Die Enttäuschung war da, klar. Die Hoffnungen sind endgültig erstickt worden. Zu Träumen gibt es vorläufig nichts mehr. Die Realität heisst weiter Zweitklassigkeit. Der HSC Suhr Aarau schafft die sofortige Rückkehr in die Nationalliga A nicht. Aber die Enttäuschung zeigte keine Abgründe. War nicht bodenlos.

Grund dafür mag sein, dass beim 25:29 eine Woche zuvor im Heimspiel in der Schachenhalle die Realitäten zwischen dem NLA-Neunten und dem NLB-Zweiten schon einmal klar aufgezeigt worden waren. Und Grund war eben auch, dass der jungen Equipe von Trainer Patrik Fend in der Zürcher Saalsporthalle die Grenzen nochmals deutlich aufgezeigt worden sind.

5:2-Führung nach 10 Minuten

Es war nicht so, dass der Klassenunterschied sofort offensichtlich geworden wäre. Konzentriert und mit viel Schwung begann die durch den Ausfall von Routinier Roman Schelbert geschwächte Equipe. 5:2 führte sie nach einem souverän verwandelten Gegenstosstor von Seppi Zubler nach 10 Minuten. Träumen war erlaubt. Das Handicap aus dem Hinspiel schien korrigierbar. Die Perspektiven verflogen sofort. Acht Minuten später führten bereits die Zürcher (6:5) und fortan sollten sie nie mehr in Rücklage gelangen. Bis zur 40. Minute blieb Suhr Aarau in Tuchfühlung mit dem Gegner. Dann zog dieser in weitere Ferne.

«An Möglichkeiten fehlte es nicht», stellte Trainer Fend nach der Partie richtig fest. Doch in einer Partie, die von vielen Fehlern geprägt war, unterliefen den Gästen mehr. «Wir vergaben zu viele vielversprechende Chancen», sagte Fend, «aber im Endeffekt zeigte sich, wo unsere Mängel liegen: an der Erfahrung, an der Fähigkeit, in entscheidenden Phasen alle abrufen zu können, an der Breite unseres Kaders.»

Daran gilt es zu arbeiten – und die Wahrscheinlichkeit, dass dies nochmals während eines Jahres in der Nationalliga B kontinuierlicher und somit auch fundierter geschehen kann, weist auch Fend nicht von der Hand. «In der Nationalliga A hätten wir derzeit einen sehr schweren Stand.» Auch wenn die Equipe mit einigen weiteren Talenten aus den Nachwuchsmeisterteams und den schon kommunizierten Zuzügen von Misha Kaufmann und Mathias Kasapdis an Substanz gewinnen wird.

Und tröstend in den Ohren der HSC-Akteure tönten in dieser Situation die Worte von Walter (Wädi) Müller, dem Ex-Nationalspieler, Vizepräsidenten von GC Amicitia und bis im Januar Trainer des nun erfolgreichen Widersachers: «Ich bin sicher, diesen HSC Suhr Aarau werden wir bald auch wieder in der Nationalliga A sehen – neben uns.»