Beim Trainingsstart des FC Aarau am 12. Juni fehlte Igor Nganga. Offizielle Begründung: verletzt. Doch nun kommt raus: Der Kongolese steht kurz vor dem Abgang. Gemäss "AZ"-Recherchen zieht es Nganga zum FC Lausanne-Sport.

Die Waadtländer sind aus der Super League abgestiegen und peilen in der kommenden Saison die direkte Rückkehr in die oberste Spielklasse an. Neuer Trainer von Lausanne-Sport ist Giorgio Contini, der zuletzt erfolgreiche Arbeit beim FC St. Gallen leistete.

Zurück zu Nganga: Vor zwei Jahren verliess der Publikumsliebling den FC Aarau schon einmal. Damals nach Wil, das unter der Führung der türkischen Investoren mit einem langfristigen Vertrag und einem Mega-Gehalt lockte. Eine halbe Saison später war Nganga zurück im Brügglifeld, geflüchtet aus der Ostschweiz, wo nach dem Rückzug der Türken pures Chaos herrschte.

FCA-Verteidiger Igor Nganga in Aktion

FCA-Verteidiger Igor Nganga in Aktion

Sportlich ist der Abgang für den FC Aarau zu verschmerzen, denn seit der Rückkehr aus Wil konnte Nganga nicht mehr so überzeugen wie früher. Und mit Raoul Giger und Miguel Peralta stehen auf Ngangas Position rechts in der Abwehr mehr als taugliche Alternativen bereit. Ja es war sogar fragwürdig, ob Nganga in der kommenden Saison diskussionslos zum Stammpersonal gehört hätte. In der Innenverteidigung, wo er auch spielen kann, hat der FCA mit Nicolas Schindelholz und Giuseppe Leo mit Spielern aufgerüstet, die als Stammkräfte eingeplant sind.

Trotzdem waren die Hoffnungen der Fans und von Nganga gross, dass Letzterer unter dem neuen Trainer Patrick Rahmen nochmals durchstartet wie zu seinen besten Zeiten im Brügglifeld, als er am rechten Flügel die gegnerischen Abwehrreihen überrannte. Nun platzt die Offerte aus Lausanne dazwischen, die Nganga nicht ausschlagen wird: Langfristiger Vertrag und mehr Lohn.

Dazu kommt: Für Nganga ist es die Rückkehr in seine Heimat. Er ist in der Westschweiz geboren und lancierte einst bei Lausanne-Sport seine Karriere, die ihn via YB-Nachwuchs, Chiasso und Schaffhausen 2011 ins Brügglifeld führte. Damals holte ihn sein Förderer René Weiler zum FC Aarau.

Der FC Aarau, wo Nganga noch einen Vertrag bis 2019 besitzt, wird aus Lausanne eine kleine Ablösesumme erhalten. Gemäss "AZ"-Informationen wird der Deal in der kommenden Woche offiziell. Dieses Mal dürfte es ein definitiver Abgang sein, eine erneute Rückkehr Ngangas scheint unwahrscheinlich.