Handball
Trainerduo tritt nächste Saison in Endingen ein schweres Erbe an

Der Ur-Endinger Michael Spuler (45) und der frühere Kreisläufer Fabian Ammann (35) übernehmen nächste Saison das Traineramt beim TV Endingen. Sie freuen sich auf die neue Aufgabe und hoffen auf den Aufstieg ihrer zukünftigen Schützlinge.

Timon Richner
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Michael Spuler (links) und Fabian Ammann trainieren ab der nächsten Saison Hand in Hand den TV Endingen.

Michael Spuler (links) und Fabian Ammann trainieren ab der nächsten Saison Hand in Hand den TV Endingen.

Alex Spichale

Im vergangenen Dezember verkündete der TV Endingen, dass er die nächste Saison nicht mehr mit Trainer Zoltan Cordas in Angriff nehmen will. «Ich denke, es ist besser, man kann so eine Entscheidung treffen, ohne dass sie aus der Not geboren ist», erklärte TVE-Geschäftsführer Christian Villiger damals.

Im Entschluss, Michael Spuler und Fabian Ammann zu Co-Trainern zu machen, zeigt sich die Endinger Vereinsphilosophie. Es gehört zum Programm der Surbtaler, möglichst viele Positionen mit im Verein bekannten Gesichtern zu besetzen. Mit dem Duo Spuler/Ammann schenkt man das Vertrauen nun auch auf der Trainerbank zwei Männern, die dem TVE verbunden sind.

Ein Ur-Endinger und ein Sport-Profi

Michael Spuler spielte lange Jahre für die Endinger auf der rechten Rückraumposition. Momentan ist der Netzwerkspezialist und Hausmann Trainer der U19 Inter-Mannschaft der Surbtaler. Michael Spuler sprang schon einmal als Trainer der ersten Mannschaft ein, als Zoltan Cordas nach seinem Zusammenbruch im April 2014 im Spiel gegen den RTV Basel eine Auszeit brauchte. Fabian Ammann ist Sportlehrer und arbeitet 60 Prozent als Sportphysiologe an der ETH Zürich. Bis 2005 war Ammann Kreisläufer in Endingen. Nach Engagements als Trainer bei den Usters NLA-Frauen, im Nachwuchs von Pfadi Winterthur sowie als Athletiktrainer bei den Schweizer Skispringern ist Ammann momentan beim Erstligisten Dagmersellen. «Es wäre schön wenn die Jungs aufsteigen und wir sie nächste Saison in der NLA übernehmen», sagt Ammann im Hinblick auf den Aufstiegskampf der Endinger.

Wie weiter mit Cordas?

Die Surbtaler wollen den momentanen Chefcoach Zoltan Cordas im Klub behalten. Das könnte allerdings zu einem schwierigen Unterfangen werden. «Wir würde ihn gerne als Juniorenförderer weiterverpflichten. Aber Zoltan ist sehr umworben», sagt Geschäftsführer Villiger.

Interview mit Michael Spuler

Michael Spuler wird zusammen mit Fabian Ammann Trainer der ersten Mannschaft des TV Endingen.

Michael Spuler wird zusammen mit Fabian Ammann Trainer der ersten Mannschaft des TV Endingen.

tvendingen.ch

Michael Spuler, worauf freuen Sie sich im neuen Traineramt am meisten?

Michael Spuler: Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung als Trainer eines NLB- oder vielleicht sogar NLA-Teams. Das ist eine Chance, mich auf hohem Niveau zu beweisen. Ich will aber klarstellen, dass ich auch sehr gerne Trainer der U19 war.

Sind Sie und Fabian Ammann gute Freunde oder wird das eine Zweckgemeinschaft sein?

Wir haben noch zusammen in Endingen gespielt. Ich habe dann ein bisschen früher als Fabian aufgehört, der Kontakt zwischen uns ging allerdings nie verloren. Zurzeit trainiere ich auch zusammen mit Fabians Freundin die U19 Inter Mannschaft des TVE. Wir sind schon länger der Meinung, dass wir ein gutes Trainerduo bilden könnten. Schön, dass wir nun diese Chance erhalten.

Was verändert sich in Ihrem Leben mit dem neuen Engagement?

Die Arbeit als Trainer wird sicher intensiver. Ich habe jedoch auch mit der U19 schon vier Trainings pro Woche geleitet. Wenn Fabian und ich uns die Arbeit aufteilen, wird der Mehraufwand tragbar. Meine Kinder gehen seit kurzem in den Kindergarten, so habe ich an meinem Hausmann-Tag am Montag wohl auch noch ein bisschen Ressourcen um Trainings vorzubereiten.

Hoffen Sie fest, dass Endingen aufsteigt?

(Überlegt) Das ist ein zweischneidiges Schwert. In der NLA hätten wir weniger Druck. In der NLB wäre ein Spitzenplatz Pflicht. Der Verein hat in den letzten Jahren auch gezeigt, dass man viel Geduld hat, wenn es einmal nicht so läuft. Unser Ziel bleibt auch nächste Saison dasselbe: Wir wollen mit zwölf eigenen Spielern in der ersten Mannschaft unter den zwölf besten Mannschaften der Schweiz sein.

Interview mit Fabian Ammann

Fabian Ammann spielte von 2000-2005 immer mit vollem Einsatz für den TV Endingen.

Fabian Ammann spielte von 2000-2005 immer mit vollem Einsatz für den TV Endingen.

tvendingen.ch

Fabian Ammann, was verändert sich in Ihrem Leben mit dem neuen Engagement?

Fabian Ammann: Der Aufwand für Trainings wird sich für mich verdoppeln. Ich werde mehr in der Halle, im Kraftraum und im Theoriesaal sein als zuvor. Auswertungen von Spielen, wie zum Beispiel Videoanalysen werde ich in einem höheren Detailgrad vorbereiten müssen. Manches wird jedoch auch praktischer, der Anfahrtsweg wird für mich von Wettingen aus kürzer.

Hoffen Sie fest, dass Endingen aufsteigt?

Es wäre schön wenn die Jungs aufsteigen und wir sie nächste Saison in der NLA übernehmen. Das würde die Aufgabe am Anfang wohl auch erleichtern, wenn wir mit dem Aufstiegsschwung in die neue Aufgabe starten könnten. In der Nationalliga A hätten wir auch weniger zu verlieren. Für mich persönlich macht es aber keinen Unterschied.