Beim FC Muri ging es in den letzten Wochen nur noch bergab: fünf Runden vor Schluss der laufenden Meisterschaft steht der Freiämter 1.-Ligist am Schluss der Tabellen in der Gruppe 2. In den sieben Meisterschaftsspielen dieses Jahres konnte die Mannschaft noch keinen einzigen Match gewinnen und hat bloss zwei Unentschieden herausgeholt.

Nun haben der Vorstand und die sportliche Leitung des Vereins die Notbremse gezogen und sich am Mittwochabend per sofort von Trainer Carmine Pascariello getrennt. „Carmine hat einen super Job gemacht, war immer top vorbereitet und war auch menschlich ein toller Typ. Aber leider lügt die Tabelle nicht. Wir sind Letzter und haben in der Rückrunde noch keinen Sieg geholt. Da mussten wir reagieren“, so Sportchef Marcel Käppeli, der sich vor knapp drei Woche noch öffentlich hinter Pascariello gestellt und betont hatte, dass der Trainer fest im Sattel sitze.

Seither hat sich die Situation beim FC Muri allerdings nochmals verschärft. Die Murianer haben gegen das damalige Schlusslicht Sursee (1:2) und gegen Delémont (3:4) zwei weitere Niederlagen kassiert und sind damit ans Tabellenende gerutscht.

Feuerwehrmann van Eck

Für Pascariello, der die Mannschaft zum Saisonbeginn übernommen hatte, kam die Entlassung überraschend. „Ich war gerade dabei, das Training vorzubereiten, als ich informiert wurde. Es ist extrem schade, dass sich der Verein so entschieden hat, vor allem weil die Verantwortlichen der Mannschaft und mir im Januar noch kommuniziert hatten, dass ich auch in der nächsten Saison Trainer beim FC Muri sein werde – unabhängig davon, in welcher Liga wir spielen“, sagt Pascariello kurz nach seiner Entlassung.

Der 33-Jährige zeigte aber auch in dieser schwierigen Situation Grösse: „Es tut mir extrem weh, dass die Zusammenarbeit zu Ende ist. Leider hat in dieser Saison beim FC Muri vieles nicht zusammengepasst, aber ich wünsche der Mannschaft alles Gute und hoffe, dass mein FC Muri den Ligaerhalt schafft.“

Nachfolger von Carmine Pascariello wird René van Eck. Der 51-jährige Holländer, der bis Ende Saison verpflichtet wurde, ist in Muri kein Unbekannter. Bereits in der letzten Saison ist der frühere Spieler und Trainer des FC Luzern bei den Murianern zwei Runden vor Schluss als Feuerwehrmann eingesprungen.

Damals ersetzte er Beat Hubeli und holte mit dem Team den entscheidenden Punkt zum Ligaerhalt. „René van Eck war unser Wunschkandidat. Sein Engagement hat sich sehr kurzfristig in dieser Woche ergeben, nachdem er bei seinem vorherigen Verein Wacker Nordhausen entlassen wurde“, sagt Marcel Käppeli, der van Eck gut kennt.