Ihr sportlicher Wert für den FC Aarau ist unbestritten: Geoffrey Tréand und Sébastien Wüthrich haben in der vergangenen Saison 40 Skorerpunkte gesammelt. Zusammen waren sie an mehr als der Hälfte der erzielten Tore (57) beteiligt. Doch schon länger ist bekannt: Das Duo will weg.

Aus verschiedenen Gründen: Wüthrich hat sich in der Rückrunde mit Trainer Marco Schällibaum überworfen und als Folge dessen mit dem FCA abgeschlossen. Daran hat auch Schällibaums Entlassung nach dem letzten Spieltag nichts verändert, der Trainerwechsel kam zu spät. Tréand hatte ebenfalls seine Differenzen mit Schällibaum, doch bei ihm sind die Gründe für die Neuorientierung privater Natur: Seine Familie ist in der Region Aarau nie heimisch geworden und sehnt sich nach der Rückkehr in französischsprachige Gefilde. Anscheinend will Tréand lieber seine Karriere beenden, als weiterhin für den FC Aarau zu spielen.

Sébastien Wüthrich zählt auch zu den Topskorern. Er konnte sich sieben Mal in die Torschützenliste eintragen.

Sébastien Wüthrich zählt auch zu den Topskorern. Er konnte sich sieben Mal in die Torschützenliste eintragen.

Trotz ihrer beeindruckenden Statistiken gibt es auch im und um den FCA nicht wenige Personen, die sich trotz Vertrag bis 2018 den Abgang des Duos wünschen. Tréand hat mit zwei roten Karten wegen Tätlichkeiten dem Klubimage massiv geschadet. Wüthrich sorgte im letzten Saisonviertel mit seiner zur Schau gestellten Lustlosigkeit für rote Köpfe bei den Verantwortlichen und den Fans. Vor den letzten drei Saisonspielen meldete sich Wüthrich ab – offizielle Begründung: Muskelprobleme.

Hohes Schmerzensgeld

Also alles klar? Nichts leichter als eine Scheidung, die beide Partner wollen – oder?
In diesem Fall gilt dies nicht: Denn mit Servette (Wüthrich) und Xamax (Tréand) bemühen sich ausgerechnet jene zwei Klubs um die Aarauer Topskorer, die in der nächsten Saison als härteste FCA-Konkurrenten um die Spitzenplätze zählen. Die Genfer und die Neuenburger sind, so ist zu hören, aktuell die einzigen Interessenten.

Ein Dilemma für die FCA-Verantwortlichen. Wollen sie die wechselwilligen Spieler zum Bleiben überreden und riskieren, dass ihre Unzufriedenheit den Rest der Mannschaft beeinflusst? Denn: Müssen Tréand und Wüthrich bleiben, dann müssen sie auch spielen. Sie gehören zu den Topverdienern. Sie auf die Tribüne zu setzen, kann sich der FCA nicht leisten.
Oder geben die Verantwortlichen dem Wechselwunsch nach und verstärken so die ohnehin schon gut aufgestellten Direktkonkurrenten Servette und Xamax?

Letztere ist die viel wahrscheinlichere Variante. Immerhin: Gratis ziehen lassen wird der FCA seine Topskorer nicht. Sowohl für Wüthrich als auch für Tréand muss ein sechsstelliger Betrag fliessen. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren.