Radquer in Baden
Trotz Corona-Massnahmen: So funktioniert ein Sportanlass

Die Jubiläumsausgabe des Radquers in Baden steht im Zeichen von Corona, zeigt aber auch, dass solche Anlässe gut durchführbar sind. Wenn sich Organisatoren, Sportler und Zuschauer anpassen, steht einem Spektakel nichts im Wege.

Marcel Kuchta
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Frauen Elite - Elisabeth Brandau
11 Bilder
Frauen Elite - Siegerin Brandau
Frauen Elite von links - Brandau, Göldi, Koller
Herren Elite, Forster und Küng auf dem Podest
Herren Elite, Forster vor Rüegg
Herren Elite, Lars Forster gewinnt
Podest Elite Rennen von links, Baestaens, Forster, Kuhn
Podest Frauen Elite von links - Koller, Brandau, Göldi
Spannend: Das Elite-Rennen der Männer.
U19 - Aaron Dockx gewinnt vor Christen und Treudler
U19 - Jan Christen vor Aaron Dockx

Frauen Elite - Elisabeth Brandau

Steffen Müssiggang/EKZ CrossTour

«Maskenpflicht!». «Abstand halten! Keep distance!». Wer an diesem Sonntag auf der Badener Baldegg ankommt, der weiss angesichts der überall aufgeklebten Zettel sofort, um was es geht. Corona ist bei der 10. Jubiläumsausgabe des Radquers oberhalb von Baden natürlich das grosse Thema. An drei neuralgischen Punkten des Wettkampfgeländes verteilen Helfer gelbe Armbänder, damit man die Besucheranzahl einigermassen im Überblick behält. Maximal 1000 Leute dürfen sich gemäss Vorschriften gleichzeitig im Areal aufhalten.

Ganz unter Kontrolle halten lassen sich die Zuschauerströme natürlich nicht. Dafür gibt es zu viele potenzielle Schleichwege. Doch der Augenschein im Badener Naherholungsgebiet zeigt: Die Schutzmassnahmen, welche die Organisatoren um Präsident Christian Rocha ergriffen haben, funktionieren: «Mir war wichtig, dass die Leute wirklich merken, dass wir es ernst meinen mit dem Konzept», betont Rocha, der in seiner Funktion als Speaker die Zuschauer auch immer wieder darauf hinweist, dass man bitte nicht allzu lange an derselben Stelle bleiben und sich bewegen solle. Die Ausweitung des Wettkampfprogramms auf zwei Tage sorgt für die erhoffte, merkliche Entlastung punkto Personenaufkommen. Auch der Appell an die Athleten und deren Betreuer, dass Wettkampfgelände nach den Rennen schnellstmöglich zu verlassen, findet offensichtlich Gehör.

«Wir haben die richtige Balance gefunden»

«Wir haben die richtige Balance gefunden. Es ist alles in ruhigeren Bahnen abgelaufen», zeigt sich Christian Rocha zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung, deren Austragung wegen der unsicheren Ausgangslage lange Zeit auf der Kippe gestanden hatte. Am Ende entschieden sich die Organisatoren dafür, das Rennen trotz aller Einschränkungen durchzuführen und den Sportlern eine der selten gewordenen Startmöglichkeit zu geben.

Die liefern, quasi als Dank, spektakuläre Rennen ab. Bei der Elite der Männer gibt es in der zehnten Ausgabe sogar den ersten Schweizer Sieg zu feiern. Schweizer Meister Lars Forster triumphiert vor dem Belgier Vincent Baestaens. Mit Kevin Kuhn, der dem Rennen vor allem zu Beginn den Stempel aufdrückte, fährt ein weiterer Schweizer aufs Podest.

