Challenge League
Trainer Ciriaco Sforza verlässt den FC Wohlen – Martin Rueda übernimmt

Trainer Ciriaco Sforza verlässt Ende Saison den FC Wohlen. Das hat er am Mittwochmorgen an einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Der neue Trainer heisst Martin Rueda. Der FCW-Sportchef übernimmt bereits zum vierten Mal den Chefposten.

Rainer Sommerhalder
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Ciriaco Sforza verlässt den FC Wohlen

Ciriaco Sforza verlässt den FC Wohlen

watson.ch

Als Ciriaco Sforza am 3. Januar 2014 bei seinem Stammklub FC Wohlen den Posten des Teamchefs übernahm, wurde das geflügelte Wort des verlorenen Sohns überstrapaziert. Bereits sechs Wochen später war er anstelle des erfolglosen David Sesa Trainer beim damals abstiegsgefährdeten Challenge-Ligisten. Das Freiämter Fussballmärchen nahm seinen Lauf.

In zehn Tagen verliert der FC Wohlen seinen verlorenen Sohn schon wieder. Der 45-Jährige verzichtet auf einen neuen Vertrag. Dies, nachdem ihm Verwaltungsratspräsident Lucien Tschachtli die Ziele und Möglichkeiten für die kommende Saison dargelegt hatte: Bewahren des Status quo als finanziell gesicherter Klub in der Challenge League und sportlich ein Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Zu wenig für einen ehrgeizigen Trainer wie Sforza. Der 79-fache Schweizer Internationale sei nach dem negativen Lizenzentscheid für die Super League, welcher dem FC Wohlen einen im Raum stehenden Aufstieg vorzeitig verunmöglichte, extrem enttäuscht gewesen.

Martin Rueda übernimmt

Sforza strebt höhere Ziele an, als dass sie im beschaulichen Freiamt auf Dauer möglich sind. Auch wenn er von dieser klaren Formulierung nichts wissen will: Wohlen sei für ihn stets eine Herzensangelegenheit gewesen und er habe seine Zeit gebraucht, bis er diesen Entscheid habe fällen können, sagt Sforza.

Martin Rueda wird zum vierten Mal Cheftrainer beim FC Wohlen.

Martin Rueda wird zum vierten Mal Cheftrainer beim FC Wohlen.

Alexander Wagner

«Doch meine Mission hier ist erfüllt. Ich habe meine Ziele erreicht und gebe die Mannschaft gerne und mit voller Überzeugung in neue Hände». Sein Nachfolger beim FC Wohlen heisst Martin Rueda, der zudem Sportchef bleibt. Für den 52-jährigen ist es das bereits vierte Engagement als Trainer beim FCW.

Er erhofft sich mit diesem Schritt, seine nach den Entlassungen bei den Young Boys und in Dubai ins Stocken geratene Trainerkarriere nochmals neu zu lancieren. «Ich bin überzeugt, mit den vorhandenen Mitteln und Bedingungen in Wohlen ebenfalls Erfolg haben zu können», sagt Rueda.

Prognose wahrgemacht

Zurück zu Ciriaco Sforza, der in den Medien mit dem FC Zürich in Verbindung gebracht wird. Er dementiert, konkrete Pläne für seine Zukunft zu haben: «Ich habe bis heute mit keinem anderen Verein verhandelt», betont er. Klar sehe er seine Zukunft im Trainerbusiness.

«Ich bin offen für alles», sagt Sforza, der mit seiner Arbeit bei den Freiämtern eine glänzende Visitenkarte abgegeben hat. «Es ist sensationell, dass wir zusammen den Wintermeistertitel erreicht haben», sagt er. «Unser ganzer Erfolg ist Ciriaco Sforzas Verdienst», ergänzt der einzige Verwaltungsrat Lucien Tschachtli.

Sforza habe bei seinem Amtsantritt zum Erstaunen von allen prognostiziert, er werde es mit diesem Team unter die besten Drei der Challenge League schaffen. «Und das hat er erreicht», so Tschachtli.

Wohin zieht es Sforza?

Wohlen und Sforza wählten den Zeitpunkt für die Ankündigung der Trennung wohl bewusst. «Ich bin zu haben» lautet die klare Botschaft des früheren Bayern-Profis. Sein Name wird auch mit dem FC Aarau in Verbindung gebracht.

In der Super League ist die aktuelle Anzahl möglicher Trainerjobs allerdings mehr als überschaubar. Ausser beim patriarchalisch geführten FC Zürich drängt sich derzeit nirgends eine Veränderung auf. Doch passt eine starke Trainerpersönlichkeit wie Sforza wirklich dorthin?

Eine Türe könnte sich in Deutschland auftun. Sollte der 1. FC Kaiserslautern den Aufstieg in die Bundesliga wirklich noch vergeigen, dann liegt ein Trainerwechsel dort auf der Hand. Und Ciriaco Sforza geniesst in der Pfalz aus seiner Zeit als Spieler noch immer einen ausgezeichneten Ruf. Es wäre quasi die Rückkehr eines verlorenen Sohnes.

Ein Schmunzler über Sforza? 1995 wird der damals 25-jährige Bayern-Spieler in der Sendung «Die versteckte Kamera» ohne dessen Wissen zu Inter Mailand transferiert.

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