FC Aarau
Topskorer Marvin Spielmann: «Ich fühle mich auch als Joker wohl»

Marvin Spielmanns Traumtor gegen Lausanne machte ihn zum aktuellen Topskorer des FC Aarau. Was der 19-Jährige zum Treffer und der aktuellen Situation beim FCA denkt.

Dean Fuss
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Marwin Spielmann wusste in Lausanne zu überzeugen.

Marwin Spielmann wusste in Lausanne zu überzeugen.

Chris Iseli

Marvin Spielmann ist zurück. Zurück im Alltag. An diesem Donnerstagmorgen bestreitet er das Mannschaftstraining mit dem FC Aarau, am Nachmittag drückt er die Schulbank. Sein Traumtor zum 1:1-Ausgleich in Lausanne vom Vorabend ist nur noch eine Erinnerung. Eine allerdings, die sich jederzeit auffrischen lässt. Das Video seines Tores kursiert in den sozialen Netzwerken. «Ich habe mir das Tor mehr als zehnmal angesehen», sagt der 19-Jährige lachend. Als das schönste Tor seiner Karriere will er es nicht bezeichnen, aber «es kommt sicher in die Galerie meiner schönsten Tore».

Vor allem war es auch ein technisch sehr anspruchsvoller Treffer. Wie Spielmann den Ball in vollem Lauf mit der Brust annahm und dann direkt abzog, war ganz stark. «Ich habe mir dabei nicht gross etwas überlegt. Ich bin ein Bauchfussballer», sagt er. Trotz seines Traumtores hat es Spielmanns FC Aarau im Stade Olympique nicht zum Sieg gereicht. 1:1 lautete das ernüchternde Endergebnis nach einer Partie, die der Super-League-Absteiger aufgrund seines Chancenplus hätte gewinnen müssen. Trotzdem spricht Spielmann von einem guten Punkt: «Immerhin haben wir diesen auswärts beim Leader geholt. Aber natürlich, es wäre mehr dringelegen», sagt Spielmann. Dass die Aarauer in der Nacht auf Donnerstag nicht mit einem Sieg im Gepäck ins Brügglifeld zurückkehren konnten, lag ganz sicher nicht an ihm. Gesündigt haben andere.

Seit U11 beim FCA

Spielmann selber hat sich einmal mehr als Joker bewährt. Wie bereits bei seinen Toren gegen Chiasso (1:1) und Xamax (2:1) traf er in Lausanne, nachdem er im Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war. Auch seine beiden Assists verbuchte Spielmann jeweils als Einwechselspieler. Hingegen blieb sein Einfluss gegen Wil (0:0) – als er in der 19. Minute den verletzten Sven Lüscher ersetzte – und gegen Schaffhausen (0:1) – als er zu seiner Premiere in der Startelf kam – überschaubar. «Als Einwechselspieler kann man viel einfacher frischen Wind in die Partie bringen», sagt er. «Solange ich meinen Beitrag für die Mannschaft leisten kann und zu meinen Einsätzen komme, fühle ich mich auch als Joker wohl.»

Und das ist derzeit ganz offensichtlich der Fall. Spielmann führt die interne Skorerliste mit seinen drei Toren und den zwei Assists vor Captain Sandro Burki an. Es läuft dem FCA-Eigengewächs. «Es ist schon schade, dass es uns als Team nicht gleich gut läuft wie mir persönlich», sagt er bedauernd. Seit der U11 spielt Spielmann beim FC Aarau. Immer schon war es sein Traum gewesen, dereinst im Fanionteam aufzulaufen. Das hat er in der laufenden Saison geschafft. Mehr als das, er gehört zu den Leistungsträgern des Teams. Das war so nicht unbedingt zu erwarten gewesen, ist er doch mit seinen 19 Jahren der jüngste FCA-Spieler.
Die Glückshormone müssten bei Spielmann im Überfluss vorhanden sein, eigentlich. Doch dafür ist der «Bauchfussballer» neben dem Platz viel zu besonnen. Die ungemütliche Lage seines FCA macht ihm dazu viel zu sehr zu schaffen. «Wir wurden im ersten Saisonviertel oftmals viel zu schlecht belohnt», sagt er. «Die Schuld dafür aber liegt bei uns. Wir müssen uns jetzt steigern und unsere Chancen nützen.» Und die nächste kommt bereits morgen im Brügglifeld gegen Schaffhausen

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