NLA-Handball
Torhüter Dario Ferrante nach der ersten HSC-Heimniederlage der Saison: «Starten wir halt 2020 eine neue Serie»

Nach zuvor sieben Siegen und einem Unentschieden musste der HSC Suhr Aarau am Samstagabend gegen den HC Kriens-Luzern (22:27) erstmals in dieser Saison vor eigenem Anhang als Verlierer von der Platte. Die Enttäuschung war entsprechend gross, allerdings sahen die Akteure auch viel Positives.

Dean Fuss
Merken
Drucken
Teilen
HSC-Torhüter Dario Ferrante hält bereits eine Kampfansage an die Konkurrenz bereit.

HSC-Torhüter Dario Ferrante hält bereits eine Kampfansage an die Konkurrenz bereit.

Alexander Wagner

Die Enttäuschung in den Reihen des HSC Suhr Aarau ist unmittelbar nach der Schlusssirene gross. Gerne hätte die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann das Jahr 2019 mit einem Erfolg beschlossen. Doch dagegen hatte der letzte Gegner des Jahres, der HC Kriens-Luzern, etwas einzuwenden.

Die Innerschweizer beendeten die Ungeschlagenheit des HSC in der heimischen Schachenhalle in der laufenden Saison. Nach acht Siegen und einem Unentschieden resultierte für den HSC am Samstagabend vor 857 Zuschauerinnen und Zuschauern mit dem 22:27 die erste Niederlage vor eigenem Anhang.

«Diese Heimserie war uns sehr wichtig und wir hätten die Ungeschlagenheit in der Schachenhalle gerne in die Weihnachtferien mitgenommen. Es nervt schon, dass das nicht geklappt hat», sagt HSC-Torhüter Dario Ferrante wenige Augenblicke nach der Schlusssirene. «Fakt ist: Jetzt ist diese Serie zu Ende gegangen. Starten wir im Jahr 2020 halt eine neue.»

Diese Heimserie war uns sehr wichtig und wir hätten die Ungeschlagenheit in der Schachenhalle gerne in die Weihnachtferien mitgenommen. Es nervt schon, dass das nicht geklappt hat

(Quelle: Dario Ferrante, Torhüter HSC Suhr Aarau)

Kaum ist also das letzte Spiel des Jahres vorbei, folgt schon die Kampfansage Ferrantes an die Konkurrenz. Der 26-Jährige, der erstmals seit seiner Mitte Oktober erlittenen Innenbandverletzung im Knie eine Partie zwischen den Pfosten begann, zeigte eine starke Partie und verbuchte neun Paraden.

Innenbandriss im Fuss: Oliveira fällt vier bis sechs Wochen aus

Und die brauchte es auch. Denn neben den Langzeitverletzten Sergio Muggli (Meniskus) und Mathias Müller (Knie) gesellte sich für die Partie gegen Kriens-Luzern auch noch Topskorer Diogo Oliveira auf die Tribüne. Der 22-jährige Portugiese hat einen Innenbandriss im Fuss erlitten und fehlt seinem Klub für rund vier bis sechs Wochen. Läuft alles ideal, dürfte er also zum Auftakt nach der Winterpause wieder einsatzbereit sein.

Zusätzlich sassen Linkshänder João Ferraz und Co-Captain Tim Aufdenblatten zwar im letzten Spiel des Jahres auf der Bank, kamen aber nicht zum Einsatz. Nachdem sie beim Sieg im Cup-Halbfinal gegen GC Amicitia (24:19) vom Donnerstag überraschend hatten mittun können, zollten sie nun dem kräftezehrenden Einsatz Tribut und mussten aufgrund ihrer Adduktorenprobleme pausieren.

«Natürlich haben uns auch heute wieder viele wichtige Spieler gefehlt», sagt Ferrante, ergänzt aber sogleich: «Das soll aber keine Ausrede sein. Wir hätten heute trotzdem gewinnen können. In den letzten paar Minuten fehlte uns heute vielleicht etwas das Quäntchen Glück, das wir zuletzt vor allem zu Hause hatten.»

Die Jungen spielten stark auf

Dem pflichtet Manuel Zehnder bei. «Wir haben gut begonnen, auch nach der Pause, aber am Ende fehlte es dann wohl auch ein wenig an der Konzentration. Das ist natürlich schade», sagt er. Der 20-Jährige spielte aufgrund der zahlreichen Absenzen durch, trug den grössten Teil der Last als Spielmacher auf seinen Schultern und zeigte über weite Strecken eine starke Partie. Mit neun Treffern war Zehnder ausserdem der offensiv erfolgreichste HSC-Akteur.

Trainer Misha Kaufmann zeigte sich trotz Niederlage zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: «Ich schaue nicht nur auf Siege oder Niederlagen. Und auch wenn ich nicht gerne verliere, geht es mir vielmehr um die Entwicklung. Und die stimmt. Das war heute eines der besseren Spiele in dieser Saison», sagt der 35-Jährige. Dieser Eindruck bestätigt sich auch, wenn man in Betracht zieht, dass neben Zehnder im Rückraum der 27-jährige Allrounder Patrick Strebel und der erst 18-jährige Daniel Parkhomenko für die Musik gesorgt haben. «Alle drei haben eine riesige Leistung gezeigt», verteilt Kaufmann Lob.

Kommt hinzu, dass im Vergleich zum Gegner nicht nur Routine, sondern vorab in der Schlussphase auch die Energie etwas fehlte. Kein Wunder: Neben dem dezimierten Kader spielte in dieser Hinsicht auch hinein, dass die Aargauer erst zwei Tage zuvor ein kräftezehrendes Cup-Halbfinalspiel bestritten hatten, während sich die Innerschweizer eine Woche lang auf die Partie hatten vorbereiten können.

Nun ist Erholung angesagt

Nun können sich Spieler und Staff des HSC Suhr Aarau während der rund einmonatigen Winterpause erst einmal von den Strapazen eines ereignisreichen Jahres erholen. «Die Pause kommt sicher zum richtigen Zeitpunkt», sagt Kaufmann.

Das gilt natürlich insbesondere für die zahlreichen Verletzten, von denen der eine oder andere zum Auftakt ins letzte Drittel der NLA-Hauptrunde am Mittwoch, 29. Januar, wieder auf der Platte zurück erwartet werden dürfte. Dann trifft der HSC auswärts auf Schlusslicht RTV Basel.