Ein Besuch im Aarauer Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Basel förderte Erstaunliches zutage. Cheftrainer René Weiler verlangte von seinen Spielern kognitive Höchstleistungen, indem er das taktische Konzept für das Duell mit dem Ligakrösus vom Rheinknie revolutionierte – mit einer variablen Abwehrreihe, mit einer Doppelspitze und mittendrin Christopher Teichmann als linker Mittelfeldspieler. «Ich stelle dich immer nur gegen Basel auf», scherzte Weiler mit dem 18-Jährigen, dessen kometenhafter Aufstieg zuletzt ins Stocken geraten war. In der Vorbereitung auf die laufende Saison hatte sich Teichmann mit starken Leistungen ins Fanionteam gespielt.

Der normale, harte Weg

Beim Auftaktspiel in Basel stand er sogleich in der Startelf, doch nach dem zweiten Auftritt im FCA-Trikot (4:2 gegen Luzern) fiel er ausser Rang und Traktanden. Nicht im Aufgebot war hinter seinem Namen oft zu lesen. «Von einer schwierigen Zeit würde ich aber nicht sprechen», sagt Teichmann nüchtern zur Reservistenrolle. Als jüngster Kaderspieler habe er schliesslich nicht davon ausgehen können, dass er schon in der Hinrunde regelmässig zum Einsatz kommen würde. Auch Weiler spricht von einem «normalen Prozess», den Talente auf dem steinigen Weg zum Durchbruch zu meistern hätten. «Christopher spielte anfangs befreit auf. Danach begann er vermehrt zu überlegen. Er verlor seine Lockerheit und verkrampfte sich zunehmend», so Weiler. Inzwischen sei Teichmann im Kopf wieder freier, seine Entwicklung positiv. Dementsprechend vermochte es nur Aussenstehende zu überraschen, dass der U19-Nationalspieler wieder einmal eine Bewährungschance erhielt.

Viel Applaus für grossen Einsatz

Der Youngster fand sich nach seiner Rückkehr schnell zurecht. Er kämpfte, er rannte, er grätschte – und fügte sich nahtlos ins starke Aarauer Kollektiv ein, das dem Schweizer Meister mit viel Einsatzwillen und Kampfgeist entgegentrat. «Er hat ein gutes Spiel gemacht», urteilt Cheftrainer René Weiler, der den Mittelfeldspieler in der Mitte der zweiten Halbzeit auswechselte. Viel Applaus erntete Teichmann für seine Leistung, als er ausgepumpt vom Spielfeld lief. «Die Kraft hat mir noch gefehlt für einen längeren Einsatz», so Teichmann, schliesslich habe er zuletzt kaum Spielpraxis sammeln können. Aber es sei ein «unglaublich geiles Gefühl» gewesen, im ausverkauften Brügglifeld auflaufen zu dürfen. Es bleibt ihm zu wünschen, dass er sein Talent zukünftig nicht nur gegen den FC Basel unter Beweis stellen darf.