Zehn Tore wettmachen und hoffen - mit dieser Vorgabe waren die Handballer des HSC Suhr Aarau ins Kantonalderby mit Möhlin gestiegen. Zehn Tore schlechter war ihre Tordifferenz gegenüber Fernkonkurrent Altdorf. Und zwei Punkte lagen die Aargauer ebenso zurück vor dem letzten MEisterschaftsdurchgang.

«Die zehn Tore sind noch immer unsere Vorgabe», sagte Physiotherapeut Jürg Merz noch in der Pause. 16:14 stand es für den Heimklub. Kein besonders viel versprechendes Zwischenergebnis war das. Und die zehn Plustore hätten nur dann Sinn gemacht, falls NLB-Leader Altdorf nochmals gestrauchelt wäre. Letzteres wurde ebenso wenig Tatsache, wie eine erstklassige Torproduktion von Seiten des HSC Suhr Aarau. Am Schluss stand es 29:25.

Ziel verpasst also? Nein. Und richtig unzufrieden oder gar deprimiert war niemand. Es zeigte sich rasch: Geglaubt an «das Wunder» hatte niemand so richtig. Und Möhlin liess sich nicht «abschiessen». Allen voran Markus Hock leistete mit seinen elf Treffern hartnäckigen Widerstand.

Stimmungsvoller Abschluss

Diese letzte Partie der regulären NLB-Meisterschaft hatte etliches, das prägte - weniger spielerisch, denn von der Ambiance her. «Da herrschte nochmals richtige Derbystimmung», freute sich Torhüter Marco Wyss. Und er verwies auf die zahlreichen Fans und ihre faire, aber lautstarke Unterstützung. «So macht Handballspielen Freude», sagte er.

Der 23-Jährige entpuppte sich nach seiner Einwechslung für André Willimann als Glückgriff. «Marco kam in einer für uns schwierigen Phase aufs Feld und verstand es sofort mit einigen wertvollen Paraden für die nötige Stabilität zu sorgen», lobte Torhütertrainer Daniel Lehmann. Es war jene Periode, nachdem die Gäste aus dem Fricktal ihren zwischenzeitlichen Rückstand wieder wettgemacht hatten und «Sand im Getriebe» das HSC-Spiel hemmte.

Und Wyss blieb auch in der zweiten Hälfte der solide Rückhalt. Massgeblich trug er dazu bei, dass der Umschwung nie wirklich zum Thema hatte werden können.

Blick nach vorn

Nach der Partie strahlte Wyss jene Genugtuung aus, die ihm so wertvoll geworden ist. «Dieses Spiel hat mir enorme Freude bereitet», sagte er und bestätigte, dass das sehr wohl mit der eigenen Leistung zu tun hatte. «Wenn ich ganz ordentlich gehalten habe, freut das ganz anders.» Er kennt auch die gegenteiligen Gefühle. Gelingen ihm die erwünschten Paraden nicht, ärgert er sich.

Wyss’ Freude und Begeisterung können seine Mitspieler brauchen. Gerade jetzt. Als zweiplatziertes Team der Nationalliga B ist der HSC Suhr Aarau für die beiden Barrage-Partien gegen den NLA-Neunten GC-Amicitia qualifiziert. Und um am nächsten und übernächsten Wochenende zu bestehen, sind - gesamthaft gesehen - bessere Leistungen nötig. Vor allem in der Offensive braucht es mehr Durchschlagskraft und weniger Fehler als gegen Möhlin.