Handball NLA
Suhr Aarau siegt erstmals seit 8 Jahren in Bern und gibt letzten Platz ab

Dank des 26:23-Sieges in Bern am Mittwochabend kann der HSC Suhr Aarau den Ligaerhalt in der letzten Runde aus eigener Kraft realisieren. Am Samstag kommt es zur Finalissima beim direkten Konkurrenten Stäfa, den die Aarauer nun überholt haben.

Jörg Greb
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Ljubomir Josic (links) und seine Teamkollegen können vor dem Showdown gegen Stäfa aufatmen. (Archiv)

Ljubomir Josic (links) und seine Teamkollegen können vor dem Showdown gegen Stäfa aufatmen. (Archiv)

Alexander Wagner

Die Bedeutung dieser Auswärtspartie gegen die stärkste Mannschaft dieser Abstiegsrunde lag im Raum. Oder besser gesagt: war verankert in den Köpfen aller HSC Spieler. Seit 2007 schaute gegen diesen Gegner nur eines heraus: Niederlagen. Dieses Wissen galt es zu überwinden. Im Fall einer Niederlage bei einem gleichzeitigen Sieg der Lakers Stäfa in Gossau nämlich, wäre der direkte Wiederabstieg Tatsache gewesen. Es ging – und das wurde vor der Partie spürbar – vor allem ums Mentale. Trainer Guido Frei bewegte sich in unruhiger Ruhe auf dem Feld und wandte immer wieder einzeln an die Spieler. Er redete auf sie ein, sprach ihnen Mut zu, zeigte Vertrauen, legte den Arm auf Schultern, suchte die Nähe. Auch die wortlose Kommunikation wurde gepflegt.

Kampf statt Schönheit

Die Nervosität, die Anspannung liess sich damit nicht verscheuchen. Aber der HSC fand dennoch besser in die Partie als die Berner. Und das war wichtig. Die Führungen durch Fabian Studer (1:0) und Matthias Kasapidis (2:1) sorgten für das nötige Selbstvertrauen. Ein Selbstvertrauen, das trotz vieler Fehler und Unzulänglichkeiten – zum Beispiel eines verschossenen Siebenmeters - dazu führte, dass der Rückstand nie auf mehr als zwei Minustreffer anwuchs. Und in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte kehrten die Gäste den Spielstand wieder zu ihren Gunsten. Eine vorentscheidende Wende war’s.

10:9 hiess es nach 30 Minuten, und in der zweiten Hälfte verschoben sich die Vorteile immer stärker auf die Seiten des HSC. Mehr Herz, mehr Wille, mehr Feuer wurde spürbar. In der 42 Minute betrug der Vorsprung erstmals zwei Treffer, in der 50. drei. Und auch wenn’s noch einige heikle Augenblick zu überstehen galt: In der Schlussphase gab’s keine Diskussionen mehr über den Sieger. Ein grosser Anteil kam Lubomir Josic zu. Der Serbe schoss nun aus allen Lagen und traf. Elf Treffer gingen auf sein Konto, neun allein in der zweiten Halbzeit.

Verlieren verboten

Während die Spieler jubelten und Josic hoch leben liessen, atmete Frei auf: «Wir gewannen heute keinen Schönheitspreis, aber wir brachten jene Komponenten ins Spiel, die verlangt waren.» Kampf war das, Aggressivität, Engagement. «Wir wussten», sagte Frei, «dass wir in der Defensive alles geben müssen, und das klappte.» So war es zu verkraften, dass «die Angriffsleistung dürftig war.» Aber, so Frei weiter: «Wir spielten auch mit der nötigen Demut». Dank dieses Sieges und der gleichzeitigen Niederlage von Stäfa (19:31) reist der HSC am Samstag mit einem Mehrpunkt nach Stäfa. Um den Direktabstieg zu vermeiden und die Barrage mit dem Zweiten der Nationalliga B zu erreichen, ist verlieren dennoch verboten.

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