Fussball
Trainer David Sesa muss bei den Wohler Vereinsbossen vorsprechen

Für den Trainer des Challenge-League-Schlusslichts wirds immer ungemütlicher. Ausgerechnet sein Vorgänger Ryszard Komornicki könnte ihn zu Fall bringen. «Wir wollen von Sesa wissen, wie er die Situation sieht», sagt Präsident Andy Wyder.

Andreas Fretz
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Findet Wohlen-Trainer David Sesa die richtigen Worte?

Findet Wohlen-Trainer David Sesa die richtigen Worte?

foto-net / Alexander Wagner

Muss Wohlens Trainer David Sesa bei den Vereinsbossen antraben und die Krise erklären? Seit der 1:4-Niederlage in Vaduz sind die Freiämter das Schlusslicht der Challenge League, in den letzten vier Spielen kassierten die Freiämter unglaubliche 18 Gegentore. Viermal ging das Team in dieser Saison mit 1:0 in Führung. Siege: Fehlanzeige. Nach sieben Runden steht der FC Wohlen mit zwei Punkten da.

«Sesa muss Wege aufzeigen»

«Wir wollen von David Sesa wissen, wie er die Situation sieht», sagt Wohlens Präsident Andy Wyder, «er soll uns Wege aufzeigen, wie er mit seinem Team aus der aktuellen Situation rauskommt.» Ist die Geduld der Vereinsbosse bald am Ende? «Eine Entlassung ist kein Allheilmittel», sagt Wyder, «die Situation ist nicht einfach, wir alle hoffen, dass Sesa einen Weg aus der Krise findet.»

Überlebt Sesa die Länderspielpause?

Eine Grundregel im Fussball besagt: In Pausen wird gehandelt. Derzeit befindet sich die Liga gerade in einer Länderspielpause. Das nächste Meisterschaftsspiel wartet erst am 22. September auf den FC Wohlen: Gegen Chiasso kommt es zum Krisengipfel. Eine Woche zuvor empfängt Wohlen im Schweizer Cup den FC Sion. Das Zeitfenster, um zu handeln, wäre jetzt gegeben. Aber laut Wyder hat der FC Wohlen noch keinen Plan B, «sonst müsste Sesa ja gar nicht erst antraben».

Ein Name, der immer mal wieder mit dem FC Wohlen in Verbindung gebracht wird, ist Raimondo Ponte. Der Alt-Internationale wäre verfügbar. «Ich kann mich nur schwer über einen Verein äussern, der mit mir in Verbindung gebracht wird», sagt Ponte, «auch über Trainerkollegen will ich mich nicht äussern. Nur so viel: Ich fühle mit David Sesa mit.»

Ponte, die Antithese

Ponte wäre das komplette Gegenteil von Sesa. Ponte ist laut, fordernd und er eckt an. Sesa ist ein ruhiger, umgänglicher Typ, seine menschlichen Qualitäten werden allseits geschätzt. Doch ist Sesa der aktuellen Situation gewachsen, kann er auch mal böse werden? «Sesa muss Signale aussenden, wenn es nicht so läuft, wie er will», fordert Präsident Wyder, «ein Trainer muss die Schraube anziehen können.»

Schenkt man den Worten Wyders Glaube, will der FC Wohlen die Länderspielpause gemeinsam mit Sesa nutzen, um Wege aus der Krise zu finden. Eine Reaktion der Mannschaft erwartet er nicht erst gegen Chiasso, sondern bereits im Cupspiel gegen Sion.

Schicksalspiel gegen Komornicki

Geht das Spiel gegen Chiasso mit Trainer Ryszard Komornicki verloren, dürfte der Goodwill gegenüber Sesa endgültig aufgebraucht sein. Dann werden auch die Worte von Geschäftsführer Urs Bächer («Sesa wird unser Trainer bleiben, bis sein Vertrag ausläuft. Mindestens») nur noch Makulatur sein. Dass ausgerechnet Sesa-Vorgänger Komornicki über das Schicksal des Neu-Trainers entscheidet, ist wohl Ironie des Schicksals.

Klar ist aber auch, dass dem aktuellen Kader die Qualität fehlt. Wenn dann noch Leidenschaft und Kampfgeist abhandenkommen und die Verletztenliste immer länger wird, wirds eng, ganz eng. Sesa wird es nicht leicht haben, einen Ausweg aus der Krise aufzuzeigen.

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