Challenge League
Tolle Spiele? Für den FC Aarau ist der FCZ vor allem ein Sicherheitsproblem

Der FC Zürich in der Challenge League bedeutet für den FC Aarau vor allem eines: Ein Sicherheitsproblem. Und hohe Zusatzkosten. Ein Spiel auf dem Brügglifeld gegen den FCZ wird Zehntausende Franken kosten.

Jürg Krebs
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Wiederholt sich diese Szene? Samstag, 22. Februar 2014: FCZ-Fans zünden im Aarauer Brügglifeld Pyros an während des Super-League-Spiels zwischen dem FC Aarau und dem FC Zürich.

Wiederholt sich diese Szene? Samstag, 22. Februar 2014: FCZ-Fans zünden im Aarauer Brügglifeld Pyros an während des Super-League-Spiels zwischen dem FC Aarau und dem FC Zürich.

KEYSTONE

Wertet der Abstieg des FC Zürich die Challenge League auf? Diese sportliche Frage steht seit Mittwochabend im Raum. Klar ist jedoch bereits jetzt: Beim FC Aarau ist man derzeit wenig begeistert. Und das liegt an den Fans des FC Zürich.

Zwar gewann der FCZ sein Spiel gegen Vaduz, weil aber gleichzeitig Lugano den FC St.Gallen schlug war der Abstieg der Zürcher nach 26 Jahren in der höchsten Spielklasse besiegelt. Ein Teil der Fans nutzte die Gelegenheit für Randale. Erst im Stadion Letzigrund, dann musste die Zürcher Stadtpolizei mit Wasserwerfern, Gummischrot und Reizstoff rund 500 FCZ-Fans in der Zürcher Innenstadt in den Griff bekommen.

Polizisten überwachen die Europaallee nach den Ausschreitungen nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Vaduz im Letzigrund.
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Polizisten raeumen die Europaallee nach den Ausschreitungen nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Vaduz im Letzigrund.
Der FCZ vor der Südkurve nach dem Spiel der Fussballspiel der Super League FC Zürich gegen den FC Vaduz im Stadion Letzigrund in Zürich.
Vermummte Fans randalieren nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Vaduz im Letzigrund.
Vermummte Fans randalieren nach dem Super League Fussballspiel.
Der FCZ steigt zum ersten Mal seit 1988 aus der Super League ab.
FCZ Trainer Uli Forte, Zweiter links, verlaesst fluchtartig die Katakomben des Letzigrund Stadions, nachdem vermummte FCZ Fans.
Angehörige einer Sicherheitsfirma verhandeln mit vermummten FCZ Fans, die am Mittwoch, 25. Mai 2016, nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Vaduz im Letzigrund Stadion in Zürich die Katakomben des Fussballvereins gestürmt haben.

Polizisten überwachen die Europaallee nach den Ausschreitungen nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Vaduz im Letzigrund.

Keystone

Genau vor solchen Situationen haben die Verantwortlichen beim FC Aarau Respekt. Vizepräsident Roger Geissberger schüttelt nur den Kopf als er die Bilder aus dem Letzigrund in Zürich sieht: «Das geht einfach nicht. Die Polizei muss einschreiten», sagt er gegenüber TeleM1.

Tatsächlich aber versuchte ein privater Sicherheitsdienst die Lage im Stadion unter Kontrolle zu bringen. Die Spieler hatten sich jedenfalls schnell in die Kabine gerettet und sich dort eingeschlossen. Auch FCZ-Trainer Uli Forte floh vor laufender Kamera vor den eigenen Fans.

Später nahm er sie aber noch in Schutz: Das sei angesichts der Emotionen verständlich. Das kam nicht sehr gut an.

Bei den Aarauern wecken solche Szenen unschöne Erinnerungen. Beim Spiel zwischen dem FCZ und FC Aarau im November 2014 – damals spielte Aarau noch in der Super League –, zündeten die Zürcher Fans Pyros und sorgten am Bahnhof Aarau für eine Massenschlägerei.

Im April 2015 dann griff die Aargauer Polizei durch: Sie sperrte die FCZ-Fans aus. Der Sprecher der Aargauer Kantonspolizei, Bernhard Graser, sagt mit Blick auf die kommende Spielsaison: «Es wird wieder mit Risikospielen zu rechnen sein.»

Das befürchtet auch FCA-Vizepräsident Roger Geissberger. Und nicht nur das: Der Einsatz der Polizei kostet.

Geissberger rechnet für die beiden Begegnungen gegen den FCZ im Brügglifeld mit je 30'000 Franken zusätzlichen Sicherheitskosten. Diese Zusatzkosten muss notabene Aarau selber tragen.