Handball NLA

Trotz 30 Gegentoren kann der HSC Suhr Aarau den ersten Heimsieg feiern

HSC-Spieler Patrick Roman wird von Simon Schild angegangen.

HSC-Spieler Patrick Roman wird von Simon Schild angegangen.

Mit 33:30 (17:12) glückte der zweite Vollerfolg – wieder gegen einen Finalrunden-Kandidaten, nämlich GC Amicitia.

Da staunte mach einer in der gut besetzten Schachenhalle: Die ersten 15 Angriffe schloss das Heimteam erfolgreich, mit 13 Torerfolgen ab. Noch keine 20 Minuten waren gespielt. Suhr Aarau führte gegen das als Tabellenzweiter angereiste GC Amicitia Zürich mit fünf Toren Vorsprung. Natürlich gelang es der variabel und temporeich auftretenden Heimequipe nicht, diesen Rhythmus durchzuziehen und die Konzentration auf diesem Level zu halten. Doch die Differenz hatte mehr oder weniger Bestand und schwankte zwischen sieben Toren Differenz (41. und 42. Minute) und drei Toren (24.) – Tendenz zunehmend.

Doch in den letzten zehn Minuten wurde die Partie nochmals spannend. Ausschlaggebend dafür waren Umstellungen der Zürcher in der Defensive zu einem offeneren 3:2:1-System und einer weiter zunehmende Instabilität in der HSC-Verteidigung. Diese liess sich auch mit einer Umstellung zum flacheren 6:0 nicht beheben.

Neun Minuten vor der Sirene betrug die Differenz plötzlich nur noch drei Tore. Und der mit 14 Paraden bei 44 Angriffen einmal mehr überzeugende Torhüter Mihailo Radovanovic ärgerte sich. «Ich spürte die Nervosität meiner Vorderleute.» In den beiden ersten Heimspielen wurden die Punkte am Schluss verspielt, «doch im Gegensatz zu jenen Partien stellte diesmal die Defensive kein Prunkstück unseres Spiels dar.»

Recht hatte er. 33 Gegentore hatte die Mannschaft in den drei vorangegangenen Partien nie annähernd hinnehmen müssen. Vor allem die rechte GC-Ami-Angriffsseite mit Rückraumlinkshänder Manuel Philipp Frietsch profilierte sich Nicht weniger als neun Treffer aus 13 Versuchen markierte der nur 1,88 m grosse Linkshänder – dies, nachdem er in den bisherigen drei Partien erfolglos geblieben war.

Offensiv-Investitionen zeigten Nutzen

Dieses Defensiv-Manko aber liess sich mit einer gesamthaft starken Leistung im Angriff kompensieren. Die sieben Torschützen Tim Aufdenblatten (10), Stevan Kurbalija (8), Joel Bräm (5), Patrick Romann (4), Djordie Golubovid (3), Patrick Strebel (2) und Patrick Rohr (1) kamen auf überzeugende Abschlussquoten zwischen 100 Prozent (Rohr und Strebel) und 50 (Romann).

Für Kreisläufer Kurbalija, der in der Schlussphase für etliche entscheidende Aktionen verantwortlich zeichnete, kam diese Entwicklung nicht überraschend: «Wir investierten in den Trainings während der Woche praktisch sämtliche Energie ins Angriffsspiel.» 80 Prozent des Ausprobierten und Geprobten habe sich umsetzen lassen, denkt der schwergewichtige Routinier. Viel versprechend umgesetzt wurde etwa das Integrieren eines zusätzlichen Feldspielers anstelle des Torhüters.

Nur, das Verteidigungskonzept sollte dadurch nicht aus den Fugen geraten. «Wir müssen die Abstimmung finden, vorne und hinten die Arbeit leisten», forderte Kurbalija . Mit diesem Sieg schloss Suhr Aarau zu GC Amicitia auf und belegt Zwischenrang 5. Nach wie vor präsentiert sich die Rangliste allerdings überraschend. Von den vermeintlichen Favoriten zeigte sich einzig Wacker Thun souverän (5 Siege). Hinter den HSC rangiert sind u.a. Pfadi Winterthur, St. Otmar St. Gallen wie auch der BSV Bern.

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