An der 12. Delegiertenversammlung des Aargauer Turnverbands (ATV) wird es keine Kampfwahl um das Präsidium geben.

Thomas Jäger hat seine im November 2011 angekündigte Kandidatur zurückgezogen. Der Aargauer Turnverband bestätigte diese Meldung auf Anfrage der Aargauer Zeitung.

Jäger äusserte sich bereits am Eidgenössischen Turnfest in Biel dahingehend: «Die Vereine sind zufrieden, wie es derzeit im ATV läuft. Deshalb werde ich am 9. November in Rohrdorf nicht zur Wahl antreten.»

Eklat an der Jahrestagung

Dabei hatte es an der Delegiertenversammlung 2011 in Kleindöttingen noch nach einem veritablen Sturm Jägers auf das Präsidentenamt ausgesehen, als er ATV-Präsident Christian Menzi den Kampf um die Verbandsführung ankündigte.

Die 10. Jahrestagung des grössten Aargauer Sportverbandes endete im Eklat. Thomas Jäger, Gesamtwettkampfleiter des Eidgenössischen Turnfests 2013 und bis 2010 ATV-Vorstandsmitglied, kritisierte die Stimmung im Verband. Deshalb kandidiere er 2013 als Präsident.

Für Konfusion gesorgt

Jäger sorgte bei den überrumpelten Delegierten für Konfusion, signalisierte im Anschluss aber Gesprächsbereitschaft. Er wolle keine Schlammschlacht veranstalten. Er bot dem Präsidenten eine Aussprache an.

«Wir müssen gemeinsam einen Weg finden für unsere gute Sache, das Turnen», sagte Jäger. Menzi ging Jägers Angriff unter die Haut.

Wem das Turnen am Herzen liege, lanciere keine Bauchschüsse. Der Präsident bezeichnete den ATV als Unternehmen, dessen Zentralvorstand eine klare Linie durchziehe.

Ausprachen führten zur Einigung

An der 11. Delegiertenversammlung 2012 in Hirschthal waren alle Beteiligten sichtbar erleichtert, dass kein neuer Sturm im Wasserglas aufzog.

Das Thema «Jäger» wurde weiträumig umfahren. Menzi verriet einzig, dass Anfang Jahr eine Aussprache zwischen den Beteiligten unter neutraler Führung stattgefunden habe, über die Stillschweigen vereinbart wurde. Was 2013 passieren wird, konnte Menzi damals allerdings nicht beantworten.

Stabilität und Kontinuität

Nun hat es offenbar eine neuerliche Aussprache gegeben. Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten für die Delegiertenversammlung 2013 kam es zu einem Treffen zwischen dem Zentralvorstand ATV, den Kreisturnverbänden und Thomas Jäger. Bei dieser Zusammenkunft wurde die Kandidatur von Thomas Jäger als ATV-Präsident besprochen.

«Aufgrund der gemeinsamen Beurteilung der positiven Entwicklung im Aargauer Turnverband hat man sich gemeinsam darauf geeinigt, dass eine Kandidatur von Thomas Jäger im Moment keinen Sinn macht», heisst es in einer offiziellen Stellungnahme.

«Die aktuellen Themen und Aufgaben sollen mittels Stabilität und Kontinuität im ATV-Zentralvorstand weitergeführt und abgeschlossen werden. Thomas Jäger hat seine Kandidatur zurückgezogen.»

Jäger hatte bereits 2011 seine Chancen auf eine Wahl als gering eingeschätzt. Von 20 Prozent sprach er damals. Nun sieht es so aus, als ob Menzi ohne Widerstand sein siebtes Präsidialjahr in Angriff nehmen kann.