Trotz der ungemütlich kalten Witterung kamen rund 6000 Zuschauer in den Aarauer Schachen. Sie sahen, wie im Hauptereignis – dem mit 12 000 Franken dotierten Mai-Preis der Villiger Söhne AG – Mitfavorit Rêve de Coeur den besten Start erwischte. Obwohl der zuletzt zweimal siegreiche Wallach vor der Tribüne kurz in den Galopp fiel, vermochte er die Spitzenposition zu behaupten. Dahinter trabten die Aussenseiter Okalatto und Ovni de Marny. Barbara Schneiders Napoléon de Bussy, der mit 25 Meter Zulage ins Rennen musste, konnte bald einmal die Lücke zum Feld schliessen.

Bei Rennhälfte verbesserte sich Patricia Felber mit Opéra House aus dem Mittelfeld an die zweite Stelle hinter Leader Rêve de Coeur, der das Feld auch noch auf die Zielgerade führte. Gegen den Endspurt von Opéra House, der ihn mit grosser Autorität auf Rang zwei verwies, hatte er aber keine Chance. Napoléon de Bussy zeigte einen schönen Schlusseffort, doch die Spitzenpferde hatten sich zu weit abgesetzt, sodass es nur noch zu Rang fünf reichte.

Patricia Felber konnte im letzten Herbst mit Opéra House bereits die mit 40 000 Franken dotierte Meisterschaft der Traber gewinnen. Die 55-jährige Besitzertrainerin aus Apples hatte mit einem Spitzenresultat gerechnet: «Nach dem vierten Platz beim Saisondebüt in Avenches war ich zuversichtlich. Opéra House ist unerhört zäh und willensstark. Bei der Siegerehrung wild und ungebärdig, kann man im Rennen mit ihm jede Taktik anwenden.»

Ramuntcho Fleuri souverän

Gleich zu Beginn des Renntags sorgte Ramuntcho Fleuri vom Stall Black point des Birmenstorfers Alois Meier für einen Aargauer Sieg. Der achtjährige Fuchswallach übernahm im Preis der Aargauer Zeitung, trotz einem Starthandicap von 25 Metern, nach rund einem Drittel der Distanz die Spitze und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Alois Meier fürchtete als Gegner vor allem den «Bovay» Valcourt, der aber bei einem Startfehler viel Boden verlor. Der beste Traber von Alois Meier – Seriensieger Quidaho – hätte am Mittwoch in Avignon starten sollen, blieb aber zu Hause, weil Trainer Jean-Bernard Matthey nach einem Sturz vom Heuwagen zwei Tage im Spital verbrachte. Trotzdem sass Matthey im Schachen bereits wieder im Sulky von Ramuntcho Fleuri. «Er kennt eben nichts», meinte Alois Meier trocken.

Für ein Aargauer Spitzenresultat sorgte im Jagdrennen Freedom Saulaie aus dem Stall von Hansjörg Speck. Obwohl der siebenjährige Wallach am meisten Gewicht zu tragen hatte, zog er sich als Dritter sehr ansprechend aus der Affäre. Claudia Koller aus Bottenwil wurde im gleichen Rennen mit Bagmati Vierte.