Zwar kam der Favorit beim zweiten, gültigen Start zum mit 12 000 Franken dotierten Mai-Preis nicht mehr so gut weg wie beim ersten, abgebrochenen Versuch. Doch nachdem es Rebus gelungen war, Vladimir de Ginai an der Spitze abzulösen, schien der Vertreter des Stalles Allegra Racing Club das Geschehen sicher zu kontrollieren.

Und als ihn Nathalie Gonin mit Spike im Schlussbogen attackierte, vermochte Rebus noch einmal zu kontern. Mit dem zweiten Angriff eingangs der Geraden ging Spike aber in Front. Einmal passiert, baute Rebus, der lieber selber angreift, sofort merklich ab. Spike siegte leicht, 2,5 Längen vor dem früheren Trabermeister Padolin. Am Ende waren damit jene zwei Pferde vorn, die 25 Meter hinter dem Rest des Feldes hatten starten müssen.

Der logische Sieger

Spike ist ein logischer Sieger: Der 12-Jährige ist das bisher erfolgreichste Pferd der Schweizer Trabsaison 2018. Bei sechs Starts auf Schnee und Gras hatte er nun fünfmal die Nase vorn. Schon 2017 war er drauf und dran gewesen, den Mai-Preis zu gewinnen.

Doch damals kam er mit dem kleinen Rebus im Rücken in den Einlauf – eine Konstellation, die Rebus laut seiner Entourage liebt und die ihm die Chance bot, erfolgreich seine stupende Endschnelligkeit auszuspielen.

Im Aarauer Stuten-Cup endete auch die Siegesserie von Semola GK: Die nun 7-jährige Meisterschaftszweite von 2017 hatte nicht nur ihre drei letzten Rennen, sondern auch den Stuten-Cup zweimal in Folge gewonnen. Hans Riesens Vicky Crown mit Etienne Massonnet an den Leinen verhinderte gestern nun den dritten Triumph von Semola GK, die wie Rebus in den Allegra-Farben läuft und von Loris Ferro betreut wird.

Da seine Stute viel Vorwärtsdrang zeigte, liess der Italiener diese verhältnismässig früh, nämlich schon Anfang der letzten Gegengeraden, die führende Vicky Crown angreifen. Semola GK setzte sich schnell um zwei, drei Längen ab. Doch die neunjährige Vicky Crown kam auf der Zielgeraden noch einmal auf und rang die Favoritin auf den letzten Metern nieder. Drei Viertellängen betrug der Abstand im Ziel. Auch Vicky Crown ist eine Aarau-Spezialistin: Schon 2017 gewann sie im Schachen zwei Rennen.

Zwei Inländersiege

Im Galoppsektor ritt Nicolas Guilbert auf der Flachen zwei Pferde zum Sieg, unter anderem den im Niedergösger Söhrenhof gezüchteten Prado. Für einen weiteren Inländersieg sorgte im Cross Country Papageno (Stall Schloss Berg) unter Raphael Lingg. Der Aargauer Hindernisreiter Michael Huber sass im Hürdenrennen im Sattel des vom Reinacher Hansjörg Speck trainierten Zweitplatzierten Vaihau.

Die kühlen Temperaturen drückten auf den Publikumsaufmarsch: 4000 Zuschauer verfolgten gestern nach Angaben des Veranstalters die Rennen im Schachen. Am Wettschalter setzten sie rund 60 000 Franken um.