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Nach 10 Jahren: Die Besten treffen sich zu den Aargauer Hallenmeisterschaften

Von Freitag bis Sonntag finden in Zofingen die ersten Aargauischen Tennishallenmeisterschaften seit zehn Jahren statt – sie sind ausgebucht.

Melanie Gamma und Fabio Baranzini
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Lokalmatadorin Selina Kaufmann vom TC Zofingen.

Lokalmatadorin Selina Kaufmann vom TC Zofingen.

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77 Spielerinnen und Spieler, sieben Kategorien, 70 Matchs – das sind die Kennzahlen der Aargauischen Hallenmeisterschaften. Am Freitag um 16 Uhr geht es los im Tennis und Squash Center in Zofingen. «Mit 70 Spielen innert drei Tagen sind wir ausgebucht, das wird spannend», sagt Sandra Laubi, Nachwuchsverantwortliche des Aargauischen Tennisverbandes und mit ihrem Mann Thomas Inhaberin des Centers in Zofingen. Sie hatte auf viele Anmeldungen gehofft, dass das Turnier so einschlägt, freut sie umso mehr. «Zuletzt fand der Verband keinen Veranstalter, der kantonale Indoor-Titelkämpfe für Aktive ausrichten wollte», weiss Sandra Laubi. Mit ihrem Centerteam in Zofingen wagt sie nun dieses Unterfangen. «Wir wollen die Aargauer Tennisszene beleben und es scheint, als sei dies den Aktiven auch ein Bedürfnis.»

Optische Veränderungen und frischer Wind seit 2018

Sandra Laubi übernahm 2018 mit ihrem Mann das Tennis und Squash Center in der Trinermatte vom langjährigen Inhaber Pancho Frey. Schnell war frischer Wind spürbar, nicht nur optisch durch den Umbau des Kaffees und einen Biergarten im Sommer. Durch die Zusammenarbeit mit der Tennisschule NRG-TENNIS trainieren heute rund 200 Kids im regionalen Ausbildungszentrum.

«Es herrscht wieder mehr Betrieb, wir sind frequentierter und präsenter in der Öffentlichkeit», ist Sandra Laubi überzeugt. Auch die beiden Lockdowns, während denen die Türen ihrer Sportstätte zublieben, bremsten zuletzt den Aufschwung nicht. Im Gegenteil: die «Zwangspausen» wurden genutzt, um neue Formate zu schaffen wie die Winter Team Challenge, die an den Weekends für Vollbesetzung der Plätze sorgt: 61 Mannschaften tragen diesen Winter über 650 Matches in Zofingen aus.

Doch zurück zu den Aargauer Meisterschaften: Sie gehen von Freitag bis Sonntag zum ersten Mal seit zehn Jahren über die Bühne. Auffällig ist dabei die hohe Anzahl an weiblichen Tenniscracks. In der offenen Konkurrenz (N2/R3) ist der Frauenanteil etwa deutlich höher als bei den Männern. «Normalerweise kämpfen Turnierveranstalter damit, genügend Spielerinnen zu finden, es freut mich, dass das bei uns nicht der Fall war», sagt Laubi. Sie freut sich insbesondere auf die Frauendoppel, die sonst an kantonalen Meisterschaften selten genügend Anmeldungen verzeichnen.

Im Einzel kämpfen in Zofingen zehn Frauen um den Meister-Titel. Angeführt wird die Setzliste von U16-Juniorin Stefaniya Pushkar (N4, 59) aus dem Kanton Bern vor den R1-Spielerinnen Noelle Kuhn und Lokalmatadorin Selina Kaufmann vom TC Zofingen, fünf weitere R2-Spielerinnen fungieren im Tableau.

Der Veranstalter ist an allen Fronten gefordert

Bei den Männern sind in der offenen Kategorie zwar nur vier Spieler eingeschrieben, sie gehören aber alle zu den Top 100 der Schweiz. Titelfavorit ist der Küngoldinger Jonas Schär (N2, 22). Sein nominell stärkster Kontrahent ist Gian Grünig (N3, 38).

Nebst den Spitzenspielern treten auch die Breiten- und Hobbysportler zu den Duellen um Titelehren an. Die Kategorie R4/R6 der Männer ist mit 25 Teilnehmenden, darunter sieben R4-Spieler, die am besten besetzte Konkurrenz. Weitere Medaillen werden in den Kategorien R4/R6 der Frauen, sowie R7/R9 der Männer und Frauen vergeben. Zuschauer sind (geimpft oder genesen) zugelassen, bis alle 30 Plätze im Kaffee – mit Blick auf die Tennisplätze – belegt sind.

Mit den Siegerehrungen und einem kleinen Apéro enden die Aargauer Meisterschaften am Sonntagabend. Sandra Laubi und ihr Team werden bis dahin im Dauereinsatz stehen. Ob administrative und sportliche Turnierleitung oder Verpflegung – die Inhaber, bestehende und zusätzlich aufgebotene Mitarbeitende des Tenniscenters Zofingen zeichnen für alles verantwortlich. Auch die Werbetrommel für Teilnehmende rührte man eigenständig.

Schaut am Ende finanziell etwas heraus für die Veranstalter? Sandra Laubi lächelt: «Wir hoffen, dass es ein Nullsummenspiel wird – den Aufwand rechnen wir gar nicht erst. Aber es lohnt sich bestimmt, die Spieler werden es schätzen, bei uns antreten zu können, und wiederkommen. So gewinnen wir alle etwas.»

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