Siegerehrung mit Abstand und kein Handshake

Bei der Siegerehrung ist auch alles etwas anders als sonst. Die drei Podeste stehen in gebührendem Abstand nebeneinander. Für die drei Erstplatzierten der jeweiligen Kategorien gibt es zwar einen Blumenstrauss, dafür aber kein Handshake. Die Athleten unter sich gratulieren sich per Faust. Alles etwas ungewohnt eben. Trotzdem überwiegt natürlich auch bei den Sportlern das Gefühl der Zufriedenheit, endlich wieder Rennen fahren zu dürfen: «Wir als Rennfahrer sind sehr dankbar, dass wir überhaupt starten können. Die Organisatoren haben einen super Job gemacht. Und man hat gesehen, dass ein solcher Anlass auch unter den aktuellen Bedingungen gut durchführbar ist», freute sich Lars Forster. Das stimmt in der Tat optimistisch.

Forster und Brandau gewinnen in Baden

Bevor am Sonntagnachmittag mit dem Eliterennen der Herren der sportliche Abschluss der EKZ CrossTour in Baden lanciert wurde, sorgte die deutsche Meisterin Elisabeth Brandau im Eliterennen der Frauen für eine makellose Leistung und feierte auf der Baldegg einen souveränen Solosieg. Eine sehr starke Leistung lieferten auch die Schweizerinnen ab. Direkt nach dem Start war es Nicole Göldi, die sich ganz vorne präsentierte. Danach büsste sie zwar einige Sekunden ein, beendete das Rennen aber dennoch auf dem starken dritten Rang. 
 
Für einen sensationellen Abschluss sorgte der Schweizermeister Lars Forster im Rennen der Herren Elite. Nach einem hart umkämpften Rennen sorgte er in Baden für den ersten Schweizer Elitesieg in zehn Jahren! Zuvor war es vor allem Kevin Kuhn, der am Sonntagnachmittag für Furore sorgte. Im letzten Winter sicherte er sich an den U23-Weltmeisterschaften die Silbermedaille und nun lieferte er beim Saisonstart ein nächstes Ausrufezeichen. Mit einem Blitzstart setzte er sich an die Spitze. Nach dem Zusammenschluss bei Rennhälfte folgte ein packender Schlagabtausch an der Spitze. In den Hauptrollen der Belgier Vincent Baestaens und die Schweizer Lars Forster, Kevin Kuhn, Lukas Flückiger, Timon Rüegg und Loris Rouiller. Am Ende war es schliesslich Forster, der die entscheidende Attacke kurz vor der letzten Runde lancierte und in der Folge souverän zum Sieg fuhr. Damit sorgte er beim zehnjährigen Jubiläum des Rennens auf der Badener Baldegg für den ersten Schweizer Sieg im Eliterennen der Herren. Für Forster war es in Baden gar der zweite Sieg innerhalb eines Jahres. Denn im Januar wurden in Baden bereits die Schweizermeisterschaften ausgetragen, die er für sich entscheiden konnte. Hinter Forster sicherte sich der Belgier Baestaens im Sprint den zweiten Platz, Dritter wurde Kevin Kuhn. Lukas Flückiger, Timon Rüegg und Loris Rouillier sorgten für weitere Schweizer Präsenz in den Top-6. 

 
Packende Nachwuchsrennen
Auch in den Nachwuchsrennen der U17 und U19 waren die Rennen bis zum Schluss hochspannend. Bei den Herren U17 war am Ende der Franzose Baptiste Gregoire siegreich, nachdem er sich vor Nicolas Halter und Alexandre Binggeli durchsetzen konnte. Das Rennen der U19 wartete mit einem international hochkarätigen Starterfeld. Die Schweizer liessen sich davon aber keineswegs einschüchtern und mischten gleich von Beginn weg ganz vorne mit. Bis nach Rennhälfte waren mit Jan Christen, Finn Treudler und Nils Aebersold gleich drei Schweizer in der Spitzengruppe vertreten. Als der Belgier Aaron Dockx gegen Ende dann für eine Tempoverschärfung sorgte, war es nur noch Christen, der ihm folgen konnte. Der Belgier behielt im Schlusssprint schliesslich die Oberhand und verwies Jan Christen auf Platz zwei. Finn Treudler beendete das Rennen als Dritter und Nils Aebersold wurde starker Fünfter.

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