Fussball
Trainingslager FC Aarau: Schwarzwaldidylle ohne Topstürmer

Nach dem Trainingslager in Deutschland sucht der FC Aarau einen Goalgetter. Mit Goran Antic zählt momentan gerade mal ein Stürmer zum Kader. Ob der bald 27-Jährige die hohen Erwartungen erfüllen kann, ist fraglich.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Die neuen FCA-Spieler auf der Saigerhöh v.l.n.r.: Labinot Sheholli, Florian Berisha, Roman Buess, Daniele Romano und Goran Antic. Wagner

Die neuen FCA-Spieler auf der Saigerhöh v.l.n.r.: Labinot Sheholli, Florian Berisha, Roman Buess, Daniele Romano und Goran Antic. Wagner

Geht es um das Wohl der Profikicker scheuen die Verantwortlichen des FC Aarau keinen Aufwand und keine Kosten. So logierte die Mannschaft von Trainer René Weiler während des dreitägigen Trainingslagers in Lenzkirch im Schwarzwald im schmucken Viersternehotel Saigerhöh.

So malerisch die Landschaft oberhalb vom Titisee und nahe dem Feldberg ist, so dünn ist die Personaldecke in der FCA-Offensive. Mit Goran Antic zählt momentan gerade mal ein Stürmer zum Kader. Ob der bald 27-Jährige die hohen Erwartungen erfüllen kann, ist fraglich. Beim FC Winterthur kämpfte Antic in der vergangenen Saison um einen Stammplatz. Der ganz grosse Leistungsausweis ist das nicht.

Es ist offensichtlich, dass die Aarauer den Abgang vom 18-fachen Torschützen der vergangenen Meisterschaft, Shkelzen Gashi, bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht kompensiert haben.

Fünf definitive Zuzüge

Ohne Topstürmer aber können die Aarauer in der nächsten Saison in der Spitzengruppe der Challenge League kaum mithalten. Die Verpflichtung eines Goalgetters hat oberste Priorität. Zurzeit sucht der Aargauer Verein den Nachfolger von Gashi in der Schweiz und im Ausland. Ohne einen finanziellen Kraftakt liegt ein spektakulärer Transfer allerdings nicht drin.

Mit Antic, Labinot Sheholli, Roman Buess, Florian Berisha und Daniele Romano gibt es auf Aarauer Seite fünf Zuzüge. Im Trainingslager mit dabei waren Davide Calla, David Marazzi, Daniel Fanger, Marco Aratore und der frühere Krienser Sandro Foschini. Wer vom Quintett einen Vertrag erhält, steht in den Sternen. Die besten Karten hat Foschini, den Weiler der Not gehorchend zum Linksverteidiger umfunktionieren muss.

Unklar ist, wer hinter dem gesetzten Joël Mall Torhüter Nummer zwei wird. Hoffnungen darf sich der
19-jährige Andreas Hirzel machen. Mit zwei jungen Torhütern in die neue Saison zu starten, birgt allerdings ein Risiko.

Trainer bleibt Aarau treu

Erfreulich ist die Tatsache, dass die Aarauer den Vertrag mit Weiler bis 2015 verlängert haben. Umso mehr, als dass der 38-Jährige im Hinblick auf die neue Saison der Wunschkandidat von Christian Constantin für den Posten vom Chefcoach des FC Sion war. Nach dem Abgang von Vladimir Petkovic zu Lazio Rom drängte Constantin Weiler geradezu zu einem Wechsel ins Wallis. Weiler aber gab Constantin einen Korb, nennt den Grund gleich selbst und sagt: «Meine Arbeit beim FC Aarau ist noch nicht beendet.» Klare Worte und ein deutlicher Hinweis, dass der Flirt mit der Super League in der neuen Saison weitergehen soll.