Es ist schnell klar: Die Saison ist für den HSC Suhr Aarau gelaufen. Die Kadetten Schaffhausen sind an diesem Mittwoch eine Nummer zu gross, gewinnen die Partie deutlich mit 31:16 und entscheiden damit die Playoff-Viertelfinal mit 3:0 für sich, der HSC verabschiedet sich in die Ferien.

Im Fall von Trainer Misha Kaufmann wortwörtlich. Am Tag nach dem Saisonende erreicht ihn die «AZ» telefonisch im Berner Oberland. «Hier kann ich abschalten und zusammen mit meiner Familie Energie tanken», sagt der 33-Jährige.

Zweieinhalb Wochen Ferien stehen auf dem Programm, zumindest für seine Spieler. Für den Trainer selber geht es schon früher wieder weiter. Denn nach der Erholung geht es an die detaillierte Analyse dessen, was am Mittwochabend in der Ostschweiz ein Ende fand: die Saison 2017/18.

Eine positive Saison – mit Höhen und Tiefen

So brutal die letzte Resultatmeldung der Niederlage mit 15 Toren Differenz auf den ersten Blick wirken mag, entscheidenden Einfluss auf die Beurteilung der Saison der Aargauer hat sie nicht.

Der HSC startete im Herbst des vergangenen Jahres fulminant in die neue Saison, punktete in fünf der ersten sechs Spiele und hielt sich damit im vorderen Tabellendrittel auf. Es folgte eine durch viele Verletzungsausfälle bedingte Baisse mit sechs Niederlagen in Serie.

Dank zwei Siegen zum Abschluss der Hauptrunde schaffte der HSC die Qualifikation für die Finalrunde und bestätigte damit die Leistung des Vorjahres. Im Gegensatz zum Frühling 2017, als der HSC dort jede Partie verlor, resultierten diesmal neben sieben Niederlagen immerhin drei Siege.

«In den Phasen, als wir in Vollbestand unserer Kräfte spielen konnte, hat man gesehen, was mit dieser Mannschaft möglich wäre», sagt Kaufmann in einer ersten Bilanz. «Es war eine sehr positive Saison für uns. Wir haben den nächsten Schritt als Team gemacht, auch wenn wir uns vielleicht einen oder zwei Plätze weiter vorne gesehen hätten.»

Breiteres Kader auf die kommende Saison hin

Kaufmann betont aber auch, dass es nicht einfach gewesen sei, durch die zahlreichen Zuzüge im vergangenen Sommer. «Es braucht seine Zeit, bis alle Spieler mein eher unübliches System intus haben. Das wird aber auf die kommende Saison unsere grosse Stärke sein, da wir keinen grossen Umbruch haben werden», sagt Kaufmann.

Nach dem Rücktritt von Captain Patrick Romann und den Abgängen von Ilan Baumann (zum STV Baden) und Lukas Strebel (Zukunft noch offen) wird das Team mit dem routinierten Torhüter Dragan Marjanac (33, vom BSV Bern Muri), dem sechstbesten NLB-Skorer Mathias Müller (22, vom HC Horgen) und David Poloz (23, aus Tschechien) sowie Spielern aus dem eigenen Nachwuchs verstärkt.

Wo er den Hebel auf die kommende Saison ansetzen muss, weiss Trainer Kaufmann bereits: «Wir müssen diese kleinen Eigenfehler abstellen. Sie sind es, die uns am Ende Siege kosten – vor allem in der entscheidenden Phase der Saison.»

Gerade deshalb war für Kaufmann entscheidend, dass das Kader auf die kommende Saison hin breiter wird. So kann er die Last auf dem Spielfeld auf mehrere Schultern verteilen und den einzelnen Spieler weniger stark forcieren.

Bereit für den nächsten Schritt

Auch im Staff wünscht sich der Trainer eine Veränderung beziehungsweise einen Zuzug: Er will Tom Reichmuth, bis im Februar Trainer des NLB-Teams TV Birsfelden, als Assistenztrainer installieren. Ob Kaufmanns Wunsch folge geleistet wird, entscheidet die Vereinsführung in den kommenden Wochen.

So oder so: Der HSC Suhr Aarau ist bereit, in der kommenden Saison den nächsten Schritt zu machen. Langfristig zeigt sich Kaufmann «felsenfest davon überzeugt, dass wir mit diesen ‹Gielen› dereinst einen Titel nach Aarau holen werden». Schritt für Schritt zum grossen Ziel.