Handball
Suhr Aarau hat Mark Schelbert und Zofingen fehlen die Fans

In der Vorrunde liess der B-Ligist Suhr Aarau in Zofingen einen Punkt liegen. Jetzt, in der Schachenhalle, gabs von Beginn an kaum Zweifel über den Ausgang dieses Kantonal- und Traditions-Derbys. Mit dem 29:23 bleibt Suhr Aarau zu Hause unbesiegt.

Jörg Greb
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Handball-Derby Suhr Aarau - Zofingen
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Lukas Strebel vom HSC wird von Simon Achermann (links) regelwidrig gestoppt.
Angriffsauslösung durch Suhrs Mark Schelbert (rechts).
Herzliche Begrüssung zwischen Vater und Sohn: Armin Sarac von Suhr Aarau (links) und Vater Samir Sarac, Trainer TV Zofingen.
Die Zofinger Abwehr ist machtlos gegen Calle Ekberg.

Handball-Derby Suhr Aarau - Zofingen

GERRY FREI

Einer sorgte praktisch im Alleingang für den Unterschied: Mark Schelbert, der linke Flügel von Suhr Aarau. Der 27-jährige Topskorer traf in den ersten 140 Sekunden nicht nur dreimal in Folge und brachte damit seine Equipe in Führung, die fortan immer Bestand haben sollte, Schelbert überzeugte auch in der Folge mit einer praktisch hundertprozentigen Chancenauswertung.

Und vor allem in der Schlussphase glückten ihm nochmals die entscheidenden Szenen. Vom 24:19 bis zum 28:20 steuerte er nochmals vier Tore in Folge bei. «Es waren umgekehrte Vorzeichen zum letzten Mal», sagte er und meinte damit nicht nur die Spiel-Geschichte, sondern auch seine persönliche.

Damals sass er verletzt auf der Bank und musste von aussen mitverfolgen, wie harzig seine Equipe auf Touren kam und schliesslich froh über ein 30:30-Remis sein musste.

Ganz der Spaziergang, wie es das Resultat vermuten liesse, war es allerdings nicht für die junge Equipe von Suhr Aarau. Nachdem keine 19 Minuten benötigt worden waren, um ein Sieben-Tore-Polster herauszuspielen, machte sich Anfang der zweiten Hälfte plötzlich Sand im Getriebe bemerkbar.

Die Konzentration hatte etwas nachgelassen, der Spielrhythmus, die Kompromisslosigkeit. Das hatte Folgen: Die unermüdlich kämpfenden Zofinger holten auf und kamen bis auf vier Treffer heran (49. Minute).

Spannend wurde es dennoch nicht. Suhr Aarau gelang es, «den Schalter nochmals zu kippen», wie Schelbert festhielt. Und er selber nutzte die Möglichkeit zum grandiosen Finale. Der Routinier freute sich, gab die Rosen aber sogleich ans gesamte Team weiter: «Es zeichnet unsere junge Mannschaft aus, wenn sie derart souverän aus einer heiklen Situation herausfindet.»

Diesem Schlussfurioso hatte Zofingen nichts mehr entgegenzusetzen – wobei Samuel Schär als erfolgreichster Schütze den Auftakt kritisierte: «Wir haben uns schon in der ersten Hälfte um unsere Möglichkeiten gebracht.»

Eine «katastrophale Chancenauswertung» machte er aus. Viel zu wenig habe zusammengepasst, es sei nicht gelungen, befreit aufzuspielen. Einen Grund sah er in der Ambiance. «Uns fehlten die Emotionen, diese tanken wir vielfach von unseren Anhängern und deren lautstarker Unterstützung.» Ein stimmungsvolles Derby wars in der Tat nicht.

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