Handball
Suhr Aarau verliert gegen Bern in den Schlussminuten

Die Handballer von Suhr Aarau verpassten gegen den BSV Bern den möglichen Punktegewinn in der Schlussphase. Lange konnten sie mithalten und lagen bis zehn Minuten vor Schluss sogar in Führung.

Jörg Greb
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Mathias Kasapidis (links, Suhr) geht gegen Goalie Dominic Rosenberg (rechts, Bern) in den Abschluss.

Mathias Kasapidis (links, Suhr) geht gegen Goalie Dominic Rosenberg (rechts, Bern) in den Abschluss.

foto-net / Alexander Wagner

Torhütertalent Flavio Wick sass Minuten nachdem die 30:32-Niederlage gegen den BSV Bern in sich gekehrt am linken Pfosten seines Tores. Gut hatte es der 19-Jährige gemacht in der zweiten Hälfte. Nachdem er in den ersten zehn Minuten mitverfolgen durfte, wie die Feldspieler seiner Equipe acht Tore erzielten, während er sich nur fünf Mal machtlos geschlagen geben musste, gelang es der lautstark unterstützten Heim-Mannschaft nicht, den nun erarbeiteten Vorsprung über die Zeit zu retten. In den letzten zehn Spielminuten wendeten die routinierteren und breiter besetzten Berner ein 26:27 in einen ganz zum Schluss nicht mehr gefährdeten Sieg.

Am Schluss war die Luft draussen

Um einen wichtigen Sieg aus ihrer Sicht handelte es sich, den sie gebührend feierten. Bitter für Suhr Aarau und bitter für Wick. Er hatte mit einer letzten Glanzparade 90 Sekunden vor Schluss die Initialzündung für ein Schlussfeuerwerk gegeben - oder geben wollen. 30:31 stand es zu diesem Zeitpunkt. Doch die nun etwas überhasteten und ausgepowerten jungen Aargauer verstanden es nicht, die Möglichkeit zu nutzen. Statt des Ausgleiches mussten sie nach einem Gegenstoss das Schlussverdikt hinnehmen.

Nicolas Suter (vorne, Suhr) lässt sich von Marco Kurth (hinten, Bern) nicht aufhalten.
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Patrick Strebel (links, Suhr) im Duell mit Goalie Dragan Marjanac (rechts, Bern).
Marco Kurth (hinten, Bern) hat gegen Mathias Kasapidis (vorne, Suhr) das Nachsehen.
Lukas Strebel (vorne, Suhr) lässt David Nyffenegger (hinten, Bern) stehen und geht in den Abschluss.
Benjamin Steiger (links, Bern) versucht Ljubomir Josc (rechts, Suhr) in Schach zu halten.

Nicolas Suter (vorne, Suhr) lässt sich von Marco Kurth (hinten, Bern) nicht aufhalten.

foto-net / Alexander Wagner

Die Enttäuschung sass tief, auch bei Routinier und Leistungsträger Mischa Kaufmann. Gegen die Berner, für die er bis vor anderthalb Jahren während fünf Saisons gespielt hatte, lastete viel Druck und Verantwortung auf dem Topshooter. «Wir verstanden es zu wenig, die gute Ausgangslage zu nutzen», resümierte er. Auf «zu viele freie Bälle, zwei Gegenstösse, zwei Abschlüsse vom Kreis» spielte er an. Zur Geltung brachte er aber auch einen Unterschied, der sich nicht kaschieren liess: die Breite des Kaders. Diese verstanden die Berner schliesslich zu nutzen, gerade auf den zentralen Rückraumpositionen.

Klasse Leistung der Torhüter

Bei Suhr Aarau aber hatte er selber zu Beginn und ganz am Schluss sowie vor allem der grundsätzlich sehr überzeugende Nachwuchsmann Nicolas Suter ganz am Schluss eine Baisse hinzunehmen. «Dass gerade ein derart junger Spieler nicht über die Konstanz für 60 Spielminuten in dieser Intensität verfügt, ist normal», nahm er seinen Mitspieler in Schutz. Und «dass wir mit dem einen oder andern Schuss am besten Torhüter der Liga scheiterten, darf auch nicht verwundern», sagte er. Dragan Marjanac meinte er, den serbischen Klassehüter. Erstaunlich aber, dass es dieser insgesamt nicht auf mehr Paraden brachte als das Suhrer Duo Stojkovic/Wick.

Trotz der Enttäuschung sah Kaufmann - im Gegensatz zu Wipf am Torpfosten - schnell auch das Positive. «Es spricht für uns, dass wir gegen eine solche Mannschaft mithalten.»

Suhr-Aarau - BSV Bern-Muri 30:32 (14:16)

435 Zuschauer. - SR Rashaed/El Sayed (Ägy). - Strafen: je 4mal 2 Minuten.

Suhr Aarau: Stojkovic (1. Häfte plus 1 Penalty)/Wick (ab 2. Halbzeit); Bräm (2), Kasapidis (4), Suter (7/1), Konecnik, Zuber, Romann (2), Aufdenblatten, Lukas Strebel, Josic (5/1), Studer, Kaufmann (8/2), Patrick Strebel (2).

BSV Bern Muri: Marjanac; Lengacher (4), Reber, Steiger (7), Röthlisberger (3), Prachar, Striffeler (2), Kurth (6/3), Nyffenegger (4), Räz (2), Mühlemann (3), Getzmann (1).

Bemerkungen: Suhr-Aarau ohne Pramuk (verletzt), BSV Bern Muri ohne Hess und Tarhai (beide verletzt).

Rangliste NLA: 1. Pfadi Winterthur 10/16. 2. St. Otmar St. Gallen 10/16. 3. Wacker Thun 10/13. 4. Kadetten Schaffhausen 10/12. 5. GC Amicitia Zürich 10/12. 6. Kriens-Luzern 10/9. 7. BSV Bern Muri 10/8. 8. Lakers Stäfa 10/6. 9. Fortitudo Gossau 10/5. 10. Suhr Aarau 10/3.

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