FC Wohlen

Trainer Gabriele ist nicht der einzige Abgang: Der grosse Umbruch im Freiamt – mal wieder

Francesco Gabriele: «Der neue Mann muss gut mit jungen Spielern arbeiten können.»

Francesco Gabriele: «Der neue Mann muss gut mit jungen Spielern arbeiten können.»

Nicht nur Trainer Francesco Gabriele muss in den nächsten Wochen ersetzt werden, auch sonst kündigen sich in der Mannschaft einige Änderungen an.

Schwere Regentropfen, grollende Donner, zuckende Blitze – kaum haben die FCZ-Spieler am Samstag nach dem 3:0 gegen Wohlen den Pokal für den Aufsteiger in die Hände genommen, da brach ein Gewitter über den Letzigrund. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Akteure des FC Wohlen bereits in der Kabine. Das letzte Spiel der Saison in den Beinen, die Ferien in den Köpfen. Ganz entkommen die Freiämter dem Gewitter aber doch nicht. Über die Sommerpause stehen einige wichtige Personalentscheide an.

Die Bilder zum Spiel gegen den FCZ:

Der grösste Umbruch erfolgt an der Seitenlinie. Nach zehn Monaten zieht Trainer Francesco Gabriele weiter. Einige Tage Urlaub, dann widmet er sich voll und ganz seiner neuen Aufgabe als Nationalmannschaftstrainer der U19-Auswahl. «Ich freue mich riesig auf diese neue Herausforderung», sagt der 40-Jährige.

Macht es Wohlen wie der FCB?

Gegenüber Wohlen empfinde er «grosse Dankbarkeit für eine tolle Zeit.» Im September übernahm Gabriele die Freiämter im Tabellenkeller und führte sie danach ziemlich problemlos auf den siebten Platz. «Klar ist es schade, dass mein Weg in Wohlen nicht weitergeht», sagt er, «für den Klub bietet sich so aber auch die Chance zu einem Neuanfang.» Nur! Wer gibt beim FCW in der nächsten Saison den Takt an? Seit dem positiven Lizenzentscheid vom Mittwoch geistern Namen wie René van Eck, Alain Geiger oder Martin Rueda durch die Niedermatten. 

Letzterer stand in Wohlen schon mehrmals an der Seitenlinie. Im vergangenen Sommer verliess er den Klub Richtung Wil und machte so ausgerechnet Francesco Gabriele Platz.
Möglich ist aber auch, dass sich der kleine FC Wohlen ein Beispiel am grossen FC Basel nimmt und einen Trainer-Newcomer an Board holt. Mit Johann Vogel (GC U18) oder Ludovic Magnin (Zürich U18) stehen zwei Coaches vor dem Durchbruch. Für sie spricht, dass sie beide schon grosse Erfahrungen mit jungen Talenten sammeln konnten. Denn eines ist für Gabriele klar: «Der neue Mann muss gut mit jungen Spielern arbeiten können.»

Routiniers verlassen Verein

Gabriele weiss: Der Klub setzt seine Verjüngungskultur weiter fort. Dies, obwohl die Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von knapp 25 Jahren bereits diese Saison zu den jüngsten in der Challenge League zählte. «Es gibt einige vielversprechende Jungs», sagt Gabriele, «das Gerüst bricht im Sommer aber leider zusammen.» Tatsächlich verlassen mit Marko Muslin (Wil) und Janick Kamber (Xamax) zwei wichtige Stützen das Freiamt. Seit Samstag gesellt sich auch Abwehrboss Florian Stahel zu dieser Liste: Der 32-Jährige kehrt zu Aufsteiger Zürich zurück, wo er neben seinem Engagement in der zweiten Mannschaft einen Bürojob im Bereich Sponsoring antreten wird.

Florian Stahel (l.) kehrt zum FCZ zurück.

Florian Stahel (l.) kehrt zum FCZ zurück.

Mehr als fraglich dürfte auch die Zukunft von Ersatzgoalie Flamur Tahiraj und Nico Abegglen sein. Ihre Verträge laufen aus. Rund zehn Kadermutationen kündigt Ehrenpräsident René Meier gegenüber der Aargauer Zeitung an. Damit kommt es erneut zu einem grossen Umbruch. Bereits im vergangenen Winter verliessen zehn Spieler den Verein, zwölf Zuzüge standen dem gegenüber. Es ist kein gewaltiger Sturm, der in den nächsten Wochen über Wohlen hereinbrechen wird. Ein laues Sommerlüftchen fühlt sich indes auch anders an.

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