Wenn an diesem Wochenende im Raum Aarau Sportler auf die Jagd nach orange-weissen Fähnchen gehen, sind darunter auch zwei grosse Aargauer Nachwuchshoffnungen. Timo Suter und Sanna Hotz sind am Aargauer 3-Tage-OL im Einsatz. Hotz ist zwar gespannt darauf, wie sie im Vergleich mit ihren kantonalen Konkurrentinnen abschneidet, wirklich wichtig ist der 16-Jährigen dieser Anlass jedoch nicht. Ähnlich sieht die Situation auch bei Suter aus. Ein entscheidender Lauf ist dies auch für ihn nicht.

Warum die beiden jungen Orientierungsläufer dem regionalen Anlass nicht allzu grosse Bedeutung beimessen, wird schnell klar: Beide verzeichneten bereits auf internationalem Parkett Erfolge. So wurde Sanna Hotz dieses Jahr Europameisterin in der Staffel. Die Begeisterung am Orientierungslauf kommt bei beiden nicht von ungefähr. 1995 wurde Daniel Hotz, der Vater von Sanna, Weltmeister – ebenfalls in der Staffel. Bei den Suters ist OL ebenfalls Familiensache. Vater Nik trainierte eine Zeit lang sogar das Nationalteam der Männer.

Schon früh mitgegangen

In beiden Fällen nahmen die Eltern die Kinder von klein auf an OL-Wettkämpfe mit und generierten somit schon von Beginn an Interesse. «Seit ich mit acht Jahren meinen ersten OL alleine lief, habe ich eine Leidenschaft dafür entwickelt», erklärt der 20-Jährige. Bei beiden war es aber nie der Fall, dass sie zum OL gedrängt worden wären. Suter war – wie auch Hotz – polysportiv tätig. Er entschied sich dann aber doch für den OL, weil er mit 14 ins Kader kam. Er erinnert sich: «Es war schliesslich dank Kyburz, Hubmann und Niggli auch mein Traum.»

Timo Suter (links) sagt: «Ende Jahr möchte ich die Selektionskriterien erfüllen, um ins Elite-Kader aufgenommen zu werden. Die WM ist dann sicherlich mein grosses Ziel.»

    

Die Väter spielten also bereits früh eine wichtige Rolle. Nun ist es aber nicht so, dass Hotz von ihrem Vater weltmeisterliche Tipps fordert, wie die Schofiserin selbstbewusst erklärt: «Den Bedarf, meinen Vater um Hilfe zu bitten, hatte ich nicht wirklich, dafür habe ich eigene Betreuer.» Anders sieht dies bei Timo Suter aus. Beim Nachwuchsathleten aus Rütihof kann es schon vorkommen, dass sich der Vater nach einem Wettkampf mit dem Sohn die Route anschaut. Auf jeden Fall ist es für Kinder einfacher, zum OL zu kommen, wenn die Eltern bereits mit der Sportart vertraut sind. «Die Eltern müssen nicht unbedingt erfolgreich sein, aber wenn sie den OL kennen, wird es auch für Kinder einfacher, den OL kennen zu lernen», bemerkt Hotz. Und Suter pflichtet ihr bei: «Es gibt auch andere Projekte, aber mit den Eltern ist es einfacher.»

In Zukunft so erfolgreich wie ihre Eltern?

Er, der im Herbst ein Geomatik-Studium beginnen wird, hat für dieses Jahr noch ein Ziel: «Ende Jahr möchte ich die Selektionskriterien erfüllen, um ins Elite-Kader aufgenommen zu werden. Die WM ist dann sicherlich mein grosses Ziel.» Bei der jüngeren Hotz sieht das noch etwas anders aus: «Vor allem möchte ich weiterhin Spass haben. Und ich möchte mich durch internationale Einsätze entwickeln.»

Wie diese Entwicklung aussehen soll, hängt auch noch etwas davon ab, was sie nach Abschluss der Kanti machen wird – aber das weiss sie noch nicht. Ob Sanna Hotz und Timo Suter eines Tages ähnlich erfolgreich werden wie ihre Eltern, wird sich zeigen. Momentan sind sie jedenfalls auf bestem Weg dazu.