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Super-League-Aufstockung in Gefahr: Der FC Aarau hofft heute auf positive Signale an wegweisender Sitzung

Kehrt die Super League nochmals ins Brügglifeld zurück? Der baldige Entscheid über eine allfällige Liga-Vergrösserung ab 2021 hat grossen Einfluss auf diese Frage

Kehrt die Super League nochmals ins Brügglifeld zurück? Der baldige Entscheid über eine allfällige Liga-Vergrösserung ab 2021 hat grossen Einfluss auf diese Frage

Nach dem «Ja» zum neuen Stadion im Torfeld Süd steht für den FC Aarau in Kürze der nächste, wegweisende Entscheid neben dem Platz an: Bis spätestens Mitte März muss die Generalversammlung der Swiss Football League, bestehend aus den 20 Schweizer Profiklubs, die Frage nach der Aufstockung der Super League beantworten. Was einst Formsache schien, ist nun in Gefahr: Am Montag 20. Januar findet die wegweisende Sitzung statt.

Die Zeit drängt: Bis spätestens Mitte März muss die Generalversammlung der Swiss Football League, bestehend aus den 20 Schweizer Profiklubs, die Frage nach der Aufstockung der Super League beantworten. Einerseits aus wirtschaftlicher Sicht: Im Frühling findet der Bieterwettbewerb für die ab der Saison 2021/22 gültigen TV-Rechte an der Super und Challenge League statt. Andererseits aus sportlicher Sicht: Sollten Grösse und Modus ab 2021 tatsächlich ändern, braucht es die kommende Saison als Übergangsjahr ins neue Zeitalter.

Und hier kommt der FC Aarau ins Spiel: Besteht die die Super League ab 2021 aus zwölf Klubs, würden in der kommenden Spielzeit zwei Teams aus der Challenge League direkt aufsteigen, der drittklassierte würde sich im Mai 2021 in der Barrage mit dem Zehnten der Super League messen. In diesem Fall gäbe es für den FCA in der nächsten Saison nur ein Ziel: Aufstieg! Einerseits, weil ein solcher nie mehr so einfach zu erreichen sein wird. Andererseits, weil die Challenge League ab der Saison 2021/22 an Attraktivität verlieren würde, sollten sich zwei, vielleicht drei Zuschauermagneten ins Oberhaus verabschieden.

Würde die Super-League-Aufstockung abgelehnt und alles beim alten bleiben (zwei Zehnerligen mit 36 Spieltagen), verändert sich die Ausgangslage und somit die Planung des FCA für die nächste Saison: Ein Aufstieg 2021 wäre dann nicht mehr das ultimative Ziel, die Rückkehr in die Super League würde spätestens bis 2024 angepeilt. Rechtzeitig vor der Eröffnung des neuen Stadions, mit der Stand heute zu Beginn der Saison 2024/25 gerechnet werden darf.

Als die SFL im vergangenen Spätsommer mit den Plänen für eine Zwölferliga mit neuem Modus an die Öffentlichkeit trat, schien die Umsetzung nur noch Formsache. Doch je näher der ursprüngliche Abstimmungstermin am 22. November 2019 rückte, umso mehr Zweifel kamen bei den Klubs, hauptsächlich bei jenen aus der Super League, auf. Mit der Folge, dass die Abstimmung ins erste Quartal 2020 verschoben wurde.

Gleichzeitig wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um die verschiedenen Klubinteressen zu sammeln und möglichst einen Konsens zu finden. Scheinbar erfolglos: Denn nun kommt es am Montag 20. Januar in Bern nochmals zu einer Sitzung aller 20 Profiklubs. Und an dieser soll die Tendenz klar werden, in welche Richtung es geht. Klar ist: Vom früheren Optimismus der Befürworter einer Super-League-Vergrösserung ist nicht mehr viel übrig, nicht mehr als 50:50 schätzen sie die Chancen auf die Liga-Aufstockung noch ein.

Zwei Grundsatzfragen beschäftigen die Klubs und lassen viele von ihnen an der Ligarenovation zweifeln: Erhalten die Vereine der obersten Liga künftig weniger TV-Gelder, wenn sie nicht mehr nur durch zehn, sondern zwölf teilen müssen? Und wie wird der finanzielle Verlust aus der Tatsache, dass es nicht mehr 36, sondern weniger Spieltage geben wird und somit auch aus dieser Quelle weniger Einnahmen für die Vereine, aufgefangen?

Zum neuen TV-Vertrag ist zu hören, dass er der SFL und somit den Klubs deutlich mehr Geld bringen soll als die bisherigen gut 30 Millionen Schweizer Franken. Vertreter aus dem SFL-Komitee sprechen von 40 Millionen, weil neben dem Teleclub und der SRG auch internationale Player ihr Interesse angemeldet hätten. Aber ob 40 Millionen realistisch sind? Schwer zu glauben, falls alles beim Alten bleibt, also weiterhin im zwar sportlich fairsten, punkto Entertainment aber ungünstigsten Modus "Vier Mal jeder gegen jeden" gespielt wird. Bei der angedachten Aufteilung in eine Meister- und Abstiegsgruppe bei Saisonhälfte und allenfalls einer Punktehalbierung, was zusammen mehr Spannung und Spektaktel in den Ligabetrieb bringen soll, ist indes eine Erhöhung der TV-Gelder vorstellbar.

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