigieren konnte. «Das Heck brach aus und ich landete mit meinem Wagen in der Wiese – direkt vor den Augen des Publikums. Das war schon ziemlich peinlich. Aber daraus kann ich wieder was lernen und werde es beim nächsten Mal besser machen», so Hugentobler, der erst seit vier Jahren Bergrennen bestreitet. Bei seinem Ausflug ins Grüne wurde auch sein Formel 3000 – ein Reynard 93d – in Mitleidenschaft gezogen. «Alles war krumm und er stand nur noch auf zwei Rädern. Zudem war die Nase vorne gebrochen.»

Gemeinsam mit seinen Mechanikern reparierte er die Schäden so gut es ging, damit er den ersten Rennlauf am Nachmittag doch noch absolvieren konnte. Doch auch dieser verlief nicht wie gewünscht. Aufgrund eines kleinen Fehlers am Start – Hugentobler legte versehentlich einen falschen Schalter um – konnte er nicht mehr in voller Fahrt schalten, sondern musste jedes Mal vom Gas gehen, um den Gang zu wechseln. «Das kostete mich viel Zeit, sodass ich im ersten Rennlauf 53,64 Sekunden benötigte.»

Reitnau ist etwas Besonderes

Die Enttäuschung darüber war Hugentobler anzumerken, denn der Auftritt in Reitnau ist für den 46-jährigen Motorsportfan etwas Besonderes. «Die Strecke ist lässig und es hat viele Zuschauer. Allerdings ist es für mich schwierig, das Potenzial meines Wagens voll auszuschöpfen, denn die Strecke ist relativ kurz und eng», so Hugentobler, der wöchentlich rund zehn Stunden an seinem Wagen schraubt und pro Jahr zehn bis zwölf Rennen bestreitet.

Bei der 49. Ausgabe des Bergrennens in Reitnau erreichte Simon Hugentobler zwar sein Ziel nicht ganz, konnte sich im zweiten Lauf aber immerhin deutlich steigern. Trotz einem nicht zu hundert Prozent fahrtüchtigen Rennwagen benötigte er für den zweiten Lauf nur 51,80 Sekunden und verbesserte sich auf den vierten Schlussrang.