FC Aarau
Torhüter Lars Unnerstall: «Zu Beginn war ich richtig stark»

Der 23-jährige Torhüter Lars Unnerstall war während der Rückrunde der klingende Name im Aarauer Kader. Ausgeliehen von Schalke, zeigte er mit Paraden am Fliessband immer wieder seine Klasse.

Ruedi Kuhn
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Kaum angekommen, heisst es jetzt wieder loslassen: Torhüter Lars Unnerstall (l.) nimmt nur positive Eindrücke aus Aarau mit.

Kaum angekommen, heisst es jetzt wieder loslassen: Torhüter Lars Unnerstall (l.) nimmt nur positive Eindrücke aus Aarau mit.

KEYSTONE

Lars Unnerstall, was hat Schalke 04, was der FC Aarau nicht hat?

Lars Unnerstall: Na ja, fast alles. Der FC Aarau hat ein Budget für die erste Mannschaft von 4,8 Millionen Franken. Das Budget von Schalke ist mindestens 20-mal höher. Zudem hat Schalke in der Veltins Arena bessere Trainingsmöglichkeiten. Die Infrastruktur ist moderner. Natürlich ist bei Schalke auch der Trainerstab viel grösser. Neben dem Cheftrainer gibt es zwei Co-Trainer, zwei Fitnesstrainer, einen Videoanalysten, ein Torhüter-Trainer und vier Physiotherapeuten. Beim FC Aarau lastet die sportliche Verantwortung in erster Linie auf Trainer René Weiler.

Und was hat der FC Aarau, was Schalke 04 nicht hat?

Beim FC Aarau ist alles ein bisschen kleiner und familiärer. Der FC Aarau hat Charme. Man lernt schnell alle Leute im Umfeld kennen. Mir passt das ganz gut. Ich mag das Beschauliche.

Was verdienen Sie bei Schalke 04?

Das verrate ich nicht. Ein bisschen mehr als beim FC Aarau.

Wer hat in den vergangenen vier Monaten Ihren Lohn bezahlt?

Den Lohn hat Schalke bezahlt. Was das Finanzielle betrifft, haben sich die zwei Klubs schnell geeinigt. Schalke ist den Aarauern sicherlich entgegen gekommen.

Wie fällt Ihre Bilanz der 15 Spiele beim FC Aarau aus?

Es war eine Super-Saison mit vielen Höhepunkten. Dass der FC Aarau frühzeitig den Ligaerhalt gesichert hat, ist fantastisch. Für mich war wichtig, dass ich Spielpraxis sammeln und mich in der Öffentlichkeit zeigen konnte. Der FC Aarau hat mir diese Möglichkeit geboten. Meine ersten Spiele waren richtig stark. Im Laufe der Zeit klappte die Zusammenarbeit mit den Verteidigern immer besser und ich hatte etwas weniger Arbeit.

Auf einer Skala von 1 bis 6: Was würden Sie sich für eine Note geben?

Das ist schwierig zu sagen. Welche Note würden Sie mir geben?

Eine 5 plus. Einverstanden?

Einverstanden.

Haben Sie sich im Brügglifeld wohlgefühlt?

Ja, auf jeden Fall. Es müssen ja nicht immer 40 000 oder 60 000 Zuschauer im Stadion sein, um eine ausgelassene Stimmung zu haben. Es ist doch grossartig, wenn in einem solch kleinen Stadion wie dem Brügglifeld schon bei 4000, 5000 Zuschauern eine grossartige Atmosphäre aufkommt.

Wer oder was bleibt Ihnen beim FC Aarau in Erinnerung?

Ganz klar: Die FCA-Anhänger – sie sind einfach Spitze. Ich war bei einem Fan-Talk. Das hat Spass gemacht. Ich musste Fragen zum sportlichen und privaten Bereich beantworten.

Gab es auch Negatives?

Mir ist aufgefallen, dass in den Stadien der Super-League-Klubs immer wieder viele Feuerwerkskörper und Pyros gezündet werden. Das gibt es in der Bundesliga ganz selten. Zu denken geben mir vor allem die Krawallmacher im Brügglifeld nach dem Spiel gegen Basel vom vergangenen Donnerstag. Das sind doch keine Fans, das sind Chaoten. Da müsste die Polizei viel härter durchgreifen.

Hatten Sie Angst?

Angst nicht, aber Respekt. Deshalb ging ich schnell in die Kabine.

Ist Ihr Wechsel zu Fortuna Düsseldorf schon perfekt?

Leider nicht. Wir sind im Gespräch. Ich habe bei Schalke einen Vertrag bis 2015. Es geht also auch darum, dass sich die beiden Klubs über das Finanzielle einigen. Natürlich wäre Fortuna Düsseldorf ein reizvoller Klub.

Was machen Sie während der Sommerpause?

Ich werde diese Zeit mit meiner Freundin, meinem Hund und meiner Familie verbringen. Vieles hängt jetzt natürlich auch von meiner weiteren sportlichen Zukunft ab.