Keine Protestansätze, keine Sekundenfinale sondern Klarheit – der HSC Suhr Aarau setzte sich im Wiederholungsspiel der letzten Meisterschaftsrunde von Ende April gegen Endingen klar mit 30:26 durch. Es waren verhältnismässig entspannte drei Schlussminuten für die Akteure des vermeintlichen Aufsteigers, der seine Akteure aus den Ferien zurückbeordern musste und ohne adäquate Vorbereitung ins Wiederholungsspiel hatte steigen müssen.

Suhr Aarau schlägt Endingen 30-26 - die letzten Sekunden

Suhr Aarau schlägt Endingen 30:26 – die letzten Sekunden, der erste Jubel

Suhr Aarau gewinnt das Wiederholungsspiel beim TV Endingen mit 30:26 und steigt damit definitiv in die NLA auf. Das sind die letzten Sekunden des Matches mit dem anschliessenden ersten Jubel. 

Der Erfolg hatte einiges gefordert, das zeigten Momentaufnahmen: Abwehrhüne Martin Prachar tanzte seinen Freudentanz mit einem Verband um die Stirn – er hatte sich in der drittletzten Minute eine heftige Stirnprellung zugezogen. Torhüter Martin Pramuk lag verletzt im Materialabteil, weil er sich bei seinem parierten Siebenmeter in der 42. Minute ernsthaft am Rücken verletzte. Steven Kurbalja jubelte auf der Tribüne, weil er bereits in der 41. Minute nach der dritten Zweiminutenstrafe des Feldes verwiesen worden war. Aber Youngster Tim Aufdenblatten brachte es auf den Punkt, indem er den Vergleich mit der letzten Meisterschaftspartie und dem vermeintlichen Aufstieg heranzog: «Das zweite Mal ist noch viel schöner.»

HSC-Goalie Pramuk hält Siebenmeter und verletzt sich dabei unglücklich

Der Stolz des HSC

Die Freude nach den 60 nervenaufreibenden Spielminuten auf Seiten von Suhr Aarau war bei Spielern wie Anhängern verständlicherweise riesig. «Wir können stolz sein», hielt Coach Guido Frei fest. Verstanden hätten sie es als Equipe, aus dem Ferienmodus die Wettkampfbereitschaft abzurufen und eine solide Leistung zu bieten. Dass und wie dies gelungen ist, strich der routinierte Handball-Fachmann hervor: «Wir waren in der Schlussphase die wachere Mannschaft, obwohl wir auf dem Zahnfleisch liefen.»

Zu dieser Schlusssouveränität war es allerdings nicht auf direktem Weg gekommen. Von «einer Achterbahnfahrt», sprach Frei. Auf die höchst konzentrierte Startphase (3:1) spielte er an. Das entsprach dem Sich-Vorgenommenen. «Wir wollten Endingen zeigen, dass wir voll da sind.» Ein leichtes Plus hielt in der ersten Hälfte an: drei Mal kurz führte das Heimteam Endingen, sechs Mal stand es unentschieden, während sechs Perioden hatte der HSC die Nase vorn, ab der 23. Minute stets und zur Pause mit drei Toren Differenz. Darauf aufzubauen glückte den Gästen aber nicht. Zwar gerieten sie nie mehr in Rückstand, aber zwischen der 40. Und 50. Minute herrschte nicht weniger als vier Mal erneut Gleichstand.

Endingens Moral

In dieser Tatsache sah Endingen-Coach Fabian Ammann, dass «die Differenz gering war und am Schluss die Mannschaft mit weniger Fehlern in ihrem Spiel gewann». Als «etwas abgezockter, routinierter», stufte er den direkten Wiederaufsteiger in dieser Reprise ein. Und ergänzte: «Erst in den letzten vier Minuten wurde alles klar.» Klar, die Enttäuschung liess sich nicht verbergen. Ammann sah in der Art und Weise des Auftritts aber durchaus die Botschaft, dass «wir auch in der nun folgenden Barrage-Partie gegen Fortitudo Gossau, den Zweitletzten der NLA, eine gute Ausgangsposition mitbringen». Fürs Hinspiel von nächster Woche in der Go-Easy-Halle wünscht er sich nochmals eine ähnlich begeisternde und motivierende Kulisse wie gestern – mit dem Ziel: «eine aussichtsreiche Ausgangsposition zu erarbeiten und die Promotion doch noch zu realisieren».

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Liveticker: Das Wiederholungsspiel Endingen - Suhr Aarau