Tennis

Tennisklub Baregg-Baden schlägt die Old Boys mit 5:4

Markus Egger wird extra für die Begegnung mit den Old Boys aus Österreich eingeflogen, er spielt ohne Entlöhnung.

Markus Egger wird extra für die Begegnung mit den Old Boys aus Österreich eingeflogen, er spielt ohne Entlöhnung.

Von wegen Aussenseiter: Baregg-Baden nimmt in den Aufstiegsspielen die erste Hürde und der Traum von der NLA geht in die nächste Runde, auch wenn das Saisonziel der Badener längst erreicht ist.

Badens Team-Captain Stephan Kyburz sagt in die Runde: «Er ist am Flughafen.» Rechtzeitig vor dem ersten Ballwechsel. Mit Markus Egger haben die Badener für die erste Aufstiegsrunde sogar Unterstützung aus Österreich bekommen. Per Privatjet wurde der N2-Spieler eigens für eine Einzel- und Doppelpartie eingeflogen. Eine verrückte Sache, die aber eindrucksvoll zeigt, dass die Tenniswelt am Baregg derzeit kopf steht. Das definierte Ziel «Ligaerhalt über die Aufstiegsspiele» wurde locker erreicht. Mit den leicht favorisierten Old Boys aus Basel – die aber nicht in Topbesetzung antraten – hat man eine weitere Hürde aus dem Weg geräumt. «Wahrscheinlich hätten nur die wenigsten gedacht, dass diese Saison so verlaufen wird», lächelt Kyburz.

Der Grund für den Erfolg ist simpel: Baregg-Baden tritt als eingeschworene Einheit auf. Hinter dieser Plattitüde steckt ein interessanter Hintergrund. Denn seit Jahren spielt der harte Kern um Kyburz, Slobodan Mavrenski und Muhamed Fetov zusammen. Sie haben den Verein vor zwei Jahren in die NLB geführt und sind nun drauf und dran, für ein weiteres, kleines Tennismärchen zu sorgen. Auch neben dem Platz sind die Aargauer Tenniscracks längst Freunde geworden, sehen sich fast täglich. «Dieser Zusammenhalt ist nicht selbstverständlich. Andere Tennisklubs versuchen mit möglichst vielen Ausländern Erfolge einzufahren», sagt Kyburz. Bei Baden-Baregg definiert man sich über die Solidarität. Bestes Beispiel dafür ist der eingeflogene Markus Egger, der gestern unentgeltlich für die Badener auf Punktejagd ging, «einfach weil er Spass hat, in unsere Mannschaft zu spielen», freut sich der 26-jährige Captain.

Nächster Gradmesser in den Aufstiegsspielen wird Seeblick aus Zürich sein, welche sich gegen Froburg Trimbach ebenfalls mit 5:4 durchgesetzt haben. Anders als die Basler, peilen die Zürcher einen Aufstieg in die NLA an und werden nächste Woche aller Voraussicht nach in Bestbesetzung antreten. «Wer weiss, wie diese Runde ausgehen wird. Was jetzt folgt, ist für uns ohnehin nur noch das Dessert einer erfolgreichen Saison.» Der Traum von der Nationalliga A haben die Badener jedenfalls nicht aufgegeben, auch wenn der Aufstieg einer Sensation gleich käme. Aber wie sagt Stephan Kyburz so schön: «Träumen darf man immer.»

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