Nationalliga A
Suhr-Aarau-Trainer: «Wir spielten einfach schlecht, wirklich schlecht»

Der Aufsteiger Suhr Aarau verliert das sogenannte Vier-Punkte-Spiel gegen Fortitudo Gossau mit 28:31. Damit bleibt der HSC Tabellenletzter.°

Jörg Greb
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HSC Suhr Aarau - Gossau
6 Bilder
Patrick Romann (in rot) kommt nicht durch
Lukas Strebel (M.) zeigt sich kampfstark
Jonas Buholzer (links) mit spektakulärem Abschluss
Trainer Patrik Fend (rechts) mit Coach Guido Frei
Jubelnde Gossauer, hadernde Aargauer

HSC Suhr Aarau - Gossau

Otto Lüscher

Der Routinier war sprachlos. HSC-Coach Guido Frei fand unmittelbar nach dem 28:31 seines HSC Suhr Aarau keine Worte, um das in den zweimal 30 Minuten Vorangegangene treffend zusammenzufassen. Es war der letzte Tag eines intensiven Handball-Monats und wäre die Gelegenheit gewesen, einen Monat der Hoffnungszeichen erfolgreich abzuschliessen.

Fortitudo Gossau hiess der Gast in der Schachenhalle, der Achtplazierte, dem die Aargauer mit einem Sieg bis auf einen Punkt nahe gekommen wären und gleichzeitig die rote Laterne an die Lakers von Stäfa abgetreten hätten.

Ehrlicher Trainer

Hätte, wäre, könnte. Der Konjunktiv hatte keine Berechtigung – nicht weil der Gast über seine Verhältnisse gespielt hatte, sondern aus eigenem Unvermögen. In einer schwachen, von Fehlern geprägten Partie holte sich die in der Schlussphase etwas weniger fahrige Equipe verdient das Punktepaar.

«Es fehlte überall, in der Defensive, im Angriff, bei den Torhütern, beim Auftritt der Mannschaft», sagte Frei nach reiflichem Überlegen und fügte an: «Wir spielten einfach schlecht, wirklich schlecht.»

Bei der Anschlussfrage nach möglichen Gründen musste er erneut passen. «Die Nerven können es wohl kaum gewesen sein, dies hätte sich durch mehr technische Fehler gezeigt, nicht aber durch eine schier inexistente Deckung.» Was Frei hingegen ohne grosses Analysieren festhalten konnte: «Das war unsere schwächste Saisonleistung.»

Offen bis zur 40. Minute

Jemanden an den Pranger zu stellen wäre verfehlt. Trotzdem gibt es in jeder Mannschaft wichtigere und etwas weniger wichtige Spieler. Einer, wenn nicht der Key-Player des HSC ist Spielmacher Misha Kaufmann.

Und gerade er – gesundheitlich angeschlagen – lief seiner normalen Konstanz weit hinterher. Bei niemandem summierten sich die Fehlschüsse, darunter zwei Siebenmeter und die Fehlpässe derart auffallend wie bei ihm.

Nicht weniger als zehn Abschlussversuche benötigte er für seine drei Feldtore, drei Anläufe für seinen einzigen Penaltytreffer. Dass sich der Gossauer Torhüter Holger Hug mit nicht weniger als 17 Paraden hat auszeichnen können, lag aber längst nicht nur an ihm, sondern an der Ungenauigkeit der Suhrer Schussversuche generell.

Fingerbruch bei Romann?

Die Gäste überzeugten diesbezüglich nicht mehr, aber die Suhrer Torhüter, Tomislav Stojkovic und sein temporärer Ersatz Flavio Wick, verstanden es nicht, mit Hug mitzuhalten. Und hinzu kam eine Portion Pech.

Etwa, dass Patrick Romann nach starkem Beginn mit Verdacht auf einen Fingerbruch früh ausfiel. Seine Dynamik fehlte fortan. Und es war symptomatisch, dass die bis zur Pause offene Partie immer stärker zu einer sicheren Angelegenheit für die St. Galler wurde. Letztmals eng stand es nach zwei Dritteln der Partie (19:20). Frei kommentierte das mit Bedauern und haderte: «Mir wäre lieber gewesen, wir hätten einen derartigen Hänger gegen Kadetten Schaffhausen eingezogen als nun gegen Gossau.»

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