Eidgenössisches Turnfest
Synchron-Frust und Silber-Freude: Brack erlebt einen Salto der Gefühle

Martin Brack holt in Biel überraschend Silber im Trampolin-Einzel. In der Paradedisziplin Synchron-Springen mit Bruder Markus stürzte das Duo im Final-Wettkampf. Für Martin Brack war das Turnfest zugleich der Abschluss seiner Karriere.

Martin Arnold
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Die Brüder Martin (h.) und Markus Brack im Synchron-Final. MAR

Die Brüder Martin (h.) und Markus Brack im Synchron-Final. MAR

«Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge», sagte Martin Brack nach dem Wettkampf. Brack gewann am Eidgenössischen Turnfest Silber im Trampolin-Einzelwettkampf. Die grosse Enttäuschung folgte im Synchron-Springen: Brack stürzte in der Finalübung.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Martin und sein Bruder Markus legten in der Qualifikation die Messlatte hoch. Punkto Synchronität waren sie allen Konkurrenten überlegen.

Auf die Hundertstelsekunde genau sprangen die Turner des STV Möriken-Wildegg ihre Sprünge. Wie es sich als Titelverteidiger und Schweizer Meister gehört. Und es kam noch besser: Die anderen Paare stürzten reihenweise. Brack und Brack blieben konzentriert und kamen mit Vorsprung in den Final.

Doch in der Finalübung passierte es. Martin Brack: «Beim zweiten Sprung kam ich zu weit nach hinten und konnte nicht mehr richtig abspringen.» Sturz, das wars. «Das ist so schade. Ein Sturz in der allerletzten Wettkampf-Übung meiner Karriere.

Martin (h.) und Markus Brack springen bis an die Hallendecke.
5 Bilder
Kopfüber: Martin (h.) und Markus Brack.
Die Brüder Brack im Anflug.
Innovatives Programm der Bracks.
Gestreckter Salto der Turner des STV Möriken-Wildegg

Martin (h.) und Markus Brack springen bis an die Hallendecke.

Martin Arnold

Unsere Strategie heute war es, von Anfang an Vollgas zu geben. Schwierige Übungen bedeuten höheres Risiko.» Das hat sich heute nicht ausbezahlt. Fühlten die beiden Brüder sich bereits als sichere Sieger, als so viele vor ihnen stürzten? Martin muss sich nichts vorwerfen.

«Ich schaue den anderen nicht zu. Denn ich habe meine Rituale und schaue nur auf mich.» Tatsächlich, er und sein Bruder zogen sich zum Warten immer in die hinterste Ecke der Halle zurück.

Umso grösser war seine Freude über die Silbermedaille in Einzel. Die kam für viele ganz unerwartet. Brack hatte sich erst vor wenigen Wochen entschieden, ein Comeback zu geben im Einzelspringen. Sein Trumpf war seine Nervenstärke. Brack machte kaum Fehler, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten.

Favorit Nicolas Schori (Ecublens) zum Beispiel musste seine zweite Übung abbrechen und auch Martins Bruder Markus brauchte in der zweiten Übung Korrektursprünge, um auf der Sprungfläche zu bleiben.

Damit war der Weg frei für Martin im Finale. Vorwärts rotieren und rückwärts, schrauben und bücken: Er sprang hoch und sauber und immer schön in der Mitte des Trampolins. Nach der Übung ballte er die Faust. Die Überraschung war ihm geglückt. Nur einer war noch besser: Turnfestsieger wurde Fabian Wyler aus Stäfa.

Für die Trampolin-Turner aus Möriken-Wildegg gab es zwei weitere Silbermedaillen: Michel Schärer allein (U16) und synchron mit Mario Beckert (Synchron B). Leiter Köbi Brack war mit den Leistungen seiner Athleten sehr zufrieden: «Es waren acht im Elite-Final, vier davon von uns.» Er kann stolz auf seine Truppe sein.