Fussball
Trainerlegende Radi Schibli: Von der Copacabana zurück zum FC Koblenz

Hitzfelds ehemaliger Assistenztrainer kehrt zum 2.-Ligisten FC Koblenz zurück. Nach nur vier Runden trennte sich der Aufsteiger von Schiblis Nachfolger Hansjörg Rotzinger. Schibli wurde beim Angeln zur Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte überredet.

Andreas Fretz
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Trainerfuchs Radi Schibli (rechts) ist nach knapp 3 Monaten wieder zurück in Koblenz.

Trainerfuchs Radi Schibli (rechts) ist nach knapp 3 Monaten wieder zurück in Koblenz.

Radi Schibli schwärmt noch immer von seinem Brasilienaufenthalt. «Wunderbares Klima, immer kurze Hosen und überall Strandfussballer.» Vier Jahre trainierte er den FC Koblenz. Am Ende seiner Mission stand der erstmalige Aufstieg in die 2. Liga. Schibli trat auf dem Höhepunkt zurück und meldete sich ab nach Brasilien. Rio de Janeiro und Salvador da Bahia wärmten sein Herz.

Anruf beim Fischen in Lenzerheide

Kaum war er zurück in der Schweiz, klingelte das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich Sportchef Nermin Osmani. «Es war am Sonntagmorgen um 6.30 Uhr», erinnert sich Schibli, «ich war gerade beim Fischen auf der Lenzerheide.»

Eigentlich wollte Schibli, der an der Seite Ottmar Hitzfelds mit dem FC Aarau Cupsieger wurde, vom Fussball abschalten. «Ich hatte Pläne, wollte auf Reisen gehen», sagt der Pensionär. Doch Osmani bettelte: «Hilf uns!» Schibli wollte eine Nacht darüber schlafen. Am nächsten Tag sagte er zu. «Koblenz ist meine Heimat, dem Verein gehört mein Herzblut.»

Rotzingers System funktionierte nicht

Zuvor hatten sich der Vorstand des FC Koblenz und Trainer Hansjörg Rotzinger entschieden, die Zusammenarbeit per sofort zu beenden. Die Mannschaft steht nach vier Spieltagen mit zwei Punkten auf dem letzten Tabellenrang. «Wir haben mit Hansjörg Rotzinger die Situation intensiv analysiert und sachlich diskutiert», sagt Sportchef Osmani. Die Mannschaft habe die Umstellung auf das neue Spielsystem unter dem neuen Trainer in der kurzen Zeit nicht umsetzen können.

Schibli ist überzeugt, dass die Mannschaft den Ligaerhalt schaffen kann, obwohl er in dieser Saison noch kein Spiel seiner Schützlinge gesehen hat. Bereits am Montag war er erstmals im Training. «Es war, wie wenn ein alter Freund heimkehrt», beschreibt Schibli das Wiedersehen.

Eine schwierige Mission

Schibli ist sich bewusst, dass es in Koblenz eine schwierige Mission wird. «Dem Team fehlt das Selbstvertrauen», hat er festgestellt. «Wir müssen zu den alten Stärken zurückfinden.» Die wären: gute Organisation, eine kompakte Defensive und die Zweikampfstärke.

Mit kleinen Schritten will sich Schibli dem Mittelfeld der Tabelle annähern. Dazu hat er sich und der Mannschaft verschiedene Ziele gesetzt: Zu-null spielen, den ersten Saisonsieg einfahren, die rote Laterne abgeben, bis zur Winterpause die Abstiegsplätze verlassen. Doch zuallererst wartet am Samstag der FC Mutschellen.

